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Elektronikproduktion | 19 Juni 2009

Weltautomobilmarkt weiterhin schwach

Der weltweite Pkw-Absatz zeigte im Mai ein unterschiedliches Bild: WĂ€hrend der chinesische Markt um mehr als die HĂ€lfte zulegen konnte, brach der US-Markt um ĂŒber ein Drittel ein.
Der westeuropĂ€ische Markt (minus 3% auf 1,2 Mio. Pkw) wird offensichtlich positiv ĂŒberzeichnet durch die Auswirkungen der staatlichen Incentives in Deutschland (plus 40%) und Frankreich (plus 12%). Außerhalb dieser beiden LĂ€nder lagen die Neuzulassungen in Westeuropa um 22% unter dem Vorjahresniveau. Staatliche Maßnahmen stĂŒtzen viele MĂ€rkte Die MĂ€rkte der neuen EU-LĂ€nder bleiben - von wenigen Ausnahmen abgesehen - mit minus 26% weiter schwach. Die weltweite Absatzkrise der Automobilindustrie ist damit noch nicht beendet, allerdings gibt es erste Anzeichen dafĂŒr, dass die Talfahrt gebremst wird. In Europa insgesamt lagen die Neuzulassungen mit knapp 1,3 Mio. Fahrzeugen 5% unter dem Wert des Vorjahresmonats, im bisherigen Jahresverlauf betrĂ€gt das Minus allerdings noch 14%. Saisonbereinigt ergibt sich fĂŒr den westeuropĂ€ischen Markt gegenĂŒber dem Vormonat ein Zuwachs von 2%. Die stĂ€rksten NachfragerĂŒckgĂ€nge in Westeuropa gab es in Spanien (minus 39%) und Großbritannien (minus 25%), wo erst vor wenigen Wochen Maßnahmen zur Steigerung der Pkw-Nachfrage beschlossen wurden, die sich noch nicht in den Absatzzahlen widerspiegeln. In Italien lagen die Neuzulassungszahlen im Mai um knapp 9% unter dem Vorjahreswert. In den neuen EU-LĂ€ndern gingen die Neuzulassungen im Mai um fast ein Viertel zurĂŒck. Vor allem in RumĂ€nien (minus 53%) und Ungarn (minus 66%) war die Nachfrage deutlich eingebrochen, dagegen konnte die Tschechische Republik ein Plus von fast 21% im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Auch in der Slowakei kletterte der Pkw-Absatz um 44% nach oben. In Polen hingegen ist die Nachfrage - nach positiven Wachstumsraten der letzten Monate - im Mai erstmals mit minus 3% wieder leicht rĂŒcklĂ€ufig. Der Weltmarkt bleibt schwach In Russland fĂŒhrte die anhaltende schwierige gesamtwirtschaftliche Lage zu weiteren NachfragerĂŒckgĂ€ngen. Der russische Automobilmarkt verbuchte im letzten Monat einen Absturz der Zulassungszahlen in Höhe von gut 57% auf ca. 119.400 Fahrzeuge. Bremsend auf die Nachfrage wirken hier vor allem die weiterhin sehr hohen Kreditzinsen fĂŒr den Neuwagenkauf. Eine deutliche Ausweitung der staatlich geförderten Kreditvergabe fĂŒr NeuwagenkĂ€ufe - von derzeit 350.000 auf 600.000 Rubel (ca. 13.800 Euro) -, wie von Seiten des russischen Automobilverbandes gefordert, könnte hier Entlastung bringen. Der US-Markt hat im bisherigen Jahresverlauf um 37% nachgegeben. Im Mai ging der Absatz von Light Vehicles um fast 34% auf 923.300 Einheiten zurĂŒck. Die deutschen Marken konnten im bisherigen Jahresverlauf ihren Marktanteil um gut einen Prozentpunkt auf 7,3% ausbauen; im Light-Truck-Bereich konnten sie ihre VerkĂ€ufe sogar um 2% steigern. Derzeit prĂŒft die US-Regierung die EinfĂŒhrung einer VerschrottungsprĂ€mie ("Cash for Clunkers"), deren Höhe an die Differenz des Kraftstoffverbrauchs des Altfahrzeugs gegenĂŒber dem jeweiligen Neuwagen gebunden ist. Eine Belebung der Nachfrage ist damit zu erwarten. Nachdem das US-ReprĂ€sentantenhaus bereits zugestimmt hat, fehlt noch das Votum des US-Senats fĂŒr das rund 4 Mrd. Dollar schwere Paket. Der VDA hat bereits darauf hingewiesen, dass mit der Maßnahme keinerlei protektionistische AnsĂ€tze verknĂŒpft werden dĂŒrften. So sollte die PrĂ€mie - Ă€hnlich wie in Deutschland - auch fĂŒr importierte Fahrzeuge keine offenen oder versteckten Barrieren und keine Preisobergrenze fĂŒr Neufahrzeuge enthalten, wie das derzeit allerdings der Fall ist, da davon insbesondere deutsche Premiummodelle benachteiligt wĂŒrden. Der brasilianische Markt konnte in den letzten Monaten ebenfalls von der EinfĂŒhrung einer AbwrackprĂ€mie profitieren. Die Neuzulassungen im Mai legten um mehr als 3% auf fast 237.400 Pkw zu. Damit ergibt sich im bisherigen Jahresverlauf ein leichter Zuwachs (knapp 1%) auf gut 1,1 Mio. Light Vehicles. Weiterhin schwach bleibt dagegen der japanische Markt mit einem RĂŒckgang im Mai um 17% auf 244.600 Pkw. Im bisherigen Jahresverlauf sind die VerkĂ€ufe um gut ein FĂŒnftel (minus 22%) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurĂŒckgegangen. In Indien lagen die VerkĂ€ufe im Mai mit 140.800 Pkw (minus 1%) nur leicht unter dem Vorjahreswert. Seit Beginn des Jahres konnten die Zulassungen um fast 2% gegenĂŒber der entsprechenden Vorjahresperiode gesteigert werden. China wĂ€chst krĂ€ftig China ĂŒberraschte im Mai mit einem deutlichen Plus an Pkw-Neuzulassungen. Bedingt durch das staatliche Konjunkturprogramm sowie eine drastische Senkung der Verkaufssteuer fĂŒr Pkw mit weniger als 1,6 Liter Hubraum wurden in der Volksrepublik im vergangenen Monat mit 728.300 Pkw fast 55% mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft. Die positive Nachfrageentwicklung im letzten Monat hat zu einem Anstieg von 18% auf fast 3 Mio. verkaufte Pkw seit Jahresbeginn gefĂŒhrt.
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