Sachsen wirbt um weitere Halbleiterinvestitionen aus Taiwan
Sachsen will seine Zusammenarbeit mit Taiwans Halbleiterindustrie weiter ausbauen und zusätzliche Unternehmen in den Freistaat holen. Rückenwind erhält die Region durch die neue ESMC-Chipfabrik in Dresden und die wachsende Zahl taiwanischer Zulieferer, die sich bereits in Sachsen angesiedelt haben.
Deutschland verstärkt seine Bemühungen, Unternehmen aus Taiwans Halbleiterindustrie für Investitionen zu gewinnen. Besonders Sachsen präsentiert sich auf der Halbleitermesse Semicon in Taiwan als Standort für weitere Ansiedlungen. Das berichtet das Handelsblatt. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Taiwan gehe inzwischen über einzelne Großinvestitionen hinaus und umfasse unter anderem Ausrüstung, Materialien, intelligente Fertigung, Fachkräfte und die gesamte Halbleiterlieferkette.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die derzeit in Dresden entstehende ESMC-Chipfabrik. Das Joint Venture des taiwanischen Halbleiterherstellers TSMC mit Bosch, Infineon und NXP soll planmäßig 2027 die Produktion von Chips für die Automobilindustrie aufnehmen.
Die Investition zieht bereits weitere Unternehmen aus Taiwan an. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministers Dirk Panter haben sich mehr als 20 taiwanische Unternehmen als Zulieferer für ESMC in Sachsen angesiedelt. Der Freistaat hofft nun auf weitere Investitionen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette.
„Wir wollen Sachsen zu einem Taiwan-Hub machen“, sagte Panter auf der Semicon in Taiwan.
Neben Unternehmensansiedlungen soll auch die Zusammenarbeit zwischen den Regionen intensiviert werden. Panter kündigte eine Absichtserklärung zwischen Chemnitz und der südtaiwanischen Stadt Kaohsiung an. Sachsen wolle die Partnerschaft mit Taiwan insgesamt weiter ausbauen.
Auch die deutsche Präsenz auf der Semicon wächst. In diesem Jahr sind 31 Unternehmen und Organisationen am deutschen Gemeinschaftsstand vertreten. Insgesamt nehmen mehr als 1.300 Unternehmen an der Messe teil. Die deutsche Handelskammer in Taipeh sieht darin eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Taiwans Technologieindustrie.
Ein konkretes Beispiel für die zunehmende Präsenz taiwanischer Unternehmen in Sachsen ist der TSMC-Zulieferer Topco Scientific, der eine europäische Niederlassung in Dresden aufbaut. Das Unternehmen soll nicht nur ESMC und weitere Kunden unterstützen, sondern auch anderen taiwanischen Unternehmen beim Einstieg in den europäischen Markt helfen.
Mit der Ansiedlung von ESMC und weiteren Zulieferern will Sachsen seine Position als einer der wichtigsten europäischen Standorte für Mikroelektronik weiter stärken und gleichzeitig enger an das taiwanische Halbleiter-Ökosystem heranrücken.





