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© Foxconn Elektronikproduktion | 08 März 2010

Menschenrechtsverletztungen: wer ist verantwortlich - OEM oder EMS?

Unser letzter Artikel – über den Audit-Bericht von Apple – hat uns wirklich interessantes Feedback eingebracht. Vieles war zustimmend, aber nicht alles.

Ein Leser meinte, dass Apples "... fast $25 Milliarden in Cash, Umsatz von fast $50 Milliarden und eine Gewinnspanne von 20% ..." unseren Kommentar (Ich sehr skeptisch. Vor allem, wenn eine Analyse des Zeitaufwandes, der Kosten und der potentielle Schaden für die Marke herausfindet, dass sorgfältigen Überprüfungen und (entsprechenden Korrekturmaßnahmen!) durch den Preisvorteil beim Outsourcing in Niedrigkosten-Regionen auch wirklich gerechtfertigt ist.) irgendwie auslöschen würde. Hmm! Da wir annehmen müssen, dass der Leser weiß, dass uns diese Zahlen bekannt sind, kann das nur eins bedeuten; das ein Endresultat (in diesem Fall also Apples Finanzergebnis) alle Mittel heiligt. Eine durchaus interessante Aussage und vielleicht wird sie – im Grossen und Ganzen – im heutigen hemmungslosen und profanen Wirtschaftsklima mehr als willkommen geheißen. Aber nur um eine Sache klarzustellen und jeden Zweifel über unsere Position auszuräumen: auch der New England Sklavenhandel war ein unglaublich erfolgreiches Geschäft. Wie der Historiker Douglas Harper erklärt: „Sklaven, welche rund £4 - £5 (in Rum oder Eisenbarren) in Westafrika kosteten, wurden 1746 in den Westindischen Inseln für £30 bis £80 verkauft. Durch Sparsamkeit wurde in Neuengland der Rum billig produziert – eine Gallone konnte damals für etwa 5 ½ Pence produziert werden. Dieselbe Sparsamkeit entdeckte dann auch, dass Sklavenschiffe sehr viel ökonomischer waren, wenn man die menschliche Fracht wie Silberlöffel in einem Besteckkasten ‚transportierte’.“ Ja, wir haben einen Verhaltenskodex, damit OEM-Lieferanten für die Elektronikindustrie auch die Mindestanforderungen einhalten – um Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden. Und ja, der Verhaltenskodex von Apple geht über die Durchsetzung der lokalen Arbeitsgesetze hinaus und das Unternehmen setzt voraus, dass die Lieferanten "die Menschenrechte [der Arbeitnehmer] durchsetzt und diese mit Würde und Respekt behandelt" – und doch sind wir über alle Artikel entsetzt und schockiert. Darum wollen wir die Frage noch einmal direkt stellen ..."Versteht Apple wirklich wie wichtig diese Fragen für die Kundenbasis des Unternehmens und für das Image als ‚cooles, sozial verantwortliches Top-Unternehmen’ sind"? Wir sind froh, dass Apple und andere Kunden von Foxconn diese Audits durchführen. Aber was passiert, wenn ein Dienstleister wie Foxconn (sicherlich eines der am wenigsten transparenten Unternehmen auf diesem Planeten) bei einer Verletzung eben dieser Verhaltenskodexe erwischt wird? Wenn Lieferanten diese öfter verletzten? Und wenn OEM-Kunden nicht in der Lage sind das Langzeitverhalten erfolgreich zu ändern? Sollte das OEM-Unternehmen vor dem Gericht der öffentlichen Meinung zur Rechenschaft gezogen werden? Wir denken, dies geschieht bereits – in Artikeln auf allen möglichen Plattformen (auf Techie-Fan Webseiten bis hin zu Artikeln in der Washington Post und anderen nationalen Medien). Unser Fazit: wenn Apple und andere OEMs nicht den Mut haben Verträge mit Unternehmen zu beenden, die Menschenrechte nicht schützen und um dann die Produktion an Unternehmen zu vergeben, welche dies tun (selbst wenn die Preise zu steigen) – dann verdienen sie es, wenn der wertvollste Aktivposten Marke blamiert wird! Wie Warren Buffet es einmal formulierte: "Es dauert 20 Jahre, um einen Ruf aufbauen und fünf Minuten, um ihn zu ruinieren." Wir glauben nicht, dass es hier Oders, Unds und Abers gibt. Ein OEM meint es entweder ernst mit der sozialen Verantwortung des Unternehmens – oder eben nicht. ----- Autor: Charlie Barnhart; Charlie Barnhart & Associates
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