Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Elektronikproduktion | 05 Oktober 2007

Siemens zu 201 Millionen Euro Geldbuße verurteilt

Das Landgericht MĂŒnchen hat Siemens werden dubioser Geldströme zu einer Geldbuße von 201 Mio. EUR verurteilt. Damit sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft MĂŒnchen im ehemaligen Bereich Communications (Com) gegen die Siemens AG beendet.
DarĂŒber hinaus wurde eine abschließende steuerrechtliche Regelung durch die deutschen Finanzbehörden getroffen. Insgesamt wurden im ehemaligen Bereich Com Zahlungen von rund 450 Mio. EUR als steuerlich nicht abzugsfĂ€hig eingestuft. Die daraus resultierende Steuerbelastung belĂ€uft sich auf 179 Mio. EUR, wovon bereits 168 Mio. EUR im Konzernabschluss 2006 aufgrund zweifelhafter Zahlungen von rund 420 Mio. EUR berĂŒcksichtigt wurden.

„Die heutigen Entscheidungen sind wichtige Schritte bei der AufklĂ€rung und Aufarbeitung von UnregelmĂ€ĂŸigkeiten in der Vergangenheit. Siemens steht zu seiner Verantwortung. Wir dulden kein gesetzwidriges Verhalten und ahnden Zuwiderhandlungen mit klaren Konsequenzen. Compliance wird als wichtiger Teil der Unternehmens- und FĂŒhrungskultur bei Siemens weiter gestĂ€rkt“, sagte Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands von Siemens.

Mit der heutigen Entscheidung des Landgerichts MĂŒnchen I und der Regelung durch die Finanzverwaltung werden die deutschen straf- und steuerrechtlichen Ermittlungen wegen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten im ehemaligen GeschĂ€ftsbereich Com gegen die Siemens AG beendet. Siemens hat auf weitere Rechtsmittel verzichtet.

Die umfassenden unabhĂ€ngigen Untersuchungen der Kanzlei Debevoise and Plimpton gehen weiter. Siemens will die Arbeit der Behörden weiterhin nach KrĂ€ften unterstĂŒtzen und auch die AufklĂ€rung auch in den anderen Bereichen vorantreiben. Zudem plant Siemens eine StĂ€rkung der Compliance-Verfahren und internen Kontrollsysteme.

Der Skandal hat allerdings noch weitere finanzielle Konsequenzen fĂŒr Siemens. So waren im Zusammenhang mit der AffĂ€re allein in den ersten neun Monaten des laufenden GeschĂ€ftsjahres Aufwendungen fĂŒr externe Berater von rund 188 Millionen Euro angefallen. Zudem droht Siemens noch eine Strafe von der US-Börsenaufsicht SEC.
Weitere Nachrichten
2019.01.17 14:20 V11.11.0-1