Schaeffler und Wandelbots vereinbaren Partnerschaft für KI-Robotik in der Fertigung
Der deutsche Industriezulieferer Schaeffler und das Dresdner Robotikunternehmen Wandelbots haben eine Technologiepartnerschaft für den KI-Einsatz in der Fertigung vereinbart. Das geht aus einer Pressemitteilung von Schaeffler vom 22. Oktober hervor. Auf Basis der Software Wandelbots NOVA wollen die Partner Roboteranwendungen für verschiedene Produktionsstandorte entwickeln und erproben. Der Einsatz intelligenter Robotik im weltweiten Werksnetz soll dadurch einfacher und kostengünstiger werden.
Einheitliche Plattform für Robotikanwendungen
Im Rahmen der Kooperation wollen die Unternehmen Wandelbots NOVA gemeinsam weiterentwickeln und als einheitliche Plattform bei Schaeffler etablieren. Die Plattform soll künftig allen Schaeffler-Werken weltweit zur Verfügung stehen. Darüber sollen sich Anwendungen für unterschiedliche Robotersysteme konzipieren, testen und anschließend in weiteren Werken nutzen lassen. Die Partner wollen die Plattform für Industrieroboter und humanoide Roboter einsetzen.
Für die virtuelle Erprobung setzen die Partner auf NVIDIA Omniverse und Isaac Sim. Mit diesen Technologien können die Entwickler Produktionsabläufe und Roboteraufgaben zunächst simulieren, prüfen und optimieren, ehe die Anwendungen in realen Produktionsanlagen zum Einsatz kommen. Ein sogenannter Skill-Store soll nach Unternehmensangaben entwickelte Anwendungen sowie Modelle und technisches Wissen sammeln. So könnten einmal erprobte Roboterfähigkeiten unabhängig vom jeweiligen Robotersystem an weiteren Standorten genutzt und perspektivisch auch extern angeboten werden.
Christian Piechnick, CEO und Mitgründer von Wandelbots, sagte: „Physical AI hat das große Potential, Fertigungskosten signifikant zu reduzieren und gleichzeitig die Flexibilität von Robotern dramatisch zu erhöhen. Die technische Machbarkeit wurde in den letzten 12 Monaten ausreichend bewiesen. Entscheidend ist jetzt, dass Fähigkeiten effizient entwickelt, auf unterschiedliche Systeme übertragen und zuverlässig in der Produktion eingesetzt werden können. Unsere Zusammenarbeit mit Schaeffler verbindet eine offene Technologieplattform mit umfassender industrieller Anwendungskompetenz. Gemeinsam zeigen wir, wie Anwendungen schneller aus der Entwicklung in die Praxis gelangen und über verschiedene Produktionsumgebungen hinweg skaliert werden können.“
Bis zu 40 Prozent geringere Automatisierungskosten
Mit der gemeinsamen Plattform will Schaeffler den Aufwand für die Einführung neuer Automatisierungslösungen über die einzelnen Werke hinweg reduzieren. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Kostensenkung um bis zu 40 Prozent über den gesamten Lebenszyklus dieser Lösungen an. Das Ziel gilt für neue Anlagen ebenso wie für bestehende Fertigungsumgebungen.
Dr. Jochen Schröder, Vorstand für Produktion, Supply Chain Management und Einkauf bei Schaeffler, erklärte: „Wer die Produktion der Zukunft gestalten will, muss Automatisierung neu denken. Flexibilität und Skalierbarkeit sind heute die entscheidenden Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb. Gemeinsam mit Wandelbots bringen wir modernste Physical AI direkt in die industrielle Praxis. Damit untermauern wir unseren Anspruch als technologischer Vorreiter und heben das Produktionsnetzwerk von Schaeffler auf das nächste Level der Digitalisierung.“


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