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© EMPA Elektronikproduktion | 12 November 2019

Empa-Spin-off TwingTec soll Strom erzeugen

Das Spin-off der eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Empa, TwingTec, erforscht mit Nachdruck die Technologie, beim Fliegen elektrische Energie zu erzeugen. Beim Testflug des TwingTec-Prototypen T 28 sei dies bereits gelungen, teilt das Unternehmen mit.

Es handelt sich dabei um ein Gerät mit drei Meter Spannweite, das 30 Minuten lang autonom in der Luft kreiste und dabei elektrische Energie produzierte. „Jeder, der schon mal einen Kinderdrachen gesteuert hat, kennt das Gefühl: Der Wind greift den Drachen, zieht an der Schnur, die Seilrolle rotiert. Und hier stelle sich die Frage, ob man diese Energie zur Stromerzeugung nutzen kann“, sagt Rolf Luchsinger, CEO des Empa-Spin-offs TwingTec. Das Unternehmen ist eine der ersten Firmen, die Luftwindkraftwerke entwickeln. Neun Mitarbeitende beschäftigt die Firma an ihrem Firmensitz in Dübendorf im Schweizer Kanton Zürich. Meteorologen hätten gezeigt, dass in 500 Metern Höhe die Leistung des Windes bis zu achtmal stärker sei als in 120 Metern Höhe – also auf Höhe von Windkraftanlagen. Ein Drachen könne diesen Starkwind nutzen, wenn er sich in Kreisbahnen in die Höhe schraube und ein Seil von einer Rolle ziehe. Mit der Achse der Seilrolle ist ein Generator verbunden, der Strom erzeugt. Sobald das Seil abgerollt ist, sinkt der Drachen antriebslos wieder in die Nähe der Startplattform. Das Seil wird unterdessen aufgespult, dann beginnt der Aufstieg von Neuem. „Die grosse Herausforderung ist nicht das Fliegen an sich“, sagt Luchsinger. Das Problem sei das automatisierte Starten und Landen. Der Prototyp T 29 soll nicht nur automatisiert starten und landen, sondern auch bis zu 10 kW elektrische Leistung erzeugen und ins Netz speisen. Die Berner Kraftwerke BKW würden sich um die Weiterleitung des experimentellen Windstroms zu den Verbrauchern kümmern. Allein in Europa würden zur Zeit zehn Start-ups und mehrere Teams aus Universitäten und technischen Hochschulen Lösungen an dieser Art der Energiegewinnung arbeiten. Die Erkenntnisse aus den Flugversuchen mit dem T 29 sollen bald zum ersten Serienprodukt führen: dem TT100, einem Energiedrachen mit 15 Meter Spannweite. Positioniert auf einem Standard-Schiffscontainer, soll der Drachen autonom starten und landen und bis zu 100 kW elektrische Leistung erzeugen – das würde für 60 Einfamilienhäuser reichen, so Luchsinger.
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2019.12.12 10:59 V14.8.5-1