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Elektronikproduktion | 26 Januar 2009

iSuppli Fast Facts: zur Qimonda Insolvenz

Der Marktforscher iSuppli hat die folgenden Fakten zum Insolvenzantrag des deutschen Chipherstellers Qimonda herausgegeben:


• Qimonda hielt im 3Q/2008 9,7% des weltweiten DRAM Umsatzes (in Bezug auf den Vertrieb seiner eigenen Marken). Die eigene Produktion beläuft sich gegenwärtig jedoch nur auf 5% des weltweiten DRAM-Marktes, da Produktionspartner – wie etwa Inotera und Winbond – für Qimonda DRAM-Produkte produzieren.

• "Die primären Faktoren, welche Qimonda in die Insolvenz getrieben haben, sind die weltweit schwachen makroökonomischen Bedingungen und der erschreckende Zustand des DRAM-Marktes", erklärte Nam Hyung Kim, Direktor und Chief Analyst im Bereich Memory für iSuppli. "Seit 2007 haben die DRAM-Hersteller Millarden in den Ausbau von Kapazitäten investiert – ich noch während sich die Nachfrage abschwächte. Die führte zu einem Überangebot, fallenden Preisen und einem massiven Markeinbruch, was alle Hersteller negative beeinflusste.“ Die weltweiten per-bit DRAM Preise fielen 2007 um 51% und 2008 um 53%, verglichen mit einem jährlichen Durchschnitt von 30%.

• "Der weltweite Umsatz bei DRAM fiel 2008 um 19,8% auf $25,2 Milliarden, gegenüber den $31,5 Milliarden aus dem Jahr 2007, schätzt iSuppli nach ersten Analysen,“ sagt Nam Hyung Kim. "Dies ist wein weiteres Jahr mit einem Rückgang – nach 7% im Jahr 2007. Der schwierige DRAM-Markt wird voraussichtlich auch 2009 einen Rückgang von rund 4,3% DRAM-Markt sehen. Die beigefügte Abbildung zeigt Schätzungen und Prognosen von iSuppli zu den jährlichen Einnahmen des weltweiten DRAM-Marktes.

• "Die sekundären Faktor für die Qimonda Insolvenz ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren die Führungsposition in der DRAM-Technologie aufrecht erhalten konnte, eine wesentliche Voraussetzung, um in diesem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Nam Hyung Kim. "Im Hinblick auf den Prozess, hat Qimondas DRAM-Trench-Technologie Anfang des letzten Jahres (2008) innerhalb der Fertigung das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Seine neue Buried-Wordline Techologie ist noch nicht hochgefahren, so dass man hinter den Konkurrenten zurückgeblieben ist. In Bezug auf Kapazitäten; Qimonda unterhält viel kleiner Anlagen als die wichtigsten Konkurrenten, was wiederum zu einer inakzeptabel hohen Kostenstruktur innerhalb dieser halsabschneiderischen DRAM-Markts geführt hat."

• "Der entscheidende Faktor hinter der Qimonda Insolvenz ist jedoch die Cash-Burn-Rate", erklärte Nam Hyung Kim. "Das Unternehmen hatte Ende Juni 2008 rund €630 Millionen in bar. Das ist weit mehr als z.B. die taiwanesischen DRAM-Hersteller und war ungefähr auf der gleichen Höhe wie die engsten Wettbewerber Hynix und Elpida zum gleichen Zeitpunkt. Auf Grund der schlechteren Kostenstruktur, war Qimonda's Cash-Burn-Rate in den letzten sechs Monaten sehr viel höher als die ihrer Wettbewerber. Das Unternehmen seine Quartalsergebnis für das 3Q/2008 bekannt gegeben. Aus diesem Grund geht man in der Industrie davon aus, dass das Unternehmen hohe Verluste und eine hohe Cash-Burn-Rate zu verzeichnen hat."

• "Die Insolvenz von Qimonda wird kaum unmittelbare Auswirkungen auf das aktuelle Überangebot auf dem DRAM-Markt haben, da das Unternehmen nur einen sehr kleinen Prozentsatz der weltweiten Produktion vertritt", erklärte Nam Hyung Kim."

• Mit Blick auf bestimmte DRAM-Segmente – werden die Grafik- und Server-Märkten durch die Insolvenz am meisten betroffen sein. Auf Qimonda entfielen im 3Q/2008 rund 26% des weltweiten Umsatzes von Grafik-DRAMs, welche in Video-Subsysteme in Computer- und Unterhaltungselektronik verwendet werden. Das Unternehmen kontrolliert zudem zwischen 15% und 20% des weltweiten Marktes für Server-DRAM. Im PC-Bereich war Qimonda mit weniger als 10% vertreten. Daher werden die Auswirkungen der Insolvenz vor allem in den beiden erstgenannten Bereichen zu verzeichnen sein.

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