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Allgemein | 23 November 2007

Productronica 2007 Executive Round Table: China, Indien und Osteuropa als Produktionsstandort

Gleich am ersten Messetag der Productronica diskutierten sechs Top-Manager ĂŒber die Rolle von China, Indien und Osteuropa in der Elektronikproduktion. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von der Rundfunk- und Fernsehjournalistin Sabine Beckmann.
Einig waren sich alle Teilnehmer, dass China heute nicht nur ein attraktiver Fertigungsstandort ist, sondern auch als Markt immer interessanter wird. Dies ist vor allem auf die GrĂ¶ĂŸe dieses Marktes sowie auf das schnell wachsende Bruttosozialprodukt zurĂŒckzufĂŒhren, wodurch sich ein riesiges Marktpotential ergibt. Damit wird es allerdings immer wichtiger, dort auch Entwicklungsressourcen vor Ort zu haben. Nach Ansicht von Dr. Jochen Eickholt, CEO der Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG findet die Innovation hauptsĂ€chlich "zu Hause" statt, es erfolgt aber gleichzeitig eine Verlagerung der Entwicklung in die jeweiligen LĂ€nder, um die lokalen MĂ€rkte besser einschĂ€tzen zu können. Das sieht auch GĂŒnter Lauber, President der Electronic Assembly Systems der Siemens AG A& D so: "Wir haben lokale EntwicklungskapazitĂ€ten vor Ort, um den Markt verstehen zu können." Nach Ansicht von Eddie Kawase, President der Panasonic Factory Solutions Europe, sind niedrige Fertigungskosten ein wichtiger Faktor, allerdings steigen sie in China derzeit stark an. Ebenso wichtig ist aber auch die VerfĂŒgbarkeit von gut ausgebildetem Personal. FĂŒr GĂŒnter Lauber sind die Fertigungskosten dagegen eher eine Frage der Supply Chain und nicht allein vom jeweiligen Fertigungsland abhĂ€ngig. Dr. Martin Kurpjoweit, Vice President Europe von Atotech Deutschland GmbH, meint dass China und Indien vor allem im Bereich der Logistik noch Nachholbedarf haben. Dem stimmt auch Dr. JĂŒrgen W. Gromer, Vice Chairman and President von Tyco Electronics, zu, wobei die Logistikkosten fĂŒr jedes Produkt unterschiedlich sind. Entscheidend sind damit die Gesamtkosten und nicht nur die Löhne. Indien liegt nach Meinung der Diskussionsteilnehmer noch rund 5 bis 6 Jahre hinter China zurĂŒck. In beiden LĂ€nder gibt es genĂŒgend gut ausgebildete FachkrĂ€fte, wobei in China die Sprachbarriere ein gewisses Problem darstellt, dagegen in Indien die englische Sprache aus historischen GrĂŒnden sehr verbreitet ist. Indien holt derzeit stark auf, da viele große Unternehmen hier investieren, besonders in Clustern wie Bangalore. Momentan scheint es jedoch nicht ganz klar, ob sich Indien mehr Richtung Produktion oder mehr Richtung Software orientieren wird. FĂŒr GĂŒnter Lauber sieht es derzeit eher nach Software aus. Auf die Frage nach der QualitĂ€t waren sich die Teilnehmer einig. Eine hohe QualitĂ€t ist heute in allen MĂ€rkten wichtig und hauptsĂ€chlich eine Frage der Ausbildung der Mitarbeiter. Auch das Umweltbewusstsein, die Umweltstandards und die Energiekosten gleichen sich weltweit immer mehr an. Wenn also möglichst niedrige Lohnkosten gefragt sind, bleibt nur der Schritt in LĂ€nder wie Vietnam, Thailand oder auch Osteuropa. Dann kommt allerdings der Aspekt der NĂ€he zum jeweiligen Markt zum Tragen. Soll das Produkt in China verkauft werden, dann ist eine Fertigung in Asien von Vorteil. Ist der Zielmarkt Europa, dann wird ein Fertigungsstandort in Osteuropa, eventuell auch in Nordafrika interessant. Neben niedrigen Löhnen ist vor allem die Logistik ein entscheidender Aspekt. So sieht es auch Yoav Harel, President von Orbotech Europe, einem Hersteller von Fertigungsanlagen: "Wir folgen einfach der Fertigungsindustrie." An der Diskussionsrunde nahmen die Top-Manager Dr. Jochen Eickholt, CEO, Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG, Dr. JĂŒrgen W. Gromer, Vice Chairman and President Tyco Electronics, Yoav Harel, President, Orbotech Europe, GĂŒnter Lauber, President Electronic Assembly Systems, Siemens AG A& D, Eddie Kawase, President Panasonic Factory Solutions Europe und Dr. Martin Kurpjoweit, Vice President Europe, Atotech Deutschland GmbH teil.
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