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Elektronikproduktion | 08 Juni 2010

Die wahren Kosten des Outsourcing

Foxconn und Apple war beide in letzter Zeit—in Bezug auf Menschenrechte und die Selbstmorde in China—sehr häufig in der nationalen Wirtschaftspresse zu finden.

Die Artikel haben sich auf die Geheimniskrämerei von Foxconn, das niedrige Lohnniveau und die allgemeine Unzufriedenheit der Arbeitnehmer—zumeist jungen, allein stehenden Männer und Frauen aus ländlichen Gebieten Chinas—konzentriert. Diese leben isoliert von Familie und Freunden und riesigen Komplexen und werden gezwungen ausbeuterische Arbeitsverträge zu unterschreiben. In einem Video wurde es einem Journalist der Financial Times erlaubt den Shenzhen-Komplex zu betreten und Aufnahmen zu machen. Man sah von Palmen gesäumte Boulevards, Restaurants und Geschäfte—voll mit lächelnden, ordentlich angezogenen chinesischen Jungendlichen. Eine junge Frau wurde befragt, während sie friedlich einer Handarbeit nachging. Sie sagt—mit Hilfe eines Foxconn-Übersetzers—dass sie sehr glücklich sei bei Foxconn zu arbeiten. Sie möchte genug Geld verdienen, um wieder nach Hause zurückkehren zu können und zu heiraten. Da es für die meisten Menschen nicht wirklich schlecht aussah—fast wie ein College-Kampus in San Diego—klingt der Aufruhr über die Menschenrechtslage schon wieder ab. Foxconn hat angekündigt, die Löhne um 30% (!!) anheben zu wollen. Wir wetten, dass die Publicity Crisis nun vor bei ist. iPads gehen im Rekordtempo über den Ladentisch und in Cupertino sieht alles wieder rosig aus. Wir prognostizieren, dass der Nettoeffekt der ganzen Geschichte—wieder einmal—nur die Auswirkungen auf die Lohnkosten sein wird. OEMs werden grübeln, ob China wirklich billig genug für die eigenen Projekte ist. Man wird anfangen nach Vietnam, Tunesien und auf andere exotische Standorte zu schauen, wo man die Arbeitnehmer noch ungestraft ausnutzen kann. Dieses Denken ist falsch, falsch, falsch, auf mehr als einer Ebene. Ebene 1: Menschenrechte: Seien wir realistisch was bei der Öffentlichkeitsarbeit passiert. Chinesische Manager verstehen es meisterhaft westliche Reporter zu manipulieren. Deshalb ist es undenkbar, dass das FT-Video realistische Aufnahmen zu dem Arbeitsbedingungen bei Foxconn bietet. Und die Frage ist auch nicht, wie verschiedene Bereich der Anlage aussehen. Es ist die Erfahrung der typischen Arbeitnehmer die sich mit Hunderten anderen Arbeitnehmern auf eine—eng definierte—Aufgabe konzentrieren, in einer 12-Stundenschicht ohne Pause, Tag für Tag. Und dann geht es—wieder mit hunderten anderen Arbeitnehmern—in einen Schlafsaal. Weder die Löhne noch die Arbeitszeit ermöglichen ein gesellschaftliches Leben. Eine 30% Erhöhung von fast Nichts ist immer noch nur ein kleines bisschen mehr als Nichts. Der eine Extra-Dollar pro Tag wird das zugrunde liegende Problem nicht lösen. Menschen sind keine Roboter, sie brauchen Gemeinschaft, Entspannung, Freiheit. Die Foxconn Einrichtungen—im Gegensatz zu ähnlichen Unternehmen in den meisten anderen Teilen der Welt—kontrollieren die Arbeiter 24/7. So würden die meisten Menschen ein Gefängnis beschreiben. Ebene 2: Lohnkosten: In der Elektronikfertigung machen die direkten Lohnkosten nur einen Bruchteil der gesamten Kosten aus, die ein OEM-Unternehmen für die Outsourcing-Dienstleistungen (d.h. Materialkosten bilden die überwiegende Mehrheit) zahlt. Unsere Fallstudien zeigen, dass—so bald alle anderen Kostenfaktoren in die Gleichung eingebunden werden—die Unternehmen bei einer cross-hemisphären Lösung nicht wirklich Geld sparen, egal wie niedrig die Lohnkosten sind. Dies ist seit jeher für die Niedrigvolumen /High Mix Produktion von Elektronik eine wahre Aussage, es ist jedoch auch immer häufiger im High-Volume Bereich der Fall. Die Kosten in China (und was das OEM-Unternehmen intern zur Unterstützung dieser Outsourcing-Lösung ausgibt) sind dramatisch angestiegen. Und dies hat nichts mit den Lohnkosten in den Produktionsanlagen von Foxconn zu tun. Ebene 3: The Elephant in the Room: Gleichzeitig mit den Artikeln über die Menschenrechte bei Foxconn gab es auch welche über den chinesischen ‚iPed’ und die chinesische Version des iPhone. Diese sind bereits auf dem riesigen Verbrauchermarkt in China erhältlich. Dies sollte OEMs daran erinnern, dass es in China einen totalen Mangel am Schutz von geistigem Eigentum gibt (dem Versprechen gegenüber der WTO zum Trotz). Für all diejenigen C-Level-Führungskräfte, die den inländischen Markt in China erobern wollen (mir Hilfe einer chinesischen Lieferantenbasis): Think Again. Wenn Apple seine IP in China nicht schützen kann, dann kann es niemand. Es gibt immer noch Situationen, wo eine chinesische Fertigungs-Lösung Sinn macht, aber die Tage des Kompletttransfers der Elektronikfertigung sind vorbei. Wir haben tatsächliche Daten, um Ihnen genau zu zeigen, wie sie Ihre weltweite Elektronikfertigung ausrichten können, um den Wettbewerbsvorteil, die Innovation und Kosteneffizienz zu optimieren. Dies kann jedoch nicht über eine eindimensionale Analyse—basierend auf den geringsten Lohnkosten—geschehen. ----- Autor: Charlie Barnhart
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