Incap steigert Quartalsumsatz um 56 Prozent auf Rekordniveau
Der finnische Elektronikfertigungsdienstleister Incap hat im dritten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 80,7 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber waren vor allem die Übernahme der Lacon Group und die steigende Nachfrage aus der Verteidigungsindustrie. Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit von Komponenten und Leiterplatten eine Herausforderung.
Wie Incap am 29. Oktober mitteilte, stieg der Umsatz zwischen Juli und September von 51,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 80,7 Millionen Euro. Das organische Wachstum lag bei 18 Prozent und wurde sowohl durch bestehende als auch durch neue Kundenprojekte unterstützt.
Das vergleichbare EBITA erhöhte sich um 50,3 Prozent auf 8,6 Millionen Euro, nach 5,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die entsprechende Marge lag bei 10,7 Prozent gegenüber 11,1 Prozent im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 17,1 Prozent auf 7,9 Millionen Euro, während der Nettogewinn um 61,8 Prozent auf 6,9 Millionen Euro zunahm.
Verteidigungsindustrie und Übernahme treiben Wachstum
Ein wesentlicher Faktor für die Geschäftsentwicklung war die Übernahme der Lacon Group am 20. Februar 2026. Darüber hinaus profitierte Incap von der steigenden Nachfrage aus der Verteidigungsindustrie.
CEO Otto Pukk bezeichnete das dritte Quartal als stark und verwies auf den Rekordumsatz sowie das organische Wachstum.
Auch in anderen Bereichen sieht das Unternehmen weiterhin Geschäftsmöglichkeiten. Dazu zählen insbesondere die Industrieautomatisierung, Stromversorgungsanwendungen für Rechenzentren und die Verteidigungsindustrie.
Die Marktbedingungen unterscheiden sich jedoch weiterhin zwischen den einzelnen Regionen und Kundensegmenten.
Wettbewerbsdruck in Indien bleibt hoch
In Indien sieht sich Incap weiterhin einem intensiven Wettbewerb und anhaltendem Preisdruck ausgesetzt.
Nach Angaben des Unternehmens diversifiziert der größte Kunde derzeit seine Lieferantenbasis. Incap erwartet deshalb, dass die Produktionsvolumina künftig unter Druck geraten könnten.
Gleichzeitig werden in Indien neue Großkundenprojekte hochgefahren, insbesondere im Bereich der Rechenzentrumsanwendungen. Diese sollen die erwarteten Auswirkungen der veränderten Lieferantenstrategie ausgleichen.
Auch die Verfügbarkeit elektronischer Komponenten und Leiterplatten blieb im dritten Quartal angespannt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten konnte Incap die Herausforderungen nach eigenen Angaben jedoch bewältigen.
Die höheren Produktionsvolumina führten gleichzeitig zu einem gestiegenen Nettoumlaufvermögen, was sich auf den operativen Cashflow auswirkte.
Umsatz steigt in den ersten neun Monaten um 32,4 Prozent
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erzielte Incap einen Umsatz von 210,9 Millionen Euro. Gegenüber den 159,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum von 32,4 Prozent.
Das organische Umsatzwachstum lag bei 4,6 Prozent. Positive Beiträge aus bestehenden und neuen Kundenprojekten wurden dabei teilweise durch Wechselkurseffekte ausgeglichen.
Das vergleichbare EBITA stieg um 12,4 Prozent auf 20,3 Millionen Euro. Die entsprechende Marge sank allerdings von 11,4 auf 9,6 Prozent.
Das operative Ergebnis blieb mit 18,4 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der Nettogewinn erhöhte sich dagegen um 52,8 Prozent auf 13,6 Millionen Euro.
Die Entwicklung des Nettogewinns wurde unter anderem durch eine Neubewertung einer übernahmebezogenen erfolgsabhängigen Kaufpreiszahlung, geringere Wechselkursverluste bei den Finanzaufwendungen sowie niedrigere Quellensteuern auf konzerninterne Dividenden begünstigt.
Incap bestätigt Jahresprognose
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Incap weiterhin einen Umsatz zwischen 270 und 290 Millionen Euro. Das vergleichbare EBITA soll zwischen 26 und 29 Millionen Euro liegen.
Das Unternehmen verweist auf einen weiterhin starken Auftragseingang, der die Erwartungen für ein gutes viertes Quartal unterstützt.
Am 17. November will Incap im Rahmen seines Capital Markets Day eine aktualisierte Unternehmensstrategie vorstellen. Diese soll auf der gewachsenen Unternehmensgröße aufbauen und den Rahmen für weiteres Wachstum schaffen.



