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Elektronikproduktion |

Speicherknappheit zwingt Entwickler zur Anpassung ihrer Produktdesigns

Ingenieure wählen Speicherkomponenten zunehmend danach aus, welche Bauteile tatsächlich verfügbar sind, anstatt sich vorrangig an Leistung oder Preis zu orientieren. Einer Umfrage von Memphis Electronic zufolge haben 95 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr ihre Beschaffungsstrategie, ihre Produktdesigns oder beides angepasst.

Die Umfrage wurde gemeinsam mit EETech durchgeführt und umfasst laut einer Pressemitteilung von Memphis Electronic mehr als 100 Ingenieure aus Nordamerika und Europa. Die Verfügbarkeit war mit 69 Prozent die am häufigsten genannte Herausforderung, gefolgt von den Preisen (62 Prozent) und Lieferzeiten (46 Prozent).

Die Speicherknappheit wirkt sich inzwischen unmittelbar auf die Produktentwicklung aus. Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) gab an, Produkte so umgestaltet zu haben, dass sie mit zuverlässig verfügbaren Speicherkomponenten gefertigt werden können. Fast ein Viertel (24 Prozent) musste Produkteinführungen verschieben. Elf Prozent stellten Produkte sogar vollständig ein. Knapp die Hälfte (46 Prozent) berichtete von einem gestiegenen Entwicklungsaufwand.

„In der Vergangenheit wählten Ingenieure Speicherkomponenten anhand von Leistung, Speicherdichte und Kosten aus. Heute sind Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit ebenso wichtig geworden und in vielen Fällen sogar wichtiger. Die Knappheit betrifft längst nicht mehr nur die Einkaufsabteilungen, sondern hat auch die Entwicklung und Produktgestaltung erreicht“, erklärt Nikolaos Florous, Global Head of Product Marketing bei Memphis Electronic.

Unternehmen setzen auf Flexibilität statt Optimierung

Viele Unternehmen bevorzugen inzwischen Flexibilität gegenüber einer möglichst weitreichenden Optimierung. Rund 42 Prozent haben ihre Bestandsplanung oder Sicherheitslagerbestände ausgeweitet, während 39 Prozent alternative Speicherlieferanten qualifiziert haben.

Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) ist auf ältere oder leichter verfügbare Speichertechnologien umgestiegen. In der Umfrage wurden ältere Produkte wie DDR3, DDR4 und eMMC mit geringer Speicherkapazität deutlich häufiger als erwartete Herausforderung genannt als modernste Speichertechnologien.

Gleichzeitig sehen sich nur wenige Befragte in der Lage, ihren künftigen Bedarf zuverlässig zu planen. Lediglich sechs Prozent gaben an, wirklich zuversichtlich zu sein, ihren Speicherbedarf für die kommenden zwölf Monate prognostizieren zu können. Fast ein Drittel hatte wenig oder gar kein Vertrauen in die eigenen Prognosen.

Dies könnte erklären, warum lediglich 13 Prozent langfristige Verträge oder Liefervereinbarungen abgeschlossen haben.

„Die Daten zeigen, dass es sich hierbei nicht einfach um einen Preiszyklus handelt, dessen Ende nur abgewartet werden muss“, ergänzt Nikolaos Florous. „Die Auswirkungen der Lieferengpässe sind bereits in Produktdesigns, Qualifizierungsprozesse und Beschaffungsstrategien eingeflossen. Entscheidungen, die unter den heutigen Bedingungen getroffen werden, werden die Produktlebenszyklen noch über Jahre hinweg beeinflussen.“


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