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© VDMA Elektronikproduktion | 29 April 2019

Ostdeutscher Maschinenbau bleibt in der Spur

Ein Großteil der ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer blickt derzeit auf gute Geschäfte. Die Aussichten trüben sich jedoch langsam ein.

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau ist gut in das Jahr 2019 gestartet. Wichtige Kennzahlen wie Kapazitätsauslastung und Auftragspolster bewegten sich ungebremst auf einem hohen Niveau. Allerdings trüben sich die Aussichten etwas ein. In den kommenden Monaten erwartet zwar ein Großteil der Betriebe solide Geschäftschancen, der Blick auf das Gesamtjahr fällt jedoch skeptischer aus. Das ergab eine Umfrage des VDMA-Landesverbandes Ost unter den 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 84 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als sehr gut oder gut. "Die tatsächliche Lage ist deutlich besser als die momentan gefühlte Stimmung", sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, in einer Pressemitteilung. Hohe Auslastung, aber weniger Auftragseingänge Die Unternehmen arbeiten derzeit viele Aufträge ab. Sie haben im ersten Quartal ihre vorhandenen Produktionskapazitäten zu durchschnittlich 90,2 Prozent ausgelastet. Neun von zehn Betrieben erreichten hierbei einen Auslastungsgrad von mindestens 80 Prozent. Darüber hinaus kletterte das Auftragspolster auf sechs Produktionsmonate. Die Firmen sind im Durchschnitt bis September dieses Jahres ausgelastet. Im Einzelnen variiert der Auftragsvorlauf jedoch recht stark: Je nach Kundenbranche und Produkten können die Unternehmen zwischen zwei Wochen und anderthalb Jahren planen. 65 Prozent der Betriebe registrierten zudem im Vergleich zum Vorquartal mehr oder gleich viele Aufträge. Der Anteil der Unternehmen, die in den ersten drei Monaten 2019 weniger Aufträge vorliegen hatten als Ende 2018, hat sich indes um 15 Prozent auf 35 Prozent erhöht. "Fast zwei Dritteln dieser betroffenen Firmen geht es wirtschaftlich gut. Dennoch könnte das ein erster Hinweis darauf sein, dass sich das Wachstum verlangsamt", erläutert Pätz. Zuversicht lässt nach Darauf deuten auch die Geschäftsprognosen der Unternehmen hin. Zum einen strahlt die vorwiegend positive Gesamtsituation im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau nicht mehr so stark wie bisher auf die kurzfristigen Geschäftsaussichten aus. 81 Prozent der Betriebe erwarten bis Juni 2019 gleichbleibende oder bessere Geschäfte. Im Vorquartal sagten das 88 Prozent. Zum anderen blicken die Firmen deutlich skeptischer auf das Gesamtjahr. 68 Prozent von ihnen glauben 2019 an eine gute oder sehr gute Geschäftssituation – für das Jahr 2018 rechneten 94 Prozent der Unternehmen mit einer positiven Entwicklung. Dem Verband zufolge ist das auf Marktveränderungen und die globalen Unsicherheiten, aber auch auf den Konjunkturzyklus zurückzuführen. Auch Fachkräftelücke hemmt Wachstum Ein Hemmnisfaktor ist auch die Fachkräftelücke. 58 Prozent der Betriebe planen, in den kommenden sechs Monaten ihre Beschäftigtenzahl stabil zu halten. Darüber hinaus wollen 31,9 Prozent der Firmen neue Mitarbeiter einstellen. "Reibungslos gelingt das jedoch immer seltener. Dreiviertel aller Unternehmen haben Probleme, geeignete Facharbeiter, Ingenieure oder Führungskräfte zu finden. Für jeden zweiten Betrieb ist es zum Beispiel schwierig, offene Stellen für Entwickler und Konstrukteure zeitnah und qualifiziert zu besetzen", verdeutlicht VDMA Ost-Geschäftsführer Pätz.
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2019.09.20 17:48 V14.4.1-1