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© ZVEI Elektronikproduktion | 31 Mai 2022

Elektro-Industrie sieht noch schwierigen Zeiten entgegen

Die deutsche Elektro- und Digitalbranche hofft bei der Hannover Messe auf einen Stimmungsschub inmitten der Gemengelage aus Kriegsfolgen, Lieferkettenstress und Handelsproblemen. Mit Blick auf Corona könne man in Europa hoffentlich den nächsten Herbst durchstehen, ohne wieder Lockdowns verhängen zu müssen, zitiert dpa den Präsidenten des Branchenverbands ZVEI, Gunther Kegel.

Anders die Lage in China. Dort zeichne sich gerade ab, dass die Null-Covid-Strategie scheitert. Der mehrwöchige Stillstand in Shanghai werde einen Schock durch die Lieferketten der Welt jagen, dessen Folgen erst in sechs bis acht Wochen zu spüren seien, so Kegel. Die aktuellen Krisen überschatteten den prinzipiell optimistischen Ausblick ein wenig. 

Wenn die Lieferung nicht zum Kunden komme, könne man auch keine Rechnung stellen, so Kegel zum stockenden China-Handel aus Sicht der Exporteure. Fehlende Zahlungseingänge würden sich für viele Mittelständler noch übel bemerkbar machen. Ob wegen höherer Kosten am Ende auch Verbraucher mehr zahlen müssten, sei nicht genau abzusehen. Die Elektro- und Digitalindustrie sei insgesamt nicht so energieintensiv wie manche anderen Branchen. Die Energiekosten in den Produktkalkulationen seien oft also gar nicht so hoch - auch wenn es Ausnahmen gebe. Allgemeine Preiseffekte hätten derzeit vor allem einen anderen Ursprung: die mangelnde Versorgung mit Halbleitern, die Unternehmen nachbestellen müssen, wo diese noch erhältlich sind, so Kegel zu dpa.

In Teilen der Auto- und Maschinenbauindustrie hatte man erwartet, dass sich die Lieferprobleme bei den überall verbauten Mikrochips in der zweiten Jahreshälfte entspannen. Die Mangelversorgung werde sich wohl aber noch bis 2023 ziehen, so Kegel. Das habe sich durch die Lockdowns in China deutlich verschärft. Auch viele internationale Chiphersteller seien von den Engpässen in Shanghai massiv betroffen. Zurzeit sitze die Elektro- und Digitalindustrie auf gigantischen Auftragsbüchern, sagt Kegel weiter.

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2022.06.21 15:19 V20.6.1-2