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Elektronikproduktion | 26 Februar 2008

Siemens bestätigt Stellenabbau

Durch geplante VerkĂ€ufe oder Lösungen mit Dritten sind laut Siemens weltweit rund 3.000 Mitarbeiter berĂŒhrt, davon etwa 1.200 in Deutschland. DarĂŒber hinaus sollen 3.800 Stellen weltweit abgebaut werden, davon bis zu 2.000 in Deutschland.
Dies soll in Deutschland in erster Linie das Stammhaus von SEN sowie weitere Verwaltungs- und Supportfunktionen betreffen.

Nach Aussagen von Siemens stehen bei der Siemens Enterprise Communications GmbH & Co KG (SEN), einer 100-prozentigen Tochter der Siemens AG, eine Fortsetzung der Neuausrichtung und weitere umfangreiche SanierungsaktivitĂ€ten an. Mit den Maßnahmen soll eine beschleunigte Anpassung an die verĂ€nderten MarktverhĂ€ltnisse von einem Hardware- zu einem Software- und Solution-Anbieter erfolgen. Dieser Wandel sei in dem sich dramatisch Ă€ndernden Telekommunikationsmarkt fĂŒr Unternehmenslösungen zwingend erforderlich und unterstĂŒtzt die von Siemens weiterhin verfolgte tragfĂ€hige Partnerlösung fĂŒr SEN. „Wir werden den beschleunigten Umbau von SEN und den damit verbundenen Sanierungskurs unter der Kontrolle von Siemens beginnen und damit auch sicherstellen, dass die mit der Sanierung einhergehenden Personalmaßnahmen so sozialvertrĂ€glich wie möglich gestaltet werden“, sagte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser.

Die geplanten Personalmaßnahmen gehören zu einem BĂŒndel von AktivitĂ€ten, mit denen der Wandel von SEN zu einem Software- und Solution-Anbieter beschleunigt werden soll. So soll kĂŒnftig weiterhin fokussierter in innovative Produktlösungen investiert werden und unter anderem die Marktposition in WachstumsmĂ€rkten wie Russland und China ausgebaut werden. Durch den Wandel hin zu Software-basierten Lösungen Ă€ndern sich die Anforderungen, die Kunden an die Wartung der SEN-Produkte stellen, grundlegend. „Die Neuausrichtung zum Software- und Solution-Anbieter und die in der Vergangenheit eingeleiteten Maßnahmen zeigen erste Erfolge. Aber der Umbau muss konsequent weiter getrieben werden“, sagte Thomas Zimmermann, Chief Operating Officer der Siemens-Tochter.

Auf eine eigene Fertigung will SEN im Zuge der Wandlung hin zum Software-Anbieter in Zukunft verzichten. In Deutschland soll das SEN-Werk in Leipzig mit derzeit rund 530 eigenen Mitarbeitern sowie das NachrichtenkabelgeschĂ€ft mit rund 60 Mitarbeitern verkauft oder in Lösungen mit Dritten eingebracht werden. DarĂŒber hinaus wird durch SEN fĂŒr rund 570 Mitarbeiter aus dem Direktvertrieb fĂŒr Kunden von kleineren und mittelgroßen Systemen eine Partnerschaft mit einem IT-Anbieter angestrebt. Dadurch kann dieser Vertriebskanal kĂŒnftig ein erweitertes Produktportfolio anbieten, so dass die Kunden alle Lösungen aus einer Hand erhalten und sich der Kundennutzen erhöht. “SĂ€mtliche Wettbewerber von SEN setzen fast ausschließlich auf indirekte Vertriebsmodelle und haben dadurch eine erheblich grĂ¶ĂŸere FlexibilitĂ€t und eine deutlich gĂŒnstigere Kostenposition“, so Reinhard Benditte, kaufmĂ€nnischer Leiter bei SEN.

Im WeltgeschĂ€ft will SEN die Werke in Thessaloniki (Griechenland) und Curitiba (Brasilien) verĂ€ußern oder in Lösungen mit Dritten einbringen. Davon sind 270 bzw. 470 Mitarbeiter betroffen. Im Einzelfall kann eine Schließung nicht ausgeschlossen werden. Die nicht zum SEN-Kernportfolio gehörenden Auftrags-Call-Center in Argentinien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru mit insgesamt rund 1.100 eigenen Mitarbeitern stehen zum Verkauf.
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