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© Vishay
Elektronikproduktion |

Vishay erhält 215 Millionen Euro Förderung für Ausbau der Halbleiterproduktion in Itzehoe

Der Halbleiterhersteller Vishay Siliconix erhält rund 215 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land für den Ausbau seiner Produktionskapazitäten am Standort Itzehoe in Schleswig-Holstein. Das Unternehmen plant, seine Fertigungskapazitäten mehr als zu verdoppeln und künftig Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern zu verarbeiten.

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) am 30. Oktober 2026 mitteilte, übernimmt der Bund mit 172 Millionen Euro den größten Teil der Förderung. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich mit weiteren 43 Millionen Euro.

Den Förderbescheid übergab Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen am Standort Itzehoe an Roy Shoshani, Chief Operating Officer (COO) und Chief Technology Officer (CTO) von Vishay Intertechnology.

Umstellung auf 300-Millimeter-Wafer

Im Rahmen des geförderten Projekts will Vishay Siliconix die Produktion einer neuen Generation von Leistungshalbleitern auf Basis von Silizium-MOSFETs aufnehmen. Gleichzeitig sollen die Produktionskapazitäten am Standort mehr als verdoppelt werden.

Ein wesentlicher Bestandteil des Ausbaus ist die Umstellung auf 300-Millimeter-Silizium-Wafer. Durch den größeren Wafer-Durchmesser lassen sich mehr Halbleiterbauelemente pro Wafer herstellen. Dies ermöglicht Skaleneffekte in der Produktion und soll langfristig die Stückkosten senken.

Nach Angaben des Ministeriums sollen die künftig in Itzehoe gefertigten Chips deutlich energieeffizienter und kompakter sein als derzeit auf dem europäischen Markt erhältliche Alternativen.

Die Leistungshalbleiter sind unter anderem für Anwendungen in der Elektromobilität vorgesehen, beispielsweise für Fahrassistenzsysteme und das Batteriemanagement. Weitere Einsatzgebiete umfassen industrielle Anwendungen sowie die Stromversorgung von KI-Systemen.

Förderung im Rahmen des European Chips Act

Die staatliche Unterstützung erfolgt auf Grundlage des European Chips Act. Damit sollen die europäischen Halbleiterfertigungskapazitäten ausgebaut und die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten verringert werden.

„Der sichere Zugang unserer Industrie zu Chips ist eine geopolitische Frage von höchster Relevanz – das haben die letzten Jahre deutlich gezeigt“, erklärt Frank Wetzel, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Der Ausbau des Vishay-Werks sei eine strategisch wichtige Investition, um die deutsche Industrie mit Leistungshalbleitern aus heimischer Produktion zu versorgen und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zu stärken.

Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen betont die Bedeutung der Investition für den Standort. Itzehoe sei seit Jahrzehnten ein wichtiger Standort für Mikroelektronik und Halbleitertechnologie.

Dass Vishay im Jahr seines 30-jährigen Standortjubiläums in den weiteren Ausbau seiner Produktion investiere, sei ein wichtiges Signal für den Industriestandort Schleswig-Holstein.

Mit dem Projekt wollen Bund und Land die industrielle Wertschöpfung in der Region stärken und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie langfristig verbessern.


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