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Elektronikproduktion | 14 November 2009

Etwa 28,000 Besucher registriert auf der Productronica

Nicht überraschend war der Rückgang auf 28.000 Besucher (2007: 40.514) angesichts der schwierigen aktuellen Lage und der Reisebeschränkungen, die es in nahezu allen Unternehmen der Branche gibt.

Vom 10. bis zum 13. November 2009 trafen sich Elektronikfertiger aus aller Welt auf der productronica 2009 in München. Trotz Wirtschaftskrise zählte die Messe 1.150 Aussteller und zusätzlich vertretene Unternehmen (2007: 1.477). Sie verzeichnete damit einen deutlich geringeren Rückgang als viele Unternehmen der Branche an Umsatzeinbrüchen. Die Ausstellungsfläche betrug 75.000 qm in sieben Hallen. 39 % der ausstellenden Unternehmen kamen aus dem Ausland. Die Internationalität blieb damit auf dem gleichen Niveau wie bei der Vorveranstaltung. Daher ist auch der Anteil der Besucher, die aus dem Ausland kommen, leicht auf 42 % (2007: 45 %) gesunken. Die Qualität der Besucher hat sich allerdings weiter erhöht. Die Zahl der Entscheider stieg von 88 % in 2007 auf 91 % in 2009. Auch der Anteil der Besucher, die in ihren Unternehmen zur ersten Führungsebene zählen, nahm von 15 % in 2007 auf 19 % in 2009 zu. Die productronica als größte Veranstaltung für die Elektronikfertigung hat damit ihre Position als Weltleitmesse der Branche bestätigt. Die meisten der Aussteller haben deshalb jetzt schon vor, bei der productronica 2011 wieder dabei zu sein. Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München, ist trotz der Rückgänge mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden: „Die productronica konnte sich der wirtschaftlichen Lage natürlich nicht entziehen. Aber die productronica hat sowohl als Messe aber auch als Seismograph von Branchenentwicklungen deutlich dazu beigetragen, dass die Branche wieder optimistischer in die Zukunft schaut. Uns wurde daher erneut signalisiert, dass die productronica für Aussteller und Besucher eine unverzichtbare Plattform ist.“ Branchenbarometer Und so nutzten viele Aussteller die Messe als Branchenbarometer, um ein Gefühl für die Marktentwicklung im nächsten Jahr zu bekommen. So auch Gerd Rademann, Gesamtvertriebsleiter, Viscom AG: „Wir erwarteten, dass die productronica ein Stimmungsbarometer für das nächste Geschäftsjahr sein wird. Diese Erwartung wurde bei weitem übertroffen.“ Damit, dass die Zahl der Besucher aufgrund von Reiserestriktionen und sonstigen Sparmaßnahmen geringer sein wird, rechneten alle Aussteller. Doch es gab Überraschungen: Stefan Techau, General Manager Western & Central Europe, DEK Printing Machines, GmbH, erläutert: „Wir hatten gemischte Gefühle und erwarteten aufgrund der Reiserestriktionen weniger Besucher und kürzere Besuche. Wir entschieden uns trotzdem zu kommen, da productronica die Leitmesse ist und es Signale gibt, wie die Marktentwicklung im nächsten Jahr sein wird. Die Qualität der Besucher war in diesem Jahr besser. In 2007 hatten wir viel Accountbetreuung, in 2009 haben wir eine hohe Zahl von Leads. Viele Mittelstandsfirmen haben Budgets.“ Mit der Qualität der  Besucher, die nach München kamen, waren auch andere Aussteller sehr zufrieden. Hans-Jürgen Bochtler, Geschäftsführer Vertrieb, Agilent Technologies, Sales & Services GmbH & Co. KG: „Wir hatten deutlich weniger Besucher. Die Anzahl der Kundenkontakte war geringer. Die Verweildauer der Kunden am Stand war höher. Die Qualität der Leads war dramatisch besser. Wir führten intensivere Gespräche zu konkreten Beschaffungsvorhaben.“ Grund für vorsichtigen Optimismus Zahlreiche Aussteller konnten auf der Messe Abschlüsse erzielen, die sie so nicht erwartet hatten. Darunter auch Bernd Schenker, Geschäftsleitung Vertrieb, Marketing & Produktmanagement, Ersa GmbH: „Wir spürten in den letzten drei bis vier Wochen, dass sich der Markt stabilisiert und ein leichter Aufschwung einsetzt. Die Nachhaltigkeit ist jedoch nicht abschätzbar. Wir machten ohne Vorlauf mit Kunden aus verschiedenen Ländern Abschlüsse.“ Besonders der Mittelstand zeigte, dass Investitionsbudgets zur Verfügung stehen und Entscheidungen getroffen werden. Doch auch die Automobilindustrie informierte sich auf der Messe. Am Stand der Viscom AG wurde deutlich, dass sich auch auf diesem Gebiet der Trend zur Röntgenfertigung verstärkt. productronica 2009: innovativ in eigener Sache Neben den Kernbereichen der productronica – Leiterplatten- und Schaltungsträgerfertigung, Fertigungstechnologien in der Kabelverarbeitung, Bestückungstechnologie, Löttechnik und Mess- und Prüftechnik – präsentierte die Messe wachstumsstarke Produkte und Technologien, die für Fortschritt und Zukunft stehen, in den Fokusbereichen Micronano-Produktion, Photovoltaik-Fertigung, Electronic Manufacturing Services (EMS) und Fertigung hybride Bauteile. Mit dem Ausstellungsangebot in den Bereichen Löttechnik, Bestückungstechnologie, Leiterplatten- und Schaltungsträger-Fertigung, Fertigungstechnologien in der Kabelverarbeitung, hybride Bauteile-Fertigung und micronano-production, waren die Besucher besonders zufrieden. Über 90 % bewerteten die Segmente mit ausgezeichnet bis gut. Eine neue Veranstaltung, die vom Start weg erfolgreich war, führte die Messe München mit dem munich electronics summit ein. Teil des Summits war der CEO Round Table mit sechs Wirtschaftsführern zum Thema “Innovations as driving force for surviving the current crisis”. Rund 150 Besucher verfolgten die Diskussion. Nach dem CEO Round Table trafen sich die CEOs von rund 40 international tätigen Firmen zu einem exklusiven Kamingespräch in privater Atmosphäre, um sich zu Ideen, Strategien und zukunftsweisenden Trends auszutauschen. Dieses Treffen der Top-Entscheider der Branche wird künftig jährlich im Rahmen von electronica und productronica durchgeführt. Unter dem Dach der productronica University präsentierte die Messe alles, was in der Elektronikfertigung Maßstäbe setzt: die Sessions des productronica Forums und des Innovationsforums behandelten Markt- und Technologiethemen der Elektronikfertigung wie etwa Micronano-Fertigung, Photovoltaikfertigung, Traceability, Technologie Roadmapping oder Organic Electronics. Ebenso gehörten dazu die neu eingeführten Hands-on-Sessions und die Sonderschau „Selbstorganisierende Organisation (SOPRO)“. Von den Besuchern wurde das Programm sehr gut bewertet. 90 % gaben die Noten ausgezeichnet bis gut. Viele Besucher informierten sich auf der Sonderschau über die Möglichkeiten der intelligenten Fabrik. Eckhard Hohwieler, Leiter Produktionsmaschinen und Anlagenmanagement, Fraunhofer Institut Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, dazu: „Wir waren überrascht, wie viele Besucher sich für die selbstorganisierende Produktion interessierten und sich eine Umsetzung in ihren Unternehmen vorstellen können. Sie machten auch Vorschläge für neue Anwendungen, etwa in der Elektronikfertigung.“ Dr. Eric Maiser, Managing Director, Fachverband Productronic im VDMA, ergänzt: “Eine denkbare Anwendung in der Elektronikfertigung ist die Waferfertigung. Wafer sind ein hochwertiges Produkt, bei dem es wichtig ist, frühzeitig zu erfahren, ob die Prozessierung funktioniert hat. SOPRO stellt somit eine wesentliche Erweiterung der Traceability dar. Durch flexible Automatisierung ermöglicht SOPRO es, Zeit und Kosten zu sparen. Zusätzlich werden mit niedrigerem Energie- und Ressourceneinsatz die Umwelt geschont.“ Auch das Zukunftsthema Organic Electronics stieß auf großes Besucherinteresse. Dr. Klaus Hecker, Managing Director, Organic Electronics Association: „Unsere Session mit dem Thema ‚Organic Electronics – Enabling Electronics Everywhere’ war mit etwa 110 Teilnehmern sehr gut besucht.  Nach den Vorträgen wurden lebhafte Diskussionen zu Materialien und Anwendungen geführt. Wir verspürten ein sehr großes Interesse an diesem Thema."
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