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Martin Kampmann genannt Diergardt Elektronikproduktion | 28 Oktober 2009

5Q & 5A: Martin Kampmann antwortet auf unsere Fragen

5 Fragen & 5 Antworten: evertiq startet mit einer neuen Artikelserie. Das heutige Q & A wurde von Martin Kampmann genannt Diergardt, CEO des EMS-Unternehmens SRI, beantwortet.

‱ Wo sehen Sie die europĂ€ische EMS-Industrie in 2-3 Jahren? Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und der Entwicklung in den nĂ€chsten Jahren, gehen wir von einer Konsolidierung des derzeitigen EMS-Dienstleisterspektrums in Deutschland aus. Dies betrifft aus unserer Sicht im Wesentlichen die eher lokal agierenden Firmen. Bei den international agierenden EMS-Konzernen, wird es interessant zu beobachten sein, ob sie ihr Engagement in Richtung mittelstĂ€ndischer Firmen in Deutschland beibehalten, oder sich doch wieder stĂ€rker auf die großen internationalen Konzerne als ihre Kunden konzentrieren. Sicherlich werden alle ihr jetziges Dienstleistungsspektrum sowie ihre ZielmĂ€rkte ĂŒberprĂŒfen und entweder verstĂ€rkt ihre Angebotspalette verbreitern oder aber stĂ€rker vertikalisieren. ‱ Welches Industriesegment hat das grĂ¶ĂŸte Wachstumspotential fĂŒr Sie als EMS-Dienstleister? Das grĂ¶ĂŸte Wachstumspotential sehen wir nach wie vor in den Gebieten regenerative Energie und Automatisierungstechnik. Wachstumspotential ist aber nur ein Aspekt fĂŒr uns. DarĂŒber hinaus beobachten wir sehr genau Firmen, die ihre Nischen gefunden haben und hier sehr erfolgreich sind, sowie junge Firmen mit innovativen Produkten, die am Beginn ihrer Erfolgsstory stehen. Wir sind gerade in unserer Situation - ein Jahr nach dem Management Buy Out - auf Grund der erforderlichen Diversifizierung darauf bedacht, Kunden in den unterschiedlichsten Segmenten zu finden und diese weltweit zu unterstĂŒtzen. Wir haben bewiesen, dass wir uns auf die vielfĂ€ltigen Anforderungen der jeweiligen Marktsegmente einstellen können und unsere StĂ€rke darin liegt, das jeweils Positive auf andere Industriesegmente zu ĂŒbertragen. ‱ In welchen Bereichen spĂŒrt Ihr Unternehmen den grĂ¶ĂŸten Wettbewerb? In allen, was nicht weiter verwundert. Hier hilft uns allerdings zum einen die Symbiose unserer drei GeschĂ€ftsfelder (Manufacturing & Sourcing, Engineering & Services und Consulting & Training), um uns intern zĂŒgig weiter zu entwickeln, als auch sehr schnell Einblicke in die unterschiedlichsten Marktsegmente und somit VerstĂ€ndnis fĂŒr die verschiedensten BedĂŒrfnisse zu bekommen. Zum anderen profitieren wir von unserer Historie als mittelstĂ€ndische GmbH in einem Konzern. Das heißt, wir kennen beide Welten. Wir gehen die Geschwindigkeit des Mittelstandes und beherrschen die KomplexitĂ€t und die Mechanismen der Konzerne. ‱ Ist eine Entwicklung zum ODM-Unternehmen der Weg nach vorn? Unsere Strategie ist es - basierend auf unseren Erfahrungen und FĂ€higkeiten - in den drei genannten GeschĂ€ftsfeldern und dem Wirken in den unterschiedlichsten Industriesegmenten, Produkte fĂŒr unsere Kunden zu entwickeln, die die verschiedenen Segmente nĂ€her zusammen bringen: wie zum Beispiel die mobile DatenĂŒbertragung in der Medizintechnik. Wir wollen so unseren Kunden einen Mehrwert fĂŒr ihr GeschĂ€ft bieten und parallel unser GeschĂ€ft weiter entwickeln. ‱ Wie wĂŒrden Sie die Beziehung von EMS-Dienstleister und OEM-Kunde definieren? Hier stört mich eigentlich der Begriff des Dienstleisters. Er wird der Beziehung, die wir mit unseren Kunden anstreben nicht gerecht. Wir wollen nicht nur einen Dienst fĂŒr unsere Kunden leisten. Wir wollen unser beider StĂ€rken nutzen, um die GeschĂ€fte auf beiden Seiten erfolgreich zu entwickeln. Jeder soll und muss seinen Teil leisten, aber in einer Partnerschaft, die beiden nutzt. FĂŒr eine langfristig erfolgreiche Partnerschaft reicht es meiner Meinung nach eben nicht aus, einem Kunden bei einem Kosten- oder FlexibilitĂ€tsproblem zu helfen. Das ist mir eindeutig zu kurz gegriffen.
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