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© Huawei Elektronikproduktion | 16 März 2020

Frankreich erlaubt offenbar beschränkte Zusammenarbeit mit Huawei

Frankreich wird die Nutzung einiger Geräte von Huawei beim Ausbau seines 5G-Netzes genehmigen. Das haben mehrere Quellen der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.

Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI soll den Telekommunikationsbetreibern mitteilen, welche Technik sie für den Aufbau ihres 5G-Netzes in Frankreich verwenden dürfen. Eine Entscheidung dazu wurde jedoch noch nicht veröffentlicht. Von den beiden anonymen Quellen heißt es, dass ANSSI beschlossen habe, die Verwendung von Huawei-Geräten zu genehmigen, jedoch nur für die ihrer Meinung nach nicht zum Kernbereich des Netzes gehörenden Teile, da diese weniger bedeutende Sicherheitsrisiken bergen. Die mobilen Kernnetzwerke sind mit höheren Überwachungsrisiken verbunden, da sie ausgeklügeltere Softwareprogramme enthalten, die sensible Informationen wie persönliche Daten von Kunden verarbeiten. Die Entscheidung der französischen Behörden über die Ausrüstung von Huawei ist für zwei der vier Telekommunikationsbetreiber des Landes, Bouygues Telecom und Altice Europe's SFR, von entscheidender Bedeutung, da etwa die Hälfte ihres derzeitigen Mobilfunknetzes von der chinesischen Gruppe betrieben wird. Das staatlich kontrollierte Unternehmen Orange hat sich bereits für die europäischen Rivalen von Huawei entschieden, Nokia und Ericsson, die von den US-Betreibern gegenüber Huawei bevorzugt werden. Mit der Erteilung einer Teilgenehmigung an Huawei würde Frankreich Großbritannien folgen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat Huawei eine begrenzte Rolle im 5G-Netz im Land eingeräumt. In Deutschland werden strengere Regeln für ausländische Anbieter befürwortet, von einem völligen Verbot von Huawei ist bisher aber abgesehen worden. Frankreich wird wahrscheinlich den Anweisungen des Industriechefs der Europäischen Union, Thierry Breton, folgen, der in Interviews gesagt hat, dass Telekommunikationsbetreiber keine "risikoreichen Verkäufer" für strategische Standorte wie wichtige Städte, Militärbasen und Atomkraftwerke auswählen sollten. Huawei hatte im vergangenen Monat angekündigt, dass das Unternehmen den Bau der ersten europäischen Produktionsstätte in Frankreich plane. Damit wolle Bedenken vor allem aus den USA zerstreuen, dass Peking seine Ausrüstung zur Spionage verwenden könnte. Huawei hat dies stets bestritten.
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