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Elektronikproduktion | 28 Juli 2010

Automobilzulieferer: Raus aus der Verlustzone!

Auf der gesamten Automobilindustrie lastet derzeit ein enormer Kostendruck. Die Zulieferer, die mehr als 50% der Wertschöpfung erbringen, sind davon am stÀrksten betroffen, so die Oliver Wyman-Studie Raus aus der Verlustzone!
Die Zulieferindustrie zwischen Kostendruck und Wertzuwachs“ wurden im ersten Halbjahr 2010 weltweit GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Vorstandsmitglieder fĂŒhrender Automobilzulieferbetriebe befragt. Die Studienergebnisse belegen, dass sich der Kostendruck in der Branche in den kommenden Jahren noch verschĂ€rfen wird und dass funktionale Innovationen diesen Trend hin zum Wertverlust nur sehr bedingt ausgleichen können. Einzig das globale Volumenwachstum nach der Krise – insbesondere in den aufstrebenden AutomobilmĂ€rkten – bietet Zulieferern die Chance, langfristig Wertsteigerung und profitables Wachstum zu erzielen. Nur wer sich international ausrichtet, in den SchwellenlĂ€ndern prĂ€sent ist und seine Kosten deutlich senkt, kann im hart umkĂ€mpften Zuliefermarkt nachhaltig erfolgreich sein. Automobilzulieferer mĂŒssen den grĂ¶ĂŸten Anteil der Kostensenkungen in der Wertschöpfungskette tragen, denn Zukaufteile der Zulieferer stellen fĂŒr Hersteller die grĂ¶ĂŸte Kostenposition dar. So unterliegen Zulieferer einem unerbittlichen und anhaltenden Kostendruck, der durch die jĂŒngste Krise in der Automobilindustrie noch verstĂ€rkt wurde. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass dieser Trend anhalten wird. So streben OEMs aus Zulieferersicht in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren eine durchschnittliche Preisreduktion von 4,3% jĂ€hrlich an. Die tatsĂ€chlich erzielte durchschnittliche Preisreduzierung betrĂ€gt dabei 2,5%. Wertverluste trotz funktionaler Aufwertung Der anhaltende Wertverlust fĂŒr die Zulieferbranche gewinnt noch zusĂ€tzlich an Dynamik, da funktionale Aufwertungen zu Beginn eines neuen Produktlebenszyklus nur noch selektiv Abhilfe schaffen. Zwar haben spezialisierte Komponentenhersteller innerhalb einer Nische weiterhin die Möglichkeit, in ihrem Segment profitabel zu wachsen. Doch können Zulieferer insgesamt nur in AusnahmefĂ€llen Preiserhöhungen bei OEMs erzielen. So gleichen der Studie zufolge funktionale Innovationen und wachsende Ausstattungsraten den Wertverlust bei einem durchschnittlichen Fahrzeug nur bei rund 20% - 30% der Fahrzeugmodule aus, wĂ€hrend 70% - 80% dem Kostendruck schonungslos ausgesetzt sind. Nicht nur die meisten Module sind vom Kostendruck betroffen, sondern auch alle Fahrzeugsegmente – von Low-Cost bis Premium. So mĂŒssen sich Zulieferer darauf einstellen, dass der Preisdruck sich auch auf die deutschen Premiummarken weiter erhöhen wird. Die Oliver Wyman-Studie zeigt, dass die Einsparungsanforderungen der Premium-OEMs stĂ€ndig ansteigen und in den nĂ€chsten Jahren das Niveau der Volumenhersteller erreichen werden. Kosten senken „In Anbetracht des unerbittlichen Kostendrucks in der Automobilindustrie werden die Kosten zum Wettbewerbsfaktor Nummer eins fĂŒr die Zulieferer. Gelingt es den Zulieferern nicht, ihre Kosten entsprechend zu senken, fĂŒhrt dies unweigerlich zu kleineren Margen und schließlich zu abnehmender ProfitabilitĂ€t“, sagt Lars Stolz, Zulieferexperte und Partner bei Oliver Wyman. Die Oliver Wyman-Studie zeigt zwei Ansatzpunkte fĂŒr Zulieferer auf, ihre Kosten unter den geschilderten Bedingungen zu reduzieren: Zum einen mĂŒssen Zulieferer die etablierten Hebel im Einkauf, bei der Produktkostensenkung und in der Produktionsoptimierung noch intensiver nutzen. Hierzu können beispielsweise Programme zur gezielten Produktkostenoptimierung der laufenden und zukĂŒnftigen Serien gemeinsam mit Einkauf, Entwicklung und Lieferanten Anwendung finden. Zum anderen gilt es, innovativ zu agieren und Materialien, Technologien und Designs mit einer besseren Kostenposition zu entwickeln. Dabei sollte die Innovationskraft der Zulieferer auf Prozessoptimierung und Kosteninnovationen fokussiert werden. Globale Ausrichtung nötig Das Volumenwachstum nach der Krise bietet Zulieferern langfristig die Chance, zu Wertsteigerung und profitablem Wachstum zurĂŒckzukehren. Die Kosten pro Fahrzeug werden in den kommenden Jahren zwar um etwa 2% jĂ€hrlich sinken. Doch durch die fĂŒr die Nachkrisenzeit prognostizierte Steigerung des Fahrzeugabsatzes im Gesamtmarkt um etwa 6% pro Jahr in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren, wird der gesamte Zuliefermarkt jĂ€hrlich um 4% wachsen. Das Volumenwachstum wird jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Zeichnet sich fĂŒr die gesĂ€ttigten MĂ€rkte wie beispielsweise Westeuropa, Japan oder die USA allenfalls eine Erholung auf das Vorkrisenniveau ab, so verzeichnen die WachstumsmĂ€rkte Indien und insbesondere China seit dem Jahr 2007 eine durchschnittliche Wachstumsrate von nahezu 10%. „Nur wer sich international kosteneffizient ausrichtet und in den wichtigen WachstumsmĂ€rkten mit den entsprechenden ProduktionskapazitĂ€ten prĂ€sent ist, kann im hart umkĂ€mpften Zuliefermarkt nachhaltig erfolgreich sein“, sagt Jonas Wagner, Zulieferexperte bei Oliver Wyman. FĂŒnf Erfolgsfaktoren fĂŒr die Zukunft der Automobilzulieferindustrie 1. Kostenmanagement und Wertzuwachs: Fokussierung auf Kosteneinsparungen, Lean Organization sowie Konsolidierung der Werksstrukturen und Abbau von ÜberkapazitĂ€ten 2. Strategie und Portfolio-Ausrichtung: Werttreibende GeschĂ€ftsfelder identifizieren und ausbauen sowie aus GeschĂ€ftsbereichen ohne Wertbeitrag aussteigen 3. Innovationsmanagement: Konzentration auf wertgenerierende Innovationen und kostenorientierte Anpassung des Innovationsportfolios 4. Vertriebsaufstellung: Ausrichtung der Incentivierungs-Systeme auf Margenerhalt und Professionalisierung des Vertriebs in Preisverhandlungssituationen 5. Zusammenarbeit und FĂŒhrung: Konzentration auf die Umsetzung der unternehmerischen Ziele und Fokussierung auf kontinuierliche Kostenreduktionen ----- Quelle: Oliver Wyman
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