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© aydindurdu dreamstime.com Elektronikproduktion | 16 Mai 2017

Broadcom darf Brocade nicht bedingungslos übernehmen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Brocade durch Broadcom nur unter bestimmten Bedingungen genehmigt.
Die Bedingungen beziehen sich auf die Interoperabilität und den Schutz vertraulicher Informationen von Wettbewerbern nach der EU-Fusionskontrollverordnung.

Obwohl die Unternehmen nicht dieselben Produkte bereitstellen, hatte die Kommission Wettbewerbsbedenken in Bezug auf die Beziehung, die bei Verwirklichung des Vorhabens in der angemeldeten Form zwischen den beteiligten Unternehmen entstanden w√§re, sowie in Bezug auf die Komplementarit√§t der Produkte des in den USA und Singapur ans√§ssigen Halbleiterherstellers Broadcom und des US-amerikanische Netzwerkausr√ľsters Brocade.

Die Untersuchung der Kommission konzentrierte sich auf die folgenden Bereiche: Zum einen auf Chips, die bei Produkten f√ľr Fibre-Channel-Speichernetzwerke und Internetprotokollnetzwerken zum Einsatz kommen, zum anderen auf Switches und Karten f√ľr Fibre-Channel-Speichernetzwerke, bei denen es sich um komplement√§re Produkte handelt.

Chips f√ľr Netzwerkprodukte
Die Untersuchung der Kommission ergab, dass bei den von Broadcom gelieferten (Standard- und Spezial-)Chips nicht die Gefahr einer Beeintr√§chtigung des Wettbewerbs besteht, da es andere Chiphersteller gibt, die f√ľr Wettbewerber des neu aufgestellten Unternehmens eine realistische Alternative auf den M√§rkten f√ľr die beiden folgenden Arten von Netzwerkprodukten darstellen: a) Fibre-Channel-Speichernetzwerk-Produkte und b) Internetprotokollnetzwerk-Produkte.

Die Kommission hatte jedoch Bedenken hinsichtlich der sich aus der √úbernahme ergebenden Beziehung auf den M√§rkten f√ľr Fibre-Channel-Speichernetzwerk-Produkte. Die Kommission √§u√üerte insbesondere die Bef√ľrchtung, dass das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen vertrauliche Informationen von Wettbewerbern zur Beg√ľnstigung seiner eigenen Produkte verwenden k√∂nnte.

Switches und Karten f√ľr Fibre-Channel-Speichernetzwerke
Die Kommission hat ferner gepr√ľft, ob das neu aufgestellte Unternehmen die F√§higkeit und den Anreiz h√§tte, die komplement√§ren Fibre-Channel-Speichernetzwerk-Produkte von Broadcom und Brocade zu b√ľndeln. Brocade liefert Switches, w√§hrend Broadcom Host-Bus-Adapter-Karten (HBA-Karten) herstellt. Die Untersuchung der Kommission ergab, dass nicht die Gefahr besteht, dass das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen konkurrierende Hersteller von Switches oder von HBA-Karten durch kommerzielle B√ľndelung dieser beiden Produkte vom Markt verdr√§ngen k√∂nnte.

Die Kommission hatte jedoch Bedenken, dass das neue Unternehmen die Interoperabilität zwischen den eigenen Fibre-Channel-Switches und den HBA-Karten konkurrierender Anbieter verringern könnte. Dies hätte sich zulasten der HBA-Karten der Konkurrenz und zugunsten seiner eigenen HBA-Karten ausgewirkt.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2