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Leiterplatten | 14 September 2009

RUWEL hat es geschafft

Investor BlueBay ĂŒbermittelte nach erneuten Beratungen das definitive „Go“ fĂŒr die neue „RUWEL International GmbH“. Das Unternehmen startet mit einer Auftragsreichweite bis Ende Februar. Alle notwendigen VertragsmodalitĂ€ten sollen jetzt bis kommenden Freitag umgesetzt werden.
Im Sog der Finanz- und Automobilkrise brachen dem Leiterplattenhersteller die AuftrĂ€ge weg und Ruwel musste Anfang Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg wurde bestellt und fĂŒhrte das Unternehmen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens seit dem 01. Mai in Eigenregie weiter. Allerdings mit einer an die Auftragslage angepassten Belegschaft von 220 Mitarbeitern, 180 BeschĂ€ftigte mussten entlassen und freigestellt werden. In den Folgemonaten konnte das Unternehmen sogar einen neuen Großkunden fĂŒr sich gewinnen und andere maßgebliche BedarfstrĂ€ger platzierten ZusatzauftrĂ€ge zur StĂŒtzung ihres strategischen Lieferantenpartners. Ende Juli konnte fĂŒr das Werk Pfullingen mit dem frĂŒheren RUWEL-EigentĂŒmer Bernd Zevens eine Zukunftslösung gefunden werden. BlueBay verfĂŒgt ĂŒber ein weltweites Netzwerk und zeigte sich bereit, zusammen mit einem asiatischen Partner, in einem neuen Unternehmen „RUWEL International GmbH“ als kĂŒnftiger Mehrheitsgesellschafter die Verantwortung fĂŒr ca. 220 ArbeitsplĂ€tze in Geldern zu ĂŒbernehmen. Dies war letztlich jedoch von der ErfĂŒllung einiger Bedingungen abhĂ€ngig. Um die notwendige Rechtssicherheit in Bezug auf die Anzahl und Ausgestaltung kĂŒnftiger ArbeitsverhĂ€ltnisse zu erhalten, forderten die Interessenten die vorherige KlĂ€rung der etwa 200 anhĂ€ngigen KĂŒndigungsschutzklagen und stellten dazu einen Etat fĂŒr Abfindungszahlungen bereit, da es derzeit keine ausreichende Arbeit fĂŒr 420 Mitarbeiter am Standort Geldern mehr gibt. Schließlich war das wirtschaftliche Risiko von etwa 180 verbliebenen KĂŒndigungsschutzklagen Ende August fĂŒr die Investoren jedoch zu groß und sie verwarfen Ende August ihren Plan, bei RUWEL einzusteigen. GlĂ€ubigerversammlung und Gericht beschlossen die Schließung und Restabwicklung des Unternehmens. Der grĂ¶ĂŸten Teil der Klagenden hat daraufhin die KĂŒndigungsschutzklagen zurĂŒckgezogen. Nach Verhandlungen wurde schließlich der Durchbruch und ein Kompromiss gefunden, der auch fĂŒr die zustĂ€ndige IG Metall akzeptabel und mit tragbar war. Mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat wurde unter FĂŒhrung des BevollmĂ€chtigten Peter Behr ein eigener Haustarifvertrag fĂŒr RUWEL ausgehandelt, der unter anderem das bereits im vergangenen Jahr vereinbarte Entgeltniveau auch kĂŒnftig absichert, sowie kĂŒnftige EinkommenszuwĂ€chse und PrĂ€mien basierend auf dem Unternehmenserfolg. Ferner bleiben den Mitarbeitern die aus der bisherigen TĂ€tigkeit bei RUWEL erworbene AnsprĂŒche, wie KĂŒndigungsfristen, Betriebszugehörigkeitsjahre etc., erhalten. In einer Betriebsvereinbarung wurde festgelegt, dass die geplanten Personalaufstockungen in absehbarer Zukunft bei entsprechender Qualifikation bevorrechtigt aus der Gruppe der freigestellten Mitarbeiter erfolgen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden dabei zusĂ€tzlich Kriterien der Sozialauswahl zugrunde gelegt. Investor BlueBay ĂŒbermittelte nach erneuten Beratungen am Wochenende dann am heutigen Montag (2009-09-14) das definitive „Go“ fĂŒr die neue „RUWEL International GmbH“. Das Unternehmen startet mit einer Auftragsreichweite bis Ende Februar in seine Zukunft. Alle notwendigen VertragsmodalitĂ€ten sollen jetzt bis kommenden Freitag umgesetzt werden. Dann wird sich auch der asiatische Co-Investor der Öffentlichkeit vorstellen.
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