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© BMBF Hans Joachim Rickel Elektronikproduktion | 11 Juni 2020

Bundesministerium für Bildung und Forschung startet Leitinitiative „Vertrauenswürdige Elektronik“

Zur Unterstützung einer eigenen wirtschaftlichen Elektronik-Fertigung in Deutschland hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Leitinitiative „Vertrauenswürdige Elektronik“ gestartet. Zum Förderauftakt hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek darauf hingewiesen, dass Deutschland ein Innovationsland sei und und das auch bleiben wolle.

Dafür sei es wichtig, dass man sich bei Schlüsseltechnologien im internationalen Wettbewerb behaupte und technologisch souverän sei. Das gelte insbesondere für die Elektronik, die immer mehr sicherheitskritische Funktionen übernehme – etwa in der Medizintechnik, in der sich selbst steuernden Fabrik der Industrie 4.0, beim autonomem Fahren oder im Mobilfunk. „Beim Einsatz in solch sicherheitskritischen Bereichen, benötigen wir eine vertrauenswürdige Elektronik. Wir müssen genau wissen, wie die Elektronik funktioniert. Wir müssen deren Fertigung verstehen und in der Lage sein, deren Funktionen überprüfen zu können. An die Kunden deutscher Unternehmen aus aller Welt richtet sich die klare Botschaft, dass sie Produkten ‚Made in Germany‘ vertrauen können“, so Karliczek. „Für die Entwicklung einer solchen Elektronik benötigen wir nicht nur das entsprechende Know-how, sondern insbesondere auch eine eigene, wirtschaftliche Elektronik-Fertigung in Deutschland und Europa“. Deswegen investiert die Bundesregierung mit der High-Tech-Strategie in Schlüsseltechnologien. „Ich freue mich, dass nun die ersten drei Projekte zu Spezial-Prozessoren aus der Bekanntmachung ‚Zukunftsfähige Spezialprozessoren und Entwicklungsplattformen (ZuSE)‘ mit einer Förderung in Höhe von rund 25 Millionen Euro starten können. Mit der neuen Bekanntmachung ZEUS rufe ich außerdem zur Einreichung von Projektskizzen zu Entwurf, Herstellung und Analyse ‚Vertrauenswürdiger Elektronik‘ auf. Diese Projekte sollen Anfang 2021 starten. Hierfür sind bis zu 20 Millionen Euro vorgesehen“, sagt Karliczek weiter. Im alltäglichen Leben wird die Gesellschaft künftig immer mehr elektronischen Bauteilen vertrauen müssen, die beispielsweise in selbstfahrenden Autos oder Servicerobotern zum Einsatz kommen. Europäische Unternehmen sind sowohl Lieferanten als auch Bezieher von Chips und Elektronik-Komponenten, sowohl Exporteure als auch Importeure. Um in diesen globalen Wertschöpfungsketten eine souveräne Position einzunehmen, muss Elektronik sicher und zuverlässig eingesetzt werden können. Dazu gehöre eine Nachvollziehbarkeit der Funktionalitäten sowie eine Versorgungssicherheit, so Karliczek abschließend.
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2020.06.09 11:27 V18.6.11-1