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Leiterplatten | 21 August 2009

Ruwel Geldern: Erst 9% der Abfindungsangebote angenommen

Quasi auf der Zielgeraden droht die Rettung des Standorts Geldern der insolventen RUWEL GmbH jetzt zu scheitern. Anfang dieser Woche hatte der bereitstehende Finanzinvestor BlueBay nach seiner zunĂ€chst ĂŒbermittelten AbsichtserklĂ€rung auch entsprechende KaufvertrĂ€ge mit Insolvenzverwalter Horst Piepenburg notariell unterzeichnet.
Mit im GepĂ€ck: Ein asiatischer Co-Investor, der es RUWEL ermöglichen wĂŒrde, die Rolle eines echten „global Players“ fĂŒr dieses Marktsegment zu ĂŒbernehmen. Doch es gab Vorbedingungen der investitionswilligen KĂ€ufer: Gegen einen Kaufpreis und einen fixen Etat fĂŒr Abfindungen sollte das Unternehmen frei von allen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen aus der Vergangenheit verĂ€ußert werden. Genau daran scheint der Ausweg aus der Insolvenz jetzt zu scheitern. „Wir haben allen rund 220 derzeit noch beschĂ€ftigten Mitarbeitern am Standort Geldern bereits neue ArbeitsvertrĂ€ge ausgehĂ€ndigt. Allen freigestellten Mitarbeitern haben wir Abfindungen angeboten, die sogar ĂŒber den SĂ€tzen des ausgehandelten Sozialplans liegen, fĂŒr den aus RUWEL-eigenen Mitteln gar nichts hĂ€tte fließen können“, so Insolvenzverwalter Horst Piepenburg. „Wir hatten um Unterzeichnung und Annahme aller Angebote bis Ende dieser Woche gebeten, doch der RĂŒcklauf bisher ist erschreckend“, zeigt sich der Jurist enttĂ€uscht. Sollte der Kaufvertrag scheitern, verlieren alle verbliebenen Mitarbeiter in Geldern ebenfalls ihren Arbeitsplatz und Abfindungen an freigestellte BeschĂ€ftigte wĂŒrde es aus der RUWEL-Kasse nicht geben können. Alle gingen also völlig leer aus. „Ich habe mein Möglichstes getan, um fĂŒr alle das Beste herauszuholen. Wenn diese Einigung jetzt platzt, geht der Standort Geldern endgĂŒltig den Bach runter. Das wĂ€re absolut tragisch, nachdem ich die Rettung mit HĂ€nden greifen kann“, zeigt sich der Jurist ernĂŒchtert. „Ich kann den freigestellten Mitarbeitern eine fixe Abfindung anbieten, ihnen jedoch nicht ihren alten Arbeitsplatz wiedergeben. Das steht unumstĂ¶ĂŸlich fest. Ich stehe immer zu meinem Wort und werde mich nicht unglaubwĂŒrdig machen“, lĂ€sst Insolvenzverwalter Piepenburg keinen Zweifel an der Konsequenz seines Handelns. Die nĂ€chsten Tage werden ĂŒber das Schicksal des traditionsreichsten Leiterplattenherstellers Europas entscheiden.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-2