NVIDIA und sechs Zulieferer bauen Fertigungskapazitäten für KI-Hardware aus
Der US-amerikanische Chiphersteller NVIDIA will gemeinsam mit sechs Zulieferern die weltweiten Fertigungskapazitäten für KI-Hardware ausbauen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 21. Oktober hervor. Die Vereinbarungen sehen zusätzliche Kapazitäten für Halbleitersubstrate, Advanced Packaging, Tests und optische Komponenten vor. Damit will NVIDIA seine Lieferkette widerstandsfähiger machen und die wachsende Nachfrage nach KI-Infrastruktur bedienen.
Neue Substratwerke und erweiterte Testkapazitäten
Für die Fertigung von Halbleitersubstraten hat NVIDIA Vereinbarungen mit drei asiatischen Herstellern getroffen. IBIDEN aus Japan will die Kapazität seines Werks Ono verdreifachen. Samsung Electro-Mechanics aus Südkorea steigt als neuer Substratlieferant ein und will bestehende Anlagen modernisieren sowie neue Fabriken in Sejong und Busan errichten. Der taiwanische Hersteller Unimicron will seine Produktion von KF-Substraten ausbauen. Insgesamt soll NVIDIA dadurch innerhalb von drei Jahren über das Zweieinhalbfache der bisherigen Substratkapazität verfügen.
Auch bei der Chipgehäusetechnik und Halbleiterprüfung stehen umfangreiche Erweiterungen an. Amkor will die Kapazität für Interposer-Wafer in Südkorea bis Ende 2028 um über 300 Prozent erhöhen. Bei den Halbleitertests rechnet NVIDIA zwischen 2026 und 2027 mit einer Verdopplung der verfügbaren Kapazitäten. Dafür entstehen neue Testanlagen in den USA; bestehende Standorte in Taiwan und Singapur werden ausgebaut. Der taiwanische Hersteller SPIL will seine Produktion optischer Engines für Co-Packaged Optics bis Mitte 2027 auf das Fünfzehnfache steigern. Bis Ende 2028 strebt SPIL eine weitere Verdopplung an.
Weniger Engpässe bei KI-Infrastruktur
Mit der Erweiterung seiner Zulieferbasis will NVIDIA die Produktion aktueller und künftiger KI-Plattformen steigern. Die neuen Testanlagen in den USA sowie die Erweiterungen in Taiwan und Singapur sollen die Versorgung widerstandsfähiger machen. Damit reagiert NVIDIA auf den steigenden Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen.
Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA, erklärte: „Wir befinden uns mitten im größten Infrastrukturausbau der Menschheitsgeschichte. Die Nachfrage ist außergewöhnlich. Die verfügbaren Kapazitäten sind der begrenzende Faktor. Unsere Lieferkettenpartner gehören zu den besten Herstellern der Welt. Ich bin dankbar, dass sie ihre Kapazitäten weltweit ausbauen, um die Produktion hochzufahren und uns dabei zu helfen, die KI-Supercomputersysteme zu liefern, die diese neue industrielle Revolution antreiben.“
Für neue Testanlagen und Ausrüstung des Partners King Yuan Electronics (KYEC) in den USA stellt NVIDIA eine Vorauszahlung zur Kapazitätsreservierung von 1,1 Milliarden US-Dollar bereit. Für das japanische IBIDEN-Werk hatte NVIDIA bereits früher im Jahr eine Kapazitätsreservierungszahlung in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar vereinbart.
Der Hochlauf der US-Testanlagen zur Großserienfertigung ist für April 2027 geplant; in Singapur sollen die erweiterten Testkapazitäten bereits im Februar 2027 anlaufen. Im japanischen IBIDEN-Werk sollen die ersten zusätzlichen Kapazitäten ab dem ersten Quartal 2028 schrittweise anlaufen. Unimicron erwartet erste zusätzliche Kapazitäten ab dem zweiten Quartal 2027 und den vollständigen Ausbau bis Mitte 2028.



