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Allgemein | 17 April 2008

ZVEI: Elektroindustrie für die Zukunft gerüstet

In der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie stehen die Zeichen weiter auf grün. So war 2007 für die Branche das vierte Wachstumsjahr in Folge.

Auch 2008 wird sich dieser Trend weiter fortsetzen, die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Ein Zeichen dafür, dass der Schwung aus 2007 in das laufende Jahr hinein reicht. Für 2008 rechnet der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronik-industrie mit einem Umsatzplus von rund vier Prozent in der deutschen Elektrobranche – nach zwei Prozent im Jahr 2007. Damit hält der Verband an seiner bisherigen Prognose fest. Wachstumstreiber ist dabei mehr und mehr die Inlandsnachfrage. „Die deutsche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zeigt sich stärker und selbstbewusster denn je. Wir blicken auf vier erfolgreiche Jahre zurück und auch 2008 werden wir an diesen Erfolg anknüpfen“, so ZVEI-Präsident Friedhelm Loh. Der Gesamtumsatz der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist 2007 um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 183 Milliarden Euro gestiegen. „Damit haben wir ein neues Allzeithoch erreicht“, ist Loh stolz. Ohne den Bereich der Kommunikationstechnik, der im vergangenen Jahr durch eine Reihe von strukturellen Sondereffekten sowie durch starke Preisrückgänge geprägt war, ist der Branchenumsatz sogar um sechs Prozent gewachsen. Erstmals seit 2000 hat der Inlandsumsatz wieder stärker zugenommen als der Auslandsumsatz. Diese Entwicklung ist vor allem auf die rege Nachfrage nach Investitionsgütern in Deutschland zurückzuführen. In den Bereichen Automation und Energietechnik stieg der Umsatz insgesamt um elf beziehungsweise zwölf Prozent gegenüber dem schon guten Vorjahr. Eine positive Entwicklung hat der ZVEI auch in der Medizintechnik zu vermelden. Hier erhöhte sich der Umsatz 2007 um sieben Prozent. Exporte legen real zu 2007 sind die deutschen Elektro-Exporte um ein Prozent auf knapp 150 Milliarden Euro gestiegen. Bei gleichzeitigem Rückgang der Ausfuhrpreise um vier Prozent entspricht dies einem realen Zuwachs von fünf Prozent. Regionale Wachstumstreiber waren dabei insbesondere die zwölf EU-Beitrittsländer (plus acht Prozent), China (plus 13 Prozent) und Indien (plus 16 Prozent). Die Importe sind dagegen im vergangenen Jahr um fast drei Prozent gefallen. Bei einem Rückgang der Einfuhrpreise um acht Prozent ergibt sich aber ein realer Zuwachs von rund fünf Prozent. Fachkräftemangel stellt Engpassfaktor dar Der Schwung ist auch am Arbeitsmarkt angekommen. Nach einer positiv stimmenden Beschäftigungsbilanz im vergangenen Jahr geht der ZVEI 2008 ebenfalls von einem leichten Beschäftigungsaufbau aus. „Allerdings stellt der Fachkräftemangel – insbesondere bei Ingenieuren – weiterhin einen Engpassfaktor dar, der das Produktionspotenzial unserer Branche beeinträchtigt“, gibt Loh zu bedenken. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie hat sich seit Anfang 2007 um 18.000 auf 821.000 zum Jahresende erhöht. Dies entspricht einem Plus von 2,2 Prozent. Der Bereich Automation hat dabei mit 15.000 Stellen stark zum Beschäftigungswachstum in der Branche beigetragen. 2008 wird fünftes Wachstumsjahr in Folge Nach vier Jahren Wachstum für die deutsche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie rechnet Loh für 2008 mit dem fünften Wachstumsjahr in Folge: „Wir steuern zielstrebig auf das fünfte Rekordjahr zu.“ Konkret prognostiziert der ZVEI für das laufende Jahr ein Umsatzplus von rund vier Prozent. Vor allem die Inlandsnachfrage zieht kräftig an. Das belegen auch die gut gefüllten Auftragsbücher: So haben die Auftragseingänge in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zwischen Dezember 2007 und Februar 2008 um rund sieben Prozent zugelegt und kamen dabei vorrangig aus Deutschland. Insgesamt haben in diesem Zeitraum besonders die Ausrüstungsinvestitionen zur Belebung des Geschäfts beigetragen. So stiegen die Aufträge in den Bereichen Automation und Energietechnik um 19 beziehungsweise 17 Prozent. Auch die Exporterwartungen der Elektrofirmen für die nächsten drei Monate stimmen die Branche trotz der vom Münchener ifo-Institut für Wirtschaftsforschung ermittelten leichten Eintrübung im März weiterhin optimistisch. Die Produktionsplanungen für die kommenden drei Monate sind bei einem Sechstel der Unternehmen auf Expansion ausgerichtet. 80 Prozent der Firmen wollen laut dem ZVEI ihre Produktion auf dem derzeitigen hohen Niveau halten. Unvorhersehbare Risiken Indes könnte laut Loh die weiter schwelende Hypotheken- und Finanzmarktkrise, deren Ende und endgültigen Auswirkungen bis heute nicht absehbar seien, diese insgesamt positiven Aussichten für die Branche etwas dämpfen. Weitere Risiken bergen dem ZVEI-Präsidenten zufolge eine US-Rezession, steigende und damit die Inflation treibende Erdöl-, Rohstoff- und Energiepreise sowie eine weitere Aufwertung des Euros, vor allem gegenüber dem US-Dollar. Darüber hinaus seien die Finanzierungsbedingungen schlechter geworden, Kredite würden teurer und speziell für kleinere und mittlere Unternehmen gebe es strengere Kreditvergabekriterien. Deutsche Elektrobranche solider denn je Und dennoch ist der ZVEI-Präsident davon überzeugt, dass dieser Kelch an der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie vorbeiziehen wird. „Uns erschüttern diese Risiken für die Weltkonjunktur nicht. Die deutsche Elektrobranche ist solider denn je.“ Lohs Zuversicht kommt nicht von ungefähr. So sind in der Branche die Rendite (EBIT-Marge) und die Wertschöpfung pro Mitarbeiter in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Eigenkapitalausstattung der deutschen Elektro-Unternehmen hat sich außerdem spürbar verbessert. Zum Vergleich: Die Eigenkapitalquote liegt bei derzeit rund 36 Prozent – gegenüber noch 33,7 Prozent im Jahr 2005. Welt-Elektromarkt: Wachstum auf weiterhin hohem Niveau Die weitere gute Nachricht: „Die Welt, und hier besonders die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, hat sich nicht zuletzt dank China und anderen aufstrebenden Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa sowie in Südostasien mehr und mehr von der US-amerikanischen Konjunkturlokomotive abkoppeln können“, so Loh. Dies zeigt nicht zuletzt ein Blick auf den Welt-Elektromarkt, den der ZVEI seit einiger Zeit sowohl insgesamt als auch untergliedert nach 14 Teilbranchen betrachtet. Danach ist der Welt-Elektromarkt 2007 um 6,5 Prozent auf ein Volumen von mehr als 2.500 Milliarden Euro gewachsen (Software und Services nicht mitgezählt). Der US-Elektromarkt dagegen hat vergangenes Jahr mit drei Prozent noch nicht einmal halb so stark zugelegt. Für 2008 und 2009 rechnet der ZVEI mit einem Welt-Elektromarkt-Wachstum auf weiterhin hohem Niveau um jeweils rund fünf Prozent. Entsprechend ergeben sich für die deutschen Elektro-Exporte gute Wachstumsaussichten – und damit für die gesamte deutsche Elektroindustrie.
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