Anzeige
Anzeige
Elektronikproduktion | 29 April 2009

Können Vertragshersteller die Stolpersteine beim Handy-Outsourcing vermeiden?

Teil 2 von 2: Die aktuelle Konjunkturschw√§che hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Wertsch√∂pfungskette innerhalb der Elektronik-Industrie - von den Halbleiter-Herstellern, √ľber die Software-Lieferanten, OEMs bis hin zu den Vertragsherstellern. Wenn es aber um die Auftragsfertigung im Handy-Segment geht, dann hat der Abschwung einige Stolpersteile aufgedeckt, welche den EMS- und ODM-Unternehmen zu schaffen machen.
Jeffrey Wu, Senior Analyst f√ľr EMS & ODM bei iSuppli, sprach √ľber einige dieser Probleme und ob es dem EMS-Unternehmen m√∂glich ist diese in Zukunft zu vermeiden. iSuppli: Sie erw√§hnen in Ihrem Whitepaper The Fatal Pitfalls in Wireless Handset Outsourcing, dass es sieben Szenarien gibt, auf die Unternehmen besonders genau achten m√ľssen. Sind einige schwerwiegender als andere? Jeffrey Wu: "Werfen wir einen Blick auf das vertikale Integration-Modell, in dem z.B. Foxconn Pionierarbeit geleistet hat und an dem sich viele in der Branche ausrichten. Wenn es der Wirtschaft gut geht und die Nachfrage stark ist, wird dieses Modell ‚Äď konsequent betrieben ‚Äď dem EMS-Dienstleister helfen zu wachsen. Die Gr√∂√üenvorteile k√∂nnen genutzt werden und das EMS-Gesch√§ft und das Komponenten-Gesch√§ft k√∂nnen sich gegenseitig st√ľtzen. Wenn das Auftragsvolumen f√§llt, ist dieses Modell beim EMS-Gesch√§ft nicht besonders flexibel und verhindert, dass man leicht auf externe Zulieferer zugreifen kann. Es behindert z.B. das Komponentengesch√§ft von Foxconn auf neue Kunden zu zugehen und neue Auftr√§ge zu gewinnen; da das Unternehmen vertikal ausgerichtet ist. Die vertikale Integration ist wie ein zweischneidiges Schwert; es hilft dem EMS-Dienstleister in einem Wachstumsmarkt besser zu konkurrieren - wenn die Wirtschaft stagniert, dann leidet auch der EMS-Dienstleister. iSuppli: Gibt es eine M√∂glichkeit, dass Foxconn sich aus diesem Schlamassel ziehen kann? Jeffrey Wu: Der Mangel an Flexibilit√§t in diesem Fall bedeutet, dass Foxconns EMS-Gesch√§ft nicht aus diesem Modell ausbrechen kann, wenn diese Struktur einmal angenommen wurde. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass Foxconn beabsichtigt dem vertikalen Integrations-Modell abzuschw√∂ren. Das Wachstumspotenzial ist nach wie vor gro√ü, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. Im Moment versucht Foxconn seine internen Kostenstrukturen zu optimieren, indem Personal entlassen wird, Produktionslinien heruntergefahren werden, Fabriken geschlossen werden und Produktionsstandorte weiter nach China hinein verlagert werden (da dort die Produktionskosten vielleicht noch niedriger sein k√∂nnten). Foxconn versucht immer noch, sich intern neu zu strukturieren ‚Äď durch eine Verringerung der Gemeinkosten, die Verk√ľrzung von Leerlaufzeiten an den Produktionslinien ‚Äď alles unter Beibehaltung des vertikalen Integrations-Modells. iSuppli: Also glauben Sie, dass Vertragshersteller diese Art von Gesch√§ftsmodell in Zukunft vermeiden sollten? Jeffrey Wu: "Es ist nicht einfach, dieses Gesch√§ftsmodell √ľberhaupt zu reproduzieren. Auch wenn EMS-Dienstleister dies tun, dann ist der Mangel an Flexibilit√§t ein Fluch im gegenw√§rtigen Wirtschaftsklima. Sollten sie deshalb das vertikale Integrations-Modell vermeiden? Ich w√ľrde sagen definitiv, zumindest im Moment. Steigen Sie nicht auf dieses Modell um ‚Äď au√üer, die k√∂nnen es besser als Foxconn. iSuppli: Sind wir jetzt in eine Phase innerhalb der EMS-Industrie, wenn sich neue Gesch√§ftsmodelle f√ľr das Handy-Segment entwickeln? Jeffrey Wu: "Ich bin nicht sicher, ob sich ein neues Modell in K√ľrze entwickeln wird. Aber es gibt einige konkurrierende Modelle, welche von verschiedenen EMS-Dienstleistern genutzt werden. Einst dachten EMS-Dienstleister, dass das vertikale Integrations-Modell der Weg in die Zukunft ist. Das ist jedoch im Moment nicht der Fall. de jetzt. Eine Reihe von Unternehmen dachten daran das Modell zu √ľbernehmen und sind jetzt sehr gl√ľcklich dar√ľber es nicht getan zu haben. Elcoteq w√§re ein solches Unternehmen. Es ist ein Gedanke, dass EMS-Dienstleister wieder zu den Urspr√ľngen zur√ľckgehen und sich auf das besinnen, was sie am Besten k√∂nnen. Auf diese Weise kann ein EMS-Dienstleister die gr√∂√ütm√∂glichste Flexibilit√§t in den Bereichen Beschaffung und Einkauf gewinnen und durch gute und schlechte Zeiten segeln. iSuppli: Angesichts dieser Probleme und der Tatsache, dass einige f√ľhrende Handy OEMs das Outsourcing eingestellt haben, sollten sich die betroffenen EMS-Dienstleister neue Marktsegmente erforschen? Jeffrey Wu: Einige Vertragshersteller versuchen eine Diversifizierung zu erreichen und dies auch aggressiv vorantreiben. Obwohl der Handy-Markt in diesem Jahr gebeutelt wird, bleibt der Markt ‚Äď in den Wachstumsbereichen ‚Äď gro√ü und auch lukrativ und Chancen bleiben bestehen. EMS-Dienstleister werden den Markt nicht einfach aufgeben und neue M√§rkte suchen. Einige werden nach bestimmten Marktsegmenten (wie Smart Phones) suchen, wo sie neue und zus√§tzliche Vertr√§ge an Land ziehen k√∂nnen. Z.B., sowohl Apples iPhone as auch RIMs BlackBerry haben f√ľr anhaltendes Wachstum bei den entsprechenden EMS-Dienstleistern gesorgt. Autor: iSuppli
Anzeige
Anzeige
Weitere Nachrichten
2019.02.15 09:57 V12.1.1-1