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Elektronikproduktion |

Belgische Behörden nehmen BelGaN-Mitarbeiter wegen Verdachts auf Technologiediebstahl fest

Ein 52-jähriger Mann mit belgischer und chinesischer Staatsbürgerschaft ist von den belgischen Behörden festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse im Zusammenhang mit Galliumnitrid-Halbleitertechnologie (GaN) gestohlen zu haben, berichtet Reuters. Ermittler vermuten, dass die erlangten Informationen an ein chinesisches Unternehmen aus derselben Branche weitergegeben worden sein könnten.

Nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft befindet sich der Verdächtige bereits seit Mai in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen betreffen mutmaßliche Industriespionage im Zusammenhang mit Halbleitertechnologien. Der Mann hatte zuvor eine leitende Position bei BelGaN, einem auf die Herstellung von Galliumnitrid-Halbleitern spezialisierten Unternehmen. BelGaN meldete im Juli 2024 Insolvenz an.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Verdächtige gleichzeitig als Direktor eines chinesischen Unternehmens tätig, das dieselbe Art von Halbleiterbauelementen produziert. Dieses Unternehmen soll einige Monate nach seinem Eintritt bei BelGaN gegründet und von einem chinesischen Investmentfonds finanziert worden sein.

Die Ermittler vermuten, dass der Mann seine Position genutzt haben könnte, um geistiges Eigentum und Geschäftsgeheimnisse zur Herstellung von GaN-Chips ins Ausland zu übertragen. Galliumnitrid-Technologie kommt unter anderem in Elektrofahrzeugen, Luft- und Raumfahrtanwendungen sowie im Verteidigungssektor zum Einsatz.

Die Festnahme erfolgte im Mai am Flughafen Brüssel-Zaventem, als der Verdächtige den Ermittlern zufolge einen Flug nach Peking antreten wollte. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass er sich weiterhin in Haft befindet.

Im Zusammenhang mit dem Fall wurde zudem ein zweiter Verdächtiger identifiziert, der bislang jedoch nicht festgenommen wurde. Die chinesische Botschaft in Belgien hat sich laut Reuters bislang nicht zu den Ermittlungen geäußert.


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