MAHLE nimmt PVT-Anlage mit über 1.000 Solarmodulen in Betrieb
Der deutsche Automobilzulieferer MAHLE hat an seinem Standort Vaihingen an der Enz eine Photovoltaik-Thermie-Anlage (PVT) mit über 1.000 Hybridmodulen in Betrieb genommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 29. Oktober hervor. In der Anlage setzt MAHLE erstmals seine Kühlplattentechnologie aus dem Automobilbereich zur Temperierung von Solarmodulen ein. Das System soll den Standort künftig nahezu vollständig mit Wärme versorgen und Solarstrom erzeugen.
Kühlplattentechnik aus der Elektromobilität für Solarwärme
Auf 2.000 Quadratmetern hat MAHLE am Standort Vaihingen an der Enz eine neue Energieanlage errichtet, die mit PVT-Hybridmodulen des Dresdner Start-ups Sunmaxx Strom und Wärme erzeugt. Die Anlage erzeugt nach Unternehmensangaben über 430 Kilowattpeak (kWp) elektrische Leistung und soll jährlich 1.086 Megawattstunden (MWh) Wärme liefern. Ein Erdwärmesondenfeld speichert die im Sommer gewonnene Wärme, die im Winter als Wärmequelle für eine Wärmepumpe dient.
Die Hybridmodule nutzen eine Kühlplattentechnologie, die MAHLE bereits in der Serienfertigung von Komponenten für Elektrofahrzeuge verwendet. Auf der Rückseite der Module nehmen die Kühlplatten die Wärme der Solarzellen großflächig auf und übertragen sie an eine Wärmeträgerflüssigkeit, wodurch sie zugleich temperaturbedingte Leistungsverluste begrenzen sollen. Dadurch soll die Anlage die Sonnenwärme nach Unternehmensangaben effizienter nutzen können als herkömmliche PVT-Systeme mit punktuell angebundenen Lamellenwärmetauschern.
Joachim Wulff, Leiter des Werks Vaihingen, sagte: „Wir sind besonders stolz, diese zukunftsweisende Technologie hier am Standort aufgebaut zu haben – und das auf bestehenden Strukturen ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs.“
Wärmeversorgung mit weniger fossilen Brennstoffen
Mit der PVT-Anlage will MAHLE die bisher von fossilen Energieträgern abhängige Wärmeversorgung weitgehend durch lokal erzeugte Sonnenwärme ersetzen.
Martin Wellhöffer, Mitglied der MAHLE-Konzernführung und verantwortlich für Thermal and Fluid Systems, erklärte: „Mit unserer PVT-Anlage in Vaihingen schaffen wir einen einzigartigen Brückenschlag von ausgereifter Automobiltechnologie hin zu wegweisender Energietechnik und unterstreichen damit die konsequente Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie.“
Nach Angaben des Unternehmens interessieren sich bereits weitere Betriebe aus der Region für das Referenzprojekt zur industriellen Strom- und Wärmeversorgung.


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