Unimicron plant Schließung seines deutschen Leiterplattenwerks
Der taiwanische Leiterplattenhersteller Unimicron plant die Auflösung von Unimicron Germany, seinem Leiterplattenwerk in Geldern, um die Betriebskosten zu senken. Der Konzern stellt dem Unternehmen bis zu 35 Millionen Euro zur Verfügung, um bestehende Aufträge abzuschließen, Abfindungen zu zahlen und die Liquidation zu finanzieren.
Der Plan geht aus zwei Mitteilungen an die taiwanische Börse vom 27. Oktober hervor. Unimicron wird bis zu 35 Millionen Euro, zahlbar in US-Dollar, in seine Tochtergesellschaft UniRuwel Holding einbringen, die sämtliche Anteile an Unimicron Germany hält. UniRuwel wird das Geld anschließend an das deutsche Unternehmen weiterleiten. Laut den Mitteilungen basiert die Auflösung auf „Konzernplanung und betrieblichen Erwägungen“, und die Transaktion wurde vom Vorstand und Prüfungsausschuss von Unimicron genehmigt.
Das Geld wird verwendet, um bestehende Aufträge zu erfüllen, Abfindungen für Mitarbeiter zu zahlen, Bankdarlehen und konzerninterne Kredite zurückzuzahlen sowie die Kosten für die Liquidation des Unternehmens zu decken. Es wird als Kapitaleinlage und nicht in Form neuer Aktien verbucht, sodass die Beteiligung von UniRuwel an Unimicron Germany unverändert bleibt.
Noch vor vier Jahren investierte Unimicron Germany in den Standort. Im Jahr 2022 gab das Unternehmen rund zwölf Millionen Euro für ein neues Produktionsgebäude, Anlagen zum Desmearing und zur Verkupferung sowie eine neue Anlage zur Grundwasserdekontamination aus, wie Evertiq damals berichtete. Das Unternehmen erklärte damals, dass es die steigende Nachfrage aus der Automobilindustrie, dem Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Industrie- und Medizintechnik bedienen wolle.
Aus den Mitteilungen geht nicht hervor, wie viele Mitarbeiter betroffen sind oder wann die Produktion eingestellt wird. Nach Angaben der Rheinischen Post sind rund 240 Mitarbeiter, also die gesamte Belegschaft des Werks, betroffen, und die Produktion soll in der ersten Jahreshälfte 2027 eingestellt werden.
Im Ranking der 30 größten europäischen Leiterplattenhersteller nach Umsatz im Jahr 2024, das von Data4PCB erstellt und im vergangenen Jahr von Dieter G. Weiss auf der Evertiq Expo Berlin vorgestellt wurde, belegte Unimicron den zwölften Platz. Damit zählt das Unternehmen zu den größeren Leiterplattenherstellern Deutschlands.



