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Allgemein | 27 Februar 2008

EU verschiebt Umsetzung der EMF-Richtlinie

Der ZVEI begr√ľ√üt die vor wenigen Tagen vom Europ√§ischen Parlament und dem Europ√§ischen Rat beschlossene Verschiebung der Umsetzung der EU-Richtlinie 2004/40/EG √ľber elektromagnetische Felder. ‚ÄěWir haben jetzt die Zeit, eine gr√ľndliche Folgenbewertung dieser Richtlinie vorzunehmen und notwendige √Ąnderungen anzusto√üen“, sagt Dr. Horst Gerlach, Mitglied der ZVEI-Gesch√§ftsf√ľhrung.
Eigentlich ist eine derartige Folgenabsch√§tzung heute f√ľr EU-Richtlinien vorgeschrieben. ‚ÄěF√ľr diese Richtlinie ist sie wegen der langen Beratungszeit aber unterblieben“, so Gerlach.

Die sogenannte ‚ÄěEMF-Richtlinie“ zum Schutz von Arbeitnehmern vor elektromagnetischen Feldern hat in ihrer aktuellen Form in verschiedenen Bereichen unbeabsichtigte, negative Auswirkungen. So wird die Richtlinie den Einsatz von Magnetresonanz-Tomographen (MRT) in der medizinischen Diagnostik stark behindern. MRT-Ger√§te erzeugen mittels starker Magnetfelder ohne R√∂ntgenstrahlung dreidimensionale Bilder aus dem Inneren des menschlichen K√∂rpers. Vor allem medizinisches Bedienpersonal und Servicetechniker k√∂nnten sich nach den vorgesehenen Vorschriften der Richtlinie nur noch eingeschr√§nkt in der N√§he der Ger√§te aufhalten. Ihre Arbeit w√§re damit stark behindert. Sogar die N√§he des Arztes zum Patienten w√§hrend der Untersuchung w√§re eingeschr√§nkt.

Ebenfalls betroffen seien Industriebereiche, die mit hohen Stromstärken oder starken Elektromotoren arbeiten. Dazu gehören z.B. Elektrostahlwerke und industrielle Schweißanlagen.

Die Richtlinie sieht zum Schutz der Arbeitnehmer starre Grenzwerte f√ľr die Magnetfelder vor, denen Arbeitnehmer ausgesetzt werden k√∂nnen. Die Einhaltung der Grenzwerte kann aber nicht direkt gemessen werden. Dar√ľber hinaus fehlt ein wissenschaftlicher Beleg, dass elektromagnetische Felder √ľberhaupt zu gesundheitlichen Auswirkungen f√ľhren. Bei rund 500 Millionen Untersuchungen mit MRT-Ger√§ten, die weltweit bisher durchgef√ľhrt worden sind, sind die vermuteten gesundheitlichen Auswirkungen nie beobachtet worden.

Durch den jetzt verabschiedeten Beschluss des Europ√§ischen Parlaments und die bevorstehende Annahme durch den Europ√§ischen Rat wird die Umsetzung der Richtlinie vier Jahre sp√§ter erforderlich. Die Europ√§ische Kommission wird zus√§tzliche wissenschaftliche Untersuchungen ber√ľcksichtigen und Vorschl√§ge f√ľr eine sachgerechte Umsetzung der Richtlinie vorlegen. Gerlach: “Wir fordern eine sachgerechte Korrektur der in der Richtlinie verankerten Grenzwerte, damit Arbeitsschutz branchen√ľbergreifend verwirklicht wird, ohne gleichzeitig Entwicklung und Anwendung von Hochtechnologien unverh√§ltnism√§√üig einzuschr√§nken.“ Der ZVEI werde sich gegen√ľber den zust√§ndigen Ministerien in Deutschland sogar f√ľr eine Ausnahme von Medizinprodukten von der Richtlinie einsetzen. Dar√ľber hinaus werde der ZVEI gemeinsam mit seinen Partnern im Br√ľsseler European Center of the Electronics Industry die Interessen der betroffenen Branchen gegen√ľber allen beteiligten europ√§ischen Institutionen vertreten.
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