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© European Union 2021 Komponenten | 29 September 2022

Unternehmen fordern weitere Schritte um Chipkrise zu beenden

Der Mangel an Chips in der Elektro-Industrie führt nach wie vor in zahlreichen Unternehmen zu Engpässen. Um die Abhängigkeit von Lieferanten aus Asien zu verringern, hat die Europäische Union im Februar den European Chips Act auf den Weg gebracht. Damit soll der europäische Marktanteil an der Chipproduktion auf der Welt bis zum Jahr 2030 auf 20 Prozent zu verdoppelt werden.

Jetzt aber kommen weitere Forderungen an die EU, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wie der zuständige Vorstand des Technologiekonzerns Siemens, Cedrik Neike, in einem Interview der Zeitung sagte, begrüße man die Initiative der Kommission ausdrücklich, der Chips Act müsse aber unbedingt erweitert werden. Dabei weist er auf den weiter steigenden Bedarf allein bei Siemens hin. Gefragt seien weniger High-End-Chips kleinster Strukturgrößen, wie sie in Magdeburg hergestellt werden sollen. Diese Kategorie der Chips, mit Strukturgrößen von weniger als 16 Nanometern, machten lediglich 4 Prozent des Weltmarktes aus. Der Fokus des Chips Act sei viel zu sehr auf diese Größenordnung ausgerichtet, so Neike in dem F.A.Z.-Interview. Tatsächlich habe die Europäische Kommission bei der Vorlage des Chips Act für die EU das Ziel ausgerufen, eine führende Rolle bei Entwurf und Herstellung der nächsten Generation von Mikrochips mit Knotengrößen von zwei Nanometern und darunter zu spielen.

Neike moniert in dem Bericht weiter, man benötige sogenannte industrielle Chips mit größeren Strukturen, die besonders geeignet und wichtig im industriellen Anwendungsbereich sind. Im kommenden Jahr brauche Siemens signifikant mehr Chips als in diesem Jahr. Nach jetzigem Stand sei der Konzern quasi gezwungen, den Mehrbedarf vor allem in den USA und in Asien zu decken.

Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon verweist in einer Reaktion auf die jüngste Erweiterung seiner Fertigung im österreichischen Villach, wo 300-Millimeter-Wafer produziert werden. Mit Blick auf das europäische Beihilferecht fordert Hanebeck jedoch Förderbedingungen, die dem europäischen Ziel, 20 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion in Europa anzusiedeln, wirklich gerecht werden. Im Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt Hanebeck, Taiwan sei Europa bei kleinen Knotengrößen 20 Jahre voraus. Sollte Europa auch bei kleineren Knotengrößen aufschließen wollen, erwarte er in Anbetracht des internationalen Standortwettbewerbs Förderquoten von 50 Prozent.

Allerdings dürfe man nicht nur die Fertigung im Auge haben, sondern müsse das gesamte Ökosystem fördern, zu dem auch Forschung, Infrastruktur, Energieversorgung und Einbindung in die Lieferketten gehörten. Um die Ansiedlungen neuer Chipfabriken sei längst ein weltweiter Wettlauf entbrannt.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) beobachtet die Entwicklung mit einer gewissen Sorge. Die USA würden die Branche mit 52 Milliarden Dollar fördern, während aus Europa nur 43 Milliarden Euro kommen, so Iris Plöger aus der BDI-Hauptgeschäftsführung gegenüber der F.A.Z. Dazu kämen in Amerika weitere Fördermittel von 82 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung. Auch in China und Südkorea würden deutlich höhere Summen für die Chipbranche mobilisiert. 

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