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© flynt dreamstime.com Elektronikproduktion | 08 Juni 2021

ZET ermittelt nach Stromausfall in München

Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus hat die Ermittlungen nach dem mutmaßlich von Brandstiftern verursachten Stromausfall in München übernommen. Sie sei zuständig, weil ein extremistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könne, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München gegenüber dpa.

Zur Zeit gebe es allerdings noch keine neuen Erkenntnisse, auch gebe es keine konkreten Hinweise auf Verdächtige. Bei dem Feuer in einer Baugrube vor rund zwei Wochen waren ca. 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört worden. In der Folge fielen etwa 150 Trafo-Stationen aus - rund 20.000 Haushalte waren daraufhin ohne Strom. Einige waren anderthalb Tage lang ohne Elektrizität. Die Polizei prüfe inzwischen ein mögliches Bekennerschreiben aus dem linksextremen Milieu. Dem auf der Online-Plattform «Indymedia» veröffentlichten Schreiben zufolge soll der Anschlag auf das Strom- und Glasfasernetz einem Rüstungskonzern am Münchner Ostbahnhof gegolten haben, schreibt dpa weiter. Dabei soll es sich laut Süddeutscher Zeitung um das Unternehmen Rohde & Schwarz handeln. Rohde & Schwarz beliefert Unternehmen und den Staat unter anderem mit elektronischer Mess- und Fernmeldetechnik. Die Produkte werden unter anderem von der Flugsicherung eingesetzt, können aber auch militärisch genutzt werden. Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann von der CSU ist auch das Landesamt für Verfassungsschutz in die Ermittlungen eingebunden. Man nehme die Angelegenheit sehr ernst. Die Auswirkungen des Stromausfalls hätten von der Dauer und Größenordnung her eine beunruhigende Dimension gehabt, so Herrmann. Bereits seit einigen Jahren verübten Linksextremisten nach Angaben des Innenministeriums in ganz Deutschland vermehrt Brandanschläge. Ziele waren den Angaben nach unter anderem Verkabelungen bei der Bahn, hochwertige Fahrzeuge und Mobilfunkeinrichtungen, wie im vergangenen Jahr auch in München. Deutschlandweit wachse die Zahl mutmaßlich linksextremistisch motivierter Brandanschläge, das sei sehr besorgniserregend, so Herrmann.
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2021.05.27 14:20 V18.18.11-1