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Leiterplatten | 16 Dezember 2009

5Q/5A: Daniel Jacob beantwortet unsere Fragen

5 Fragen & 5 Antworten: Daniel Jacob, Gesch√§ftsf√ľhrer des Leiterplatten-Herstellers CML beantwortet heute unsere Fragen.


‚ÄĘ Wie gut haben Sie das Jahr 2009 und den wirtschaftlichen Abschwung verkraftet?
√úberraschend gut. Wir haben vor ca. 18 Monaten den Markt und die Entwicklung analysiert und Ma√ünahmen daraus abgeleitet mit der Kernaussage: wir wollen und m√ľssen neue Kunden gewinnen. Diese Planung haben wir dann kontinuierlich umgesetzt.

Im November 2008 hatten wir die erfolgreichste Electronica unserer Firmengeschichte und konnten somit den Umsatzr√ľckgang bei Bestandskunden hervorragend kompensieren. Ende November liegt unser Umsatz 0.5% √ľber dem Vorjahr. F√ľr das Gesamtjahr erwarten wir f√ľr die komplette CML Group ein Umsatzplus von ca. 1%.

‚ÄĘ Welche Ma√ünahmen sind notwendig, so dass die europ√§ische Leiterplatten-Industrie √ľberleben kann?
Der Produktionsstandort Europa kann in dem heutigen Spannungsfeld Kosten ‚Äď Preisanforderung Kunden nicht √ľberleben. Wenn kein Umdenken bei den Eink√§ufern einsetzt, dass es nach wie vor wichtig ist auch auf lokale Partner zur√ľckgreifen zu k√∂nnen, werden nur Modelle mit Hauptfertigung Low ‚Äď Cost ‚Äď Country √ľberleben.

Auch das Konzept der CML Group mit einer starken Steuerung und Kundenbetreuung aus Deutschland heraus steht permanent auf dem Pr√ľfstand, da die Kostenschraube jedes Jahr weiter gedreht wird. An dieser Stelle sollten Verb√§nde allen Unternehmen immer wieder bewusst machen, wie wichtig es ist Leiterplattenexperten auch in Europa zu behalten und dass es nicht immer auf den letzten Cent ankommt.

‚ÄĘ In welchen Bereichen sehen Sie die gr√∂√üten Wachstumschancen f√ľr Ihr Unternehmen?
Das ist zum einen die Automobilbranche mit den weiter steigenden Anforderungen im Bereich Technik und Qualit√§t. Es ist heute so, dass wir immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden und diese dann √ľber unser funktionierendes internes System in die Werke integrieren k√∂nnen. Diese Zeit und Nachhaltigkeit k√∂nnen die meisten Automobilzulieferer nicht aufbringen.

Zum zweiten ein breiter Kundenkreis, dem es wichtig ist eine starke lokale Betreuung in Bezug auf Technik und Entwicklung zu haben. Das ist kein einzelner Bereich, sondern geht durch alle Branchen mit verschiedenen Kunden, je nachdem wie sich ein Unternehemn ausrichtet.

‚ÄĘ Sind f√ľr 2010 Investitionen geplant?
Wir möchten in den kommenden Jahren weiter wachsen und passen unser Unternehmen entsprechend in zwei Bereichen an:

1. Implementierung der QRQC Philosophie in unserem QA Team in China und bei s.m.a.r.t. Hierf√ľr greifen wir auf externe Partner zur√ľck, um unser Personal weiter in diese Richtung zu entwickeln.

2. Erweiterungen der Kapazit√§ten in unserem eigenen Muster- und Kleinserienwerk s.m.a.r.t.: Im Januar 2010 wird eine neue Bohr- und Fr√§smaschine installiert werden, um unsere Kapazit√§t zu verdoppeln. Weiter pr√ľfen wir zur Zeit, ob wir unsere Innenlagenkapazit√§t anpassen.

‚ÄĘ Wo sehen Sie ‚Äď als europ√§ischer Leiterplatten-Hersteller ‚Äď Ihre Wettbewerber?
Wir sind kein klassischer europ√§ischer Leiterplattenlieferant, obwohl wir unseren Hauptsitz in Deutschland haben. Von hier aus betreuen wir unsere Kunden und leiten unsere Qualit√§tsinitiativen in den Produktionen unserer Partner in S√ľdchina. Aus diesem Grund werden wir schon immer mit dem chinesischen Wettbewerb verglichen, was uns Schwierigkeiten bereitet, da bei Preisverhandlungen unser gesamtes Servicepaket einfach ausgeblendet wird.

Wir gehen davon aus, dass sich dies nicht √§ndern wird, sind aber von unserem Konzept √ľberzeugt, da es letztlich eben nicht immer nur um den Preis geht, sondern in erster Line, dass die gew√ľnschte Ware zum gew√ľnschten Zeitpunkt in der ben√∂tigten Qualit√§t am richtigen Ort ist. Bei diesen Punkten sind wir, die CML Group, unseren Wettbewerbern oft einen Schritt voraus und gehen deshalb davon aus, dass wir auch in den n√§chsten Jahren weiterhin so erfolgreich sind.
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