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© beatricee _dreamstime.com Elektronikproduktion | 16 Februar 2016

„Enormes, bisher ungenutztes, Potenzial für SVI in Deutschland“

Im Februar 2016 hat der thailändische EMS-Anbieter SVI mehrere Produktionsstandorte von Seidel Electronics übernommen. Wir haben uns mit Robert Sawyer, Senior Director von SVI in Thailand, unterhalten.
SVI hat mit der Übernahme des österreichischen Unternehmens Seidel Electronics (ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Dr. Maximilian Seidel können Sie hier lesen) Standorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei übernommen, sowie Entwicklungszentren in Wien und Slowenien. Durch die Kombination von SVI und Seidel Electronics entsteht ein ziemlich großer und vielfältiger EMS-Spieler.

Robert Sawyer
© SVI
Evertiq hat sich mit Robert Sawyer unterhalten, der zur Zeit Senior Director bei SVI in Thailand ist und bald die Rolle des CEOs für die Unternehmensgruppe in Österreich antreten wird.

Mit der Übernahme von Seidel wird SVI seine Produktionsstärke, vor allem in Europa, erweitern. Aber welche Art von Synergien und Verbesserungen können wir nach der Übernahme erwarten?

„Wir sehen starke Umsatzsynergien in zwei Richtungen. Zuerst haben SVIs europäische Kunden uns schon lange nach einer Produktionsoption in Osteuropa gefragt, um ihre Produkte in Europa anbieten zu können - mit anderen Worten, eine Produktion in Europa für Europa. Jetzt können wir dies anbieten. Zweitens war die Situation für Seidel genau umgekehrt, nämlich ein asiatischer Standort für High-Volume-Massenproduktionen bei wettbewerbsfähigen Kosten, oder eine Produktion in Asien für Lieferungen in Asien. Beiden Unternehmen hat ein Businessteil gefehlt, doch jetzt, zusammen, haben wir die Lösung“, sagt Robert Sawyer.

Interessant ist, dass Europa für SVI lange Zeit der größte Markt gewesen ist, ohne eine Produktion in der Region zu haben. Robert Sawyer erklärt, dass SVI sich schon lange als „europäisches Unternehmen mit Niederlassung in Asien” sieht und nicht umgekehrt. Mit ihrem Sitz in Kopenhagen, Dänemark, konnte das Unternehmen sehr erfolgreich seine europäischen Kunden bedienen und einen guten Ruf aufbauen, vor allem in Skandinavien.

„Mit den neuen Standorten in Österreich, Ungarn und der Slowakei, sowie Designteams in Wien und Slowenien, können wir nun wirklich als ein europäischer Spieler arbeiten und die richtigen End-to-End-Designs und Fertigungslösungen für unsere Kunden, ganz nach ihren Bedürfnissen, anbieten. Einen Produktionstransfer sehen wir für die Zukunft nicht. Bei Produkten, welche bereits in der Fertigung sind macht das wenig Sinn und bringt keinen Mehrwert für unsere Kunden. Wir glauben jedoch, dass sich unsere Geschäftsaktivitäten, mit einer größeren Präsenz in Europa und erweiterte Optionen im Bereich Produktion, Logistik und Dienstleistungen, verändern werden“, erklärt Robert Sawyer.

SVI ist ein asiatisches Unternehmen und Seidel ein europäisches - wie werden Sie die verschiedenen Kulturen nutzen, die sie jetzt in einem Unternehmen haben?

„Wir werden uns bemühen, das Beste aus ‘East and West’ von unseren verschiedenen Standorten anzubieten. Die grundlegenden kulturellen Werte, Visionen und Missionen von Seidel und SVI sind bereits gut ausgerichtet, was die Attraktivität zur Übernahme steigerte, und wir erwarten, dass dies den Übergang erleichtern wird und wir beide Unternehmen gut integrieren können. Es wird viele Möglichkeiten für die Arbeitnehmer beider Seiten geben, zum jeweils anderen zu reisen oder auch umzusiedeln, wenn wir mit der Umsetzung unserer Projekte begonnen haben. Und wir erwarten, dass wir ‘befruchtende’ Vorteile für beide Seiten, aus der Zusammenarbeit zwischen den europäischen und asiatischen Teams, sehen.“

SVI wird durch die Übernahme auch von Seidels starker Position im deutschsprachigen Raum Europas profitieren.

„Es gibt ein enormes, bisher ungenutztes, Potenzial für SVI in Deutschland, der Schweiz und Österreich und jetzt haben wir ein sehr starkes Team sowie ein prominentes Portfolio an Referenzkunden in dieser Region.“

Die Unternehmen haben das Potenzial zu Synergien, unterscheiden sich aber auch voneinander und bieten unterschiedliche Segmente an. Welche Auswirkungen hat die Akquisition auf die Marktstrategie des Unternehmens?

„SVI bedient einige Märkte, die Seidel bisher nicht bedient hat, beispielsweise Communications & Networks und Optoelektronik sowie High-End-Audio/Video. Nun kann ein Weg in diese Märkte für die ehemaligen Seidel Einrichtungen in Europa geebnet werden. In der anderen Richtung ist Seidel besonders stark im Bereich öffentliche Verkehrsmittel, ein bisher unberührter Markt von SVI. Dieser steht für SVI nun offen. Seidel bringt außerdem eine starke Bezugsbasis und Erfahrung aus den Bereichen Medical Devices & Equipment und Automotive in die Gruppe ein.“

Durch Produktionen in Europa entstehen in der Regel höhere Kosten als in Asien - werden Sie alle Mitarbeiter von Seidel übernehmen?

Robert Sawyer antwortet darauf, dass die Mitarbeiter von Seidel das größte Kapital im Erwerb seien und dass SVI geplant habe, alle Mitarbeiter zu übernehmen. Er fügt sogar hinzu, dass das Unternehmen bereits Erweiterungen plane.

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2018.10.15 23:56 V11.6.0-1