Group14 erhält 150 Millionen Euro für Ausbau der Batteriematerialfertigung
Der US-amerikanische Batteriematerialhersteller Group14 Technologies hat seine bestehende Series-D-Finanzierung um 150 Millionen Euro erweitert. Das teilte das Unternehmen am 29. Oktober mit. Mit dem Kapital will Group14 unter anderem ein neues Produktionswerk im spanischen Sagunto errichten. Dort soll künftig siliziumbasiertes Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien im industriellen Maßstab gefertigt werden, um europäische Abnehmer aus regionaler Produktion zu versorgen.
Zehn Gigawattstunden Kapazität in Sagunto
Die geplante Anlage in Sagunto soll zunächst eine Kapazität von zehn Gigawattstunden erreichen. Unter der Bezeichnung BAM-4 soll das Werk das firmeneigene Silizium-Kohlenstoff-Material SCC55 herstellen, das laut Unternehmensangaben bereits kommerziell in Smartphones und Drohnen eingesetzt wird.
Das spanische Werk ergänzt die Fertigungsstandorte des Unternehmens in Südkorea und den USA. In Sangju betreibt Group14 bereits eine Anlage mit zehn Gigawattstunden Kapazität, deren Ausbau derzeit läuft. Am US-Standort Moses Lake sollen zwei Produktionsmodule mit zusammen 20 Gigawattstunden im ersten Halbjahr 2027 die Fertigung aufnehmen. Seit 2021 produziert das Unternehmen außerdem in einer kommerziellen Pilotanlage in Woodinville und hat von dort bereits über 150 Kunden mit SCC55 beliefert.
Regionale Lieferketten für Europas Batterieindustrie
Mit dem spanischen Standort will Group14 europäische Fahrzeughersteller und weitere Industriekunden vor Ort versorgen. Damit sollen sich die Markteinführungszeiten verkürzen und die Auswirkungen regionaler Lieferkettenstörungen verringern. Nach Unternehmensangaben kommt die Nachfrage nach Batteriematerialien auch aus der Unterhaltungselektronik, dem Rechenzentrumssektor sowie der Luft- und Raumfahrt.
Rick Luebbe, CEO und Mitgründer von Group14 Technologies, sagte: „Um die Energiewirtschaft wirklich zu verändern, müssen die Hersteller von Batteriematerialien dort ansässig sein, wo die Batterien hergestellt werden. Unsere Expansion nach Spanien spiegelt unsere Vision wider: Agil bleiben, in der Nähe wichtiger Kundenzentren bauen und sichere, lokale Lieferketten aufrechterhalten. Die Markteinführung von BAM-4 bietet uns die ideale Ausgangsbasis, um unsere europäische Präsenz zu beschleunigen und gleichzeitig unser globales Wachstum in den USA und Asien voranzutreiben.“
Die Finanzierung stammt von einem bislang nicht öffentlich benannten Investor. Damit steigt das Volumen der gesamten Series-D-Finanzierungsrunde nach Unternehmensangaben auf über 665 Millionen US-Dollar. Einschließlich des geplanten Werks in Spanien will Group14 seine weltweiten Produktionskapazitäten kurzfristig auf insgesamt 40 Gigawattstunden ausbauen.


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