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Elektronikproduktion | 23 Juni 2009

HTI: mit präzisem Restrukturierungsplan

HTI High Tech Industries präzisiert den mit neuen Finanzierungspartnern eingeschlagenen Restrukturierungskurs. Demnach plant HTI noch 2009 den operativen Turn Around bei allen Tochtergesellschaften zu erreichen, ab 2010 ist ein positives Vorsteuerergebnis basierend auf den derzeitigen Marktszenarien im Konzern realistisch.
Ermöglicht wird dies durch eine Fortsetzung des bereits 2008 eingeleiteten Restrukturierungskurses der HTI. Er sieht im Kern eine Konzentration der Standorte, einen Mitarbeiterabbau von rund 2.000 im September 2008 auf geplant rund 1.100 im Dezember 2009 sowie eine Stärkung der Partnerschaft mit der Automobilindustrie und eine technologische Ausrichtung auf Leichtbau, Engineering und Energietechnik vor. „Mit der Anfang Juni getroffenen Vereinbarung mit unseren neuen Finanzpartnern und mit den HTI-Kernaktionären haben wir eine entsprechende Basis für die Fortsetzung der Neuausrichtung der HTI in Richtung eines wachstumsorientierten Technologiekonzerns“, fasst HTI-Vorstandsvorsitzender Peter Glatzmeier den aktuellen Status zusammen. Die als Folge der Wirtschaftskrise notwendig gewordene Anpassung der Strukturen an Umsätze von €200 Mio. statt €300 Mio. könne nun zügig durchgezogen werden und wird Ende 2009 abgeschlossen sein. Bereits erfolgt sind Maßnahmen wie die Konzentration der Automotive-Produktion an den Standorten Vráble (Slowakei) und Fohnsdorf/Steiermark, die Standortkonzentration bei Gruber & Kaja (Metallverarbeitung), die Kürzung von Überkapazitäten im Bereich Extrusion und die Einführung von Kurzarbeit in unterausgelasteten Werken. Weitere operative Maßnahmen betreffen unter anderem die Reduktion des Umlaufvermögens, eine Optimierung der Produktpalette, verstärkte Vertriebsaktivitäten und generell weitere Kosteneinsparungen in allen Bereichen. Durch die Abschichtung eines Teiles finanzierender Banken erfolgt eine Reduktion der Verschuldung um €35 Mio. auf insgesamt rund €134 Mio. Die Bilanzsanierung erfolgt unter anderem auch durch Umwandlung eines von den drei HTI-Kernaktionären (die Familien Glatzmeier, Helletzgruber und Kretz) gewährten €9 Mio. Darlehens im Zuge der geplanten Kapitalerhöhung in Eigenkapital. Insgesamt verbessert sich die Eigenkapitalquote von zuletzt rund 5,5% auf knapp 20% der Bilanzsumme. Des weiteren plant die HTI AG noch 2009 eine weitere Eigenkapitalstärkung durch Ausgabe junger Aktien. Zum allgemeinen Marktumfeld sagte Glatzmeier, dass sich nach dem schweren Einbruch im Bereich KFZ-Zulieferungen im Vorjahr nun eine erste Bodenbildung auf niedrigem Niveau ab 2010/11 in Europa abzeichnet. HTI wird nach dem „shake out“ in der KFZ-Zulieferindustrie im Vorjahr und im 1. Halbjahr 2009 zu den Überlebenden zählen und hat auf Basis des hohen technologischen Know-hows auch gute Chancen, Aufträge von insolventen Unternehmen übernehmen zu können. Zudem ermöglichte die finanzielle Absicherung der Gruppe nunmehr notwendige Investitionen für attraktive Aufträge deutscher Premium-KFZ-Marken. BBG Baugeräte (Maschinenbau) sollte von der anspringenden Baukonjunktur durch vermehrte Infrastrukturinvestitionen ebenso profitieren wie von der geplanten Erschließung neuer Märkte. Bei Hitzinger (Energietechnik) sind bereits umfangreiche Kostenprojekte in Umsetzung, Wachstumspotenziale bestehen hier vor allem bei der unterbrechungsfreien Stromversorgung (Notstromaggregate) und der Lieferung von Generatoren für Wasserkraftwerke. Das künftige Wachstumspotenzial sieht Glatzmeier vor allem im Leichtbau, in der Entwicklung von neuen Verbundwerkstoffen und in der Energietechnik. In diesen Segmenten ist HTI auch offen für Fertigungs- und Entwicklungskooperation mit anderen Unternehmen. Der Konzernabschluss 2008 ist als Restrukturierungsbilanz zu sehen. Aufgrund der derzeit in Umsetzung befindlichen Abschichtung einiger Banken sind die Abschlussprüfungen bei einzelnen Konzerngesellschaften und damit für den Konzern noch nicht endgültig abgeschlossen. Der Umsatzanstieg von €151,6 Mio. auf €214,3 Mio. war einerseits auf die Akquisitionen von HTP Skinline, Theysohn, Technoplast und Hitzinger zurück zu führen, andererseits standen dem ab dem Q3/2008 teils massive Umsatzrückgänge im KFZ-Zuliefergeschäft (HTP, Gruber & Kaja) gegenüber. Das operative Ergebnis (EBITDA) beläuft sich auf voraussichtlich minus €9,6 Mio. (nach plus €17,7 Mio.). Unter Berücksichtigung von restrukturierungs- und krisenbedingten Einmaleffekten beläuft sich das Konzernergebnis auf vorläufig minus €39,9 Mio (nach plus €2,8 Mio.). Die Konzernbilanz weist ein vorläufiges Eigenkapital von €12,7 Mio. (nach €46,2 Mio.) aus. Die Bilanzsumme ist akquisitionsbedingt von €193,2 Mio auf voraussichtlich €301,2 Mio gestiegen. Dieses Bilanzbild ist allerdings heute bereits überholt, die Halbjahresbilanz wird als Folge des Finanzierungspaketes eine deutlich verbesserte Struktur aufweisen, betonte Peter Glatzmeier.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-1