Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
© tom schmucker dreamstime.com Analysen | 02 Mai 2018

Produktpiraterie richtet unverändert hohen Schaden im Maschinenbau an

VDMA-Studie 2018 spricht von einer Schadensumme von 7,3 Milliarden Euro. China bleibe mit großem Abstand grĂ¶ĂŸter Plagiator. FĂ€lschungen sind stellen Sicherheitsrisiko dar. Produktpiraterie und Know-how-Diebstahl fĂŒgen den Maschinen- und Anlagenbauern trotz vieler AbwehrbemĂŒhungen weiterhin einen erheblichen Schaden zu.
FĂ€lschungen aus China bleiben mit weitem Abstand der grĂ¶ĂŸte Gefahrenherd, „hier hat sich in den vergangenen beiden Jahren trotz vieler AnkĂŒndigungen nicht wirklich etwas verbessert“, sagte Steffen Zimmermann, Leiter VDMA Competence Center Industrial Security, zu den Ergebnissen der Studie Produktpiraterie 2018. 71 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland sind dieser Umfrage zufolge von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen. Der geschĂ€tzte Schaden belĂ€uft sich dabei auf 7,3 Milliarden Euro jĂ€hrlich. Im Vergleich zur vorangegangenen Studie von 2016 hat sich der absolute Unternehmensschaden damit nicht geĂ€ndert. Allerdings hat sich fĂŒr 39 Prozent der Befragten die SchĂ€digung und Bedrohung ihrer Unternehmen durch Produktpiraterie in den vergangenen beiden Jahren weiter verschĂ€rft. Umgerechnet in ArbeitsplĂ€tze entspricht eine Schadenshöhe von 7,3 Milliarden Euro knapp 33.000 Stellen. „Neben Umsatzverlust und Verlust von ArbeitsplĂ€tzen sind in den betroffenen Unternehmen darĂŒber hinaus monetĂ€r schwer zu bewertende Folgen festzustellen, zum Beispiel Imageverlust, Verlust des Marktvorsprungs oder ungerechtfertigte Regressanforderungen“, erlĂ€uterte Zimmermann. Plagiate sind Sicherheitsrisiko Der VDMA erstellt die Studie Produktpiraterie bereits seit 2003 im zweijĂ€hrigen Turnus. Erstmals zeigte sich dieses Jahr bei den Plagiaten ein Wandel: Standen bisher rein technische Nachbauten im Fokus, werden jetzt verstĂ€rkt Imitationen des Ă€ußeren Erscheinungsbildes oder ganzer Marken zum Problem, um ĂŒber optische Nachahmung am guten Image eines Unternehmens teilzuhaben. Plagiate stellen nachweisbar ein Sicherheitsrisiko dar: 36 Prozent der Unternehmen berichten von FĂ€lschungen, die eine Gefahr fĂŒr Bediener, Anwender oder die Umwelt mit sich bringen. Bedenklich ist auch, dass der Vertrieb von Plagiaten ĂŒber B2B-Plattformen im Internet stark zugenommen hat – von 28 Prozent im Jahr 2016 auf nun 40 Prozent Nennungen. China bleibt der grĂ¶ĂŸte Plagiator Die Volksrepublik China bleibt sowohl im Vertrieb, aber besonders in der Herstellung von Plagiaten unangefochten an der Spitze. 82 Prozent der befragten Unternehmen nannten China als Herkunftsort von Plagiaten. Zudem stellt das Land mit 44 Prozent auch den am hĂ€ufigsten genannten Absatzmarkt fĂŒr Plagiate. Hinter den Chinesen folgt mit deutlichem Abstand die heimische Konkurrenz. Allerdings ist der Ideenklau in der Nachbarschaft rĂŒcklĂ€ufig – nur noch 19 Prozent nannten deutsche Unternehmen als Quelle von Plagiaten. 2016 waren es noch 24 Prozent gewesen. Dicht dahinter folgt Italien (18 Prozent Nennungen). Die chinesischen Plagiate werden nicht nur fĂŒr den Vertrieb vor Ort hergestellt, sondern weltweit auf den Markt gebracht. „HĂ€ufig berichten uns VDMA-Mitglieder - selbst in Deutschland - von HĂ€ndlern und FĂ€lschern, die Ihre Plagiate trotz rechtskrĂ€ftiger Urteile mit nur geringfĂŒgigen Änderungen weiterverkaufen oder selbst nach etlichen PlagiatsfĂ€llen unvermindert auf Messen angetroffen werden“, kritisiert Zimmermann. „Insbesondere die bisherigen AktivitĂ€ten vor Ort - also in den typischen PlagiatslĂ€ndern - reichen nicht annĂ€hernd aus, um die Unternehmen adĂ€quat im Kampf gegen Plagiate zu unterstĂŒtzen.“ Zwei Drittel der Unternehmen wehren sich Im Plagiatsfall ist das Mittel der Wahl, die geltenden Rechte erst außergerichtlich und dann zivilrechtlich durchzusetzen. Mehr als ein Drittel der betroffenen Unternehmen ergreift jedoch keinerlei Maßnahmen. Dies trifft vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen zu, hĂ€ngt aber auch von der Kenntnis ĂŒber den konkreten FĂ€lscher ab. Große EnttĂ€uschung herrscht bei den befragten Unternehmen ĂŒber die UnterstĂŒtzung im Ausland. 85 Prozent der Betroffenen beklagen eine mangelnde UnterstĂŒtzung der jeweiligen Behörden, 83 Prozent fehlt das nötige Engagement der lokalen Messegesellschaften im Ausland.
Anzeige
Anzeige
Weitere Nachrichten
2019.02.22 14:26 V12.2.6-1