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© Skypixel Dreamstime.com Analysen | 22 Juni 2017

Großbritannien bleibt attraktiv

Ein Jahr nach der Brexit-Abstimmung zeigt sich die britische Wirtschaft recht stabil.
Sie wird gest├╝tzt vom privaten Konsum (plus 2,6 % in 2016), g├╝nstigen Kreditkonditionen und der starken globalen Nachfrage. Im letzten Quartal 2016 stiegen die Unternehmensgewinne auf ├╝ber 105 Milliarden Pfund Sterling und damit auf ein Allzeit-Hoch. Die Zuversicht ist wieder erkennbar gestiegen, besonders unter KMU, nachdem sie unmittelbar nach dem Referendum gesunken war. Trotz dieser g├╝nstigen Bedingungen und trotz der hohen Profite zeigen die Ungewissheiten bez├╝glich des Ausganges der Verhandlungen mit der EU Auswirkungen auf die Investitionen. Sie lagen mit 8,8 Prozent des BIP 2016 auf dem niedrigsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2008. Diese Entwicklung d├╝rfte sich bis April 2019 verst├Ąrken. Am st├Ąrksten betroffen d├╝rften Branchen sein, in denen Investitionen besonders kostenintensiv sind: Metallverarbeitung, Automobil, Bau. Die Verhandlungsphase wird f├╝r die britische Wirtschaft zu einer harten Belastungsprobe. Die steigende Inflation bremst die Kauflaune der Konsumenten und damit den Einzelhandel. Coface hat die Branche im M├Ąrz 2017 von ÔÇ×mittleresÔÇť in ÔÇ×hohes RisikoÔÇť herabgestuft. Alles in allem werden die Gewinne der Unternehmen zur├╝ckgehen, die von steigenden Kosten durch die W├Ąhrungsabwertung betroffen sind. In diesem Kontext und bei einem gebremsten Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent 2017 und 1,2 Prozent 2018 erwartet Coface mehr Insolvenzen in Gro├čbritannien: plus 8,7 Prozent in diesem Jahr und plus 8 Prozent 2018. Unternehmen m├╝ssen sich anpassen Der Einbruch im Handel k├Ânnte zu Arbeitsplatzverlusten in einigen Branchen f├╝hren, verst├Ąrkt durch restriktivere Einwanderungsbestimmungen. Coface h├Ąlt einen weichen Brexit f├╝r wahrscheinlich und erwartet einen R├╝ckgang der Einwanderungen um ein Drittel sowie einen R├╝ckgang des Wachstums um 0,3 Prozent in 2019. Bei einem Einwanderungsr├╝ckgang um zwei Drittel w├╝rde das BIP um 0,6 Prozent zur├╝ckgehen. Besonders betroffen w├Ąren Branchen mit einem hohen Anteil an gut ausgebildeten Mitarbeitern aus EU-L├Ąndern wie das verarbeitende Gewerbe, Gro├čhandel. Einzelhandel, Transport, Kommunikation und Finanzdienstleistungen. Unabh├Ąngig von einer harten oder weichen Trennung wirkt sich der Ausstieg aus der EU auf die Attraktivit├Ąt des Landes f├╝r Investoren aus. Derzeit ist Gro├čbritannien die erste Adresse f├╝r FDI in Europa. Investitionen flie├čen vor allem in den Finanzsektor, in die Informations- und Kommunikationsbranchen, gefolgt von Transport und Logistik. Der Brexit wird Investitionen und damit auch Innovationen und Forschung und Entwicklung bremsen. Dennoch hebelt der Brexit nicht die strukturelle Attraktivit├Ąt Gro├čbritanniens aus. Wichtige Faktoren bleiben bestehen: Transparenz, gute Governance, unternehmensfreundliche Umweltpolitik, differenzierter und flexibler Arbeitsmarkt und das g├╝nstige Steuersystem. ----- Weitere Informationen unter: http://www.coface.de/
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-1