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Fraunhofer-IKTS-rare-earth-recycling
© Fraunhofer IKTS
Elektronikproduktion |

Fraunhofer IKTS und TU Freiberg entwickeln Recyclingverfahren für Magnetrohstoffe

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS und die TU Bergakademie Freiberg erforschen neue Recyclingverfahren, mit denen sie Neodym sowie Eisen und Bor aus ausgedienten Festplattenmagneten zurückgewinnen wollen. Das geht aus einer Fraunhofer-Mitteilung vom 2. November hervor. Die Rohstoffe sollen künftig in Europa aufbereitet und für hochwertige industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden. Im Forschungsprojekt NEO-CYCLE wollen die Partner die Technologien weiterentwickeln und ihre industrielle Nutzung vorbereiten.

Aufbereitung von Magneten aus Elektronikschrott

Für die Rückgewinnung der Rohstoffe nutzen die Projektpartner Magnete aus ausgedienten Computern und Laptops. Die TU Bergakademie Freiberg erprobt dafür eine Feststoffchlorierung, bei der sie dem Magnetmaterial Ammoniumchlorid zusetzt. Durch Erhitzen entstehen Metallchloride und eine hochreine Ammoniaklösung. Erste Untersuchungen des Fraunhofer IKTS zeigen, dass sich die Metalle auf diesem Weg nahezu vollständig und mit vergleichsweise geringem Chemikalienverbrauch zurückgewinnen lassen.

Die elektrochemische Aufbereitung erfolgt in einer Zelle, in der die Forschenden pulverisierte Magnete mit einem Elektrolyten wie verdünnter Schwefelsäure behandeln. Dabei entsteht zunächst eine borhaltige Lösung. Die Produkte aus beiden Aufbereitungsverfahren bereitet das Fraunhofer IKTS anschließend in einem selektiven hydrometallurgischen Prozess auf. Das Institut trennt auf diesem Weg Neodym und Eisen und gewinnt reine Metallsalze.

Weniger Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus China

Mit NEO-CYCLE wollen die Projektpartner die Rückgewinnung wertvoller Magnetrohstoffe in Europa ausbauen. Besonders wichtig ist laut Mitteilung dabei Neodym: Rund 90 Prozent des Metalls werden laut Fraunhofer aus China importiert. Eine europäische Rückgewinnung könnte diese Abhängigkeit verringern.

Sandra Pavón, Leiterin der Gruppe Hydrometallurgisches Recycling und Rohstoffchemie am Fraunhofer IKTS, erklärte: „Wir möchten Seltene Erden aus Elektroabfällen rückgewinnen und sie für hochwertige Produkte wie grünen Dünger oder zur Herstellung pharmazeutischer Produkte nutzen. So erzielen wir einen Kreislauf aus Materialien, schonen die Umwelt und fördern zudem die globale Unabhängigkeit von strategischen Ressourcen.“

Die gewonnenen Stoffe sollen nach weiterer Aufbereitung unter anderem in der Chemie- und Pharmaindustrie, der Wasserstoffwirtschaft und der Düngemittelindustrie Verwendung finden. Ziel ist eine möglichst umfassende Verwertung der Bestandteile aus alten Magneten.

Das vierjährige Projekt erhält Fördermittel aus dem EU-Programm Horizon Europe. Eine Pilotanlage ist nach Angaben des Fraunhofer IKTS bereits geplant.


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