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Elektronikproduktion | 28 März 2008

Jenoptik mit roten Zahlen

Trotz eines Umsatzanstiegs von 7,5% auf €521,7 Millionen rutschte der Jenaer Technologiekonzern in die roten Zahlen.
Nach Steuern wies das Unternehmen, das sich auf sein Geschäft mit Optik, Lasern, Sensoren und Wehrtechnik beschränkt hat, einen Verlust von €4,6 Millionen aus.

Mit €35,3 Millionen lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Bereich der gesenkten Prognose, jedoch €3 Millionen hinter dem Wert von 2006 zurück. Mertin kündigte jeoch für 2008 die Rückkehr in die Gewinnzone an.

"Wir haben die Neuausrichtung des Unternehmens an Kunden und Märkten mit einer neuen Unternehmensstruktur und -kultur implementiert und gleichzeitig unsere wichtigen Vorhaben für das Jahr 2007 erfolgreich abschließen können", sagte Dr. Michael Mertin, seit Juli 2007 Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG, zur Bilanzpressekonferenz am Freitag in Jena.

Die Jenoptik wird nun ein integrierter Optoelektronik-Konzern, aufgestellt in fünf Sparten. Das Optoelektronik-Know-how ist Grundlage unserer Laser- & Optik-Aktivitäten und ermöglicht die Systemgeschäfte in den Sparten Industrielle Messtechnik, Verkehrssicherheit und Verteidigung & zivile Systeme. "Wir haben unsere Ziele erreicht und den Konzern radikal gewandelt. Mit ECE haben wir zudem einen neuen Großaktionär, der die strategische Neuausrichtung unterstützt und dies über ein mittel- bis langfristiges Engagement zeigt", so der Jenoptik-Chef.

Der Umsatz des Jenoptik-Konzerns stieg 2007 um 7,5% auf 521,7 Mio Euro (i.Vj. 485,1 Mio Euro), knapp 60% davon kamen aus dem Ausland. Ein um mehr als 150% auf 73,8 Mio Euro (i.Vj. 28,8 Mio Euro) verbesserter Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erlaubte es im Gegensatz zu den Vorjahren, sämtliche Investitionen und Finanzierungskosten ohne Kreditaufnahme zu finanzieren.

Dem entgegen wirkten negative Sondereffekte in gleicher Höhe, die aus der Beendigung und der Veräußerung verschiedener Geschäftsaktivitäten sowie aus Wertberichtigungen folgten. "In der 2. Jahreshälfte haben wir das Geschäftsportfolio anhand aktueller Informationen analysiert und bewertet und mussten für einige Initiativen die künftigen Ertragsaussichten nach unten revidieren. Vor allem die Aufgabe einzelner Geschäftsaktivitäten führte zu hohen Wertberichtigungen," so Michael Mertin.

Das Finanzergebnis lag bei minus 34,6 Mio Euro (i.Vj. minus 19,1 Mio Euro) und war 2007 letztmalig von der Hochzinsanleihe, die ursprünglich zur Finanzierung des M+W Zander-Geschäftes begeben worden war, geprägt.

Mitte November 2007 konnte die Anleihe vor allem mit den Mitteln aus dem Verkauf von M+W Zander vorzeitig zurückgezahlt werden. Aus diesem Grund mussten einmalige Aufwendungen aus der Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 9,6 Mio Euro verarbeitet werden. Die Tilgung der Anleihe wird das zukünftige Zinsergebnis der Jenoptik deutlich verbessern. Das Ergebnis vor Steuern fiel daher mit 0,7 Mio Euro nur leicht positiv aus (i.Vj. 19,1 Mio Euro). Bei den Steuern war ein nicht zahlungswirksamer latenter Steueraufwand über 4,4 Mio Euro infolge der deutschen Steuerreform zu verarbeiten, sodass sich das Ergebnis nach Steuern auf minus 4,6 Mio Euro belief (i.Vj. 16,1 Mio Euro).

Beim Auftragseingang erreichte der Jenoptik-Konzern trotz eines schwachen Sensorik-Geschäftes ein Plus von 8,9%. Die Auftragseingänge stiegen auf 525,8 Mio Euro (i.Vj. 482,9 Mio Euro), wobei mit fast 10,7% Zuwachs die Laser- & Optik-Aktivitäten das stärkste organische Wachstum zeigten. Der Auftragsbestand belief sich auf 439,4 Mio Euro und erreichte damit das Vorjahresniveau (per 31.12.2006: 438,4 Mio Euro).

Die Bilanzsumme verkürzte sich, im Wesentlichen durch die Rückzahlung der Hochzinsanleihe, auf ein dem Geschäftsumfang angemesseneres Niveau und lag Ende 2007 bei 697 Mio Euro. Die Nettoverschuldung konnte trotz zweier Akquisitionen auf 191,7 Mio Euro reduziert werden.

Die Dividendenpolitik soll der Neuausrichtung des Konzerns hin zu einem fokussierten Technologieunternehmen auch 2007/2008 folgen, sodass fĂĽr das Jahr 2007 keine Dividende ausgeschĂĽttet wird.
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