Die zehn größten Chipunternehmen vereinen zwei Drittel des Rekordmarktes auf sich
Die zehn größten Halbleiteranbieter steigerten ihren Umsatz im Jahr 2025 um mehr als 30 Prozent und wuchsen damit fast dreimal so schnell wie der Rest der Branche. Laut Daten von Omdia, die am 22. Oktober auf der Evertiq Expo in Warschau vorgestellt wurden, entfallen inzwischen knapp 68 Prozent eines Marktes mit einem Volumen von 831 Milliarden US-Dollar auf diese Unternehmen.
Allein NVIDIA war für rund ein Drittel des Branchenwachstums verantwortlich. Der Umsatz des Unternehmens stieg um 52,9 Milliarden US-Dollar auf 150,3 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig vergrößerte sich der Vorsprung gegenüber dem zweitplatzierten Samsung Electronics nahezu um das Dreifache, von 22,3 Milliarden auf 64,5 Milliarden US-Dollar. NVIDIAs Anteil am gesamten Halbleiterumsatz erhöhte sich von etwa 14,5 Prozent auf etwas mehr als 18 Prozent.
Die zentrale Aussage der Präsentation von Ewelina Bednarz, Content Manager bei Evertiq, lautete, dass steigende Umsätze allein wenig über die Position eines Unternehmens aussagen, wenn der Gesamtmarkt um 23,3 Prozent wächst. Mehrere Unternehmen unter den zehn größten Anbietern konnten ihre Umsätze steigern und verloren dennoch Marktanteile. Andere wuchsen schneller als der Gesamtmarkt, verbesserten aber ihre Platzierung nicht.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren wird diese Entwicklung noch deutlicher. Laut einer Pressemitteilung von Omdia stieg der gesamte Halbleiterumsatz zwischen 2023 und 2025 um rund 53 Prozent. Die Umsätze der zehn größten Anbieter legten im selben Zeitraum um etwa 90 Prozent zu, während alle übrigen Anbieter zusammen lediglich um rund 8 Prozent wuchsen. NVIDIA und die drei großen Speicherhersteller Samsung, SK hynix und Micron steigerten ihren gemeinsamen Anteil am Branchenumsatz von 24 Prozent im Jahr 2023 auf 42 Prozent im Jahr 2025.
Die zehn größten Halbleiterunternehmen 2025
| Rang 2025 | Rang 2024 | Unternehmen | Umsatz 2025 (Mrd. USD) | Umsatz 2024 (Mrd. USD) | Wachstum | Marktanteil 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | NVIDIA | 150,3 | 97,4 | 54,3 % | 18,1 % |
| 2 | 2 | Samsung Electronics | 85,8 | 75,1 | 14,2 % | 10,3 % |
| 3 | 4 | SK hynix | 67,2 | 47,2 | 42,3 % | 8,1 % |
| 4 | 3 | Intel | 48,5 | 50,4 | −3,7 % | 5,8 % |
| 5 | 7 | Micron | 45,6 | 29,2 | 56,3 % | 5,5 % |
| 6 | 6 | Broadcom | 39,5 | 30,9 | 28,0 % | 4,8 % |
| 7 | 5 | Qualcomm | 38,9 | 34,9 | 11,6 % | 4,7 % |
| 8 | 8 | Apple* | 34,4 | 25,0 | 37,5 % | 4,1 % |
| 9 | 9 | AMD | 32,7 | 24,5 | 33,4 % | 3,9 % |
| 10 | 10 | MediaTek | 19,1 | 16,5 | 15,6 % | 2,3 % |
| Top 10 gesamt | 562,1 | 431,1 | 30,4 % | 67,6 % | ||
| Gesamtmarkt | ca. 831 | 23,3 % |
Quelle: Omdia. Die Marktanteile wurden auf Grundlage des gesamten Marktumsatzes berechnet. Der für Apple angegebene Wert entspricht der von Omdia geschätzten wirtschaftlichen Bedeutung der unternehmenseigenen Halbleiteraktivitäten und nicht dem Umsatz aus dem externen Verkauf von Chips.
Speicherchips verändern die Rangliste
Die meisten Veränderungen in der Rangliste waren auf das Speichergeschäft zurückzuführen. Micron verzeichnete mit einem Plus von 56,3 Prozent beziehungsweise 16,4 Milliarden US-Dollar das stärkste Wachstum unter den zehn größten Unternehmen. Der Konzern verbesserte sich vom siebten auf den fünften Platz und überholte sowohl Broadcom als auch Qualcomm.
SK hynix steigerte seinen Umsatz um 42,3 Prozent auf 67,2 Milliarden US-Dollar und rückte auf den dritten Platz vor. Im Jahr 2024 lag der Umsatz des Unternehmens noch rund 3,1 Milliarden US-Dollar unter dem von Intel. Ein Jahr später lag SK hynix bereits 18,7 Milliarden US-Dollar vor dem US-Konzern.
Hinter diesen Zahlen steht ein DRAM-Markt, dessen Umsatz sich laut Omdia innerhalb von zwei Jahren nahezu verdreifacht hat. Er stieg von etwas mehr als 50 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf über 150 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Allein 2025 wuchs der Markt um mehr als 50 Prozent.
Die Nachfrage beschränkt sich dabei nicht auf High Bandwidth Memory (HBM), das gemeinsam mit KI-Beschleunigern eingesetzt wird.
„KI-Server benötigen nicht nur mehr HBM, sondern auch deutlich mehr Systemspeicher, insbesondere DDR5“, erklärte Lino Jeng, Senior Principal Analyst bei Omdia, in der Pressemitteilung.
Wie Bednarz erläuterte, führt die Verlagerung von Produktionskapazitäten auf HBM und hochkapazitiven Server-DRAM zu einer Verknappung anderer Speichertypen. Dadurch steigen die Preise auch außerhalb des HBM-Segments.
Sie wies zudem darauf hin, dass die Zahlen Umsätze und nicht Absatzmengen abbilden. Preisentwicklungen und die Zusammensetzung des Produktportfolios erklären einen erheblichen Teil des Wachstums.
Samsung zeigt, wie schnell sich die Maßstäbe verschoben haben. Der Umsatz des Unternehmens stieg um 14,2 Prozent auf 85,8 Milliarden US-Dollar, womit Samsung den zweiten Platz behauptete. Allerdings wuchs das Unternehmen langsamer als der Gesamtmarkt. Sein Marktanteil sank von 11,1 auf 10,3 Prozent, während sich der Vorsprung gegenüber SK hynix von 27,8 Milliarden auf 18,5 Milliarden US-Dollar verringerte.
Umsatzwachstum ohne Marktanteilsgewinn
Qualcomm ist das deutlichste Beispiel für ein Unternehmen, das trotz steigender Umsätze an Boden verlor. Der Umsatz wuchs um 11,6 Prozent auf 38,9 Milliarden US-Dollar, dennoch fiel Qualcomm vom fünften auf den siebten Platz zurück. Gleichzeitig sank der Marktanteil von 5,2 auf 4,7 Prozent.
MediaTek steigerte seinen Umsatz um 15,6 Prozent auf 19,1 Milliarden US-Dollar und behauptete den zehnten Platz. Der Marktanteil ging jedoch ebenfalls zurück, von 2,45 auf 2,30 Prozent.
Andere Unternehmen standen vor dem umgekehrten Problem. Broadcom wuchs um 28 Prozent auf 39,5 Milliarden US-Dollar und überholte Qualcomm. Da jedoch gleichzeitig Micron an Broadcom vorbeizog, blieb das Unternehmen auf dem sechsten Platz.
AMD steigerte seinen Umsatz um 33,4 Prozent auf 32,7 Milliarden US-Dollar und wuchs damit sowohl schneller als der Gesamtmarkt als auch schneller als die zehn größten Anbieter insgesamt. Dennoch blieb AMD auf Platz neun, da Apple noch stärker zulegte. Der Abstand zwischen den beiden Unternehmen vergrößerte sich von rund 0,5 Milliarden auf 1,7 Milliarden US-Dollar.
Bei den für Apple ausgewiesenen 34,4 Milliarden US-Dollar handelt es sich um einen Wert, den Omdia den von Apple für eigene Produkte entwickelten Chips zuordnet. Es handelt sich nicht um Umsätze aus dem Verkauf von Halbleitern an andere Unternehmen.
Intel war das einzige Unternehmen unter den zehn größten Anbietern, dessen Umsatz zurückging. Er sank um 3,7 Prozent auf 48,5 Milliarden US-Dollar. Damit fiel Intel vom dritten auf den vierten Platz zurück. Der Marktanteil verringerte sich von 7,5 auf 5,8 Prozent.
Auch der übrige Markt entwickelte sich weiter. Laut Omdia verzeichneten 2025 alle wichtigen Anwendungssegmente Wachstum. Im Jahr 2024 waren die Umsätze mit Halbleitern für die Automobilindustrie, Unterhaltungselektronik und Industrieanwendungen dagegen noch zurückgegangen.
Industriehalbleiter kehrten nach zwei Jahren mit rückläufigen Umsätzen zu einem Wachstum von etwas mehr als 6 Prozent zurück. Das Segment Datenverarbeitung wuchs im selben Zeitraum um mehr als 40 Prozent.
2026 beschleunigt sich das Wachstum weiter
Zahlen aus der September-Aktualisierung von Omdia, die in Warschau vorgestellt wurden, zeigen eine weitere Beschleunigung des Trends.
Der Branchenumsatz erreichte in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits 752 Milliarden US-Dollar und damit rund 90 Prozent des gesamten Jahresumsatzes von 2025.
Allein im zweiten Quartal überstieg der Umsatz 425 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal entspricht dies einem Anstieg von mehr als 31 Prozent.
Speicherprodukte machten im zweiten Quartal mehr als die Hälfte des gesamten Marktes aus. DRAM, NAND und NOR erreichten jeweils neue Quartalsrekorde beim Umsatz.
Auch ohne Speicherprodukte wuchs der Markt gegenüber dem Vorquartal um etwas mehr als 10 Prozent. Der historische Durchschnitt für das zweite Quartal liegt dagegen bei etwas mehr als 3 Prozent.
Die Semiconductor Industry Association (SIA) berichtete zudem, dass die weltweiten Halbleiterverkäufe von Januar bis August 2026 erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten haben.
Im August erreichten die Verkäufe 159,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 144,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und dem 18. Wachstumsmonat in Folge.
Die SIA erwartet, dass die weltweiten Halbleiterverkäufe im Gesamtjahr 2026 mehr als 1,6 Billionen US-Dollar erreichen werden.
Die Zahlen der SIA basieren auf Daten der World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) und werden nach einer anderen Methodik ermittelt als die Daten von Omdia. Beide Datensätze sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.
Für die zahlreichen Unternehmen im Publikum der Evertiq Expo Warschau, die Industrie-, Automobil- und andere Märkte außerhalb des KI-Sektors beliefern, ist diese Marktkonzentration laut Bednarz von unmittelbarer praktischer Bedeutung.
Die Investitionsentscheidungen und Produktionsprioritäten einiger weniger großer Anbieter beeinflussen zunehmend die Verfügbarkeit von Komponenten für Produkte, die mit künstlicher Intelligenz nur wenig zu tun haben.
Zum Abschluss stellte Bednarz dem Publikum eine Frage: Wenn ein immer größerer Anteil des Branchenumsatzes auf eine kleine Gruppe von Unternehmen entfällt, in welchem Ausmaß werden deren Prioritäten darüber entscheiden, was für alle anderen überhaupt noch möglich ist?
Die Tabelle habe ich vollständig bereinigt, mit allen zehn Unternehmen, den Rangveränderungen sowie den Gesamtwerten. Die Zahlen und Aussagen sind entsprechend deiner englischen Vorlage übernommen.




