Saft startet Fertigung von Festkörperbatterien in Bordeaux
Der französische Batteriehersteller Saft nimmt an seinem Standort Bordeaux neue Produktionslinien für Festkörperbatterien in Betrieb. Das geht aus einer Unternehmensmitteilung vom 19. Oktober hervor. Die Anlagen sollen die Herstellung neuartiger Batteriezellen voranbringen und den Übergang zu industriellen Fertigungsprozessen erleichtern. Dabei untersucht Saft den Einsatz von Sulfid- und Polymerelektrolyten sowie die Möglichkeiten der trockenen Elektrodenherstellung.
Fertigung von Festkörperzellen bei Raumtemperatur
In Bordeaux steigt Saft mit den neuen Produktionslinien in die Fertigung von Festkörperbatterien mit Sulfid- und Polymerelektrolyten ein, die bei Raumtemperatur funktionieren. Die beiden Technologien nutzen feste Materialien anstelle der flüssigen Elektrolyte herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien. Mit den Anlagen kann der Hersteller die unterschiedlichen Zelltechnologien unter produktionsnahen Bedingungen erproben. Für die Herstellung der Elektroden setzt Saft auf ein Trockenverfahren, das die CO₂-Emissionen dieses Fertigungsschritts nach Unternehmensangaben um bis zu 40 Prozent senken soll.
Höhere Energiedichte und effizientere Fertigung
Mit der neuen Fertigung will Saft die Festkörpertechnik schrittweise zur industriellen Marktreife bringen. Das Unternehmen erwartet von den Batteriezellen eine um bis zu 50 Prozent höhere Energiedichte und eine größere Sicherheit gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Dadurch könnten sie künftig insbesondere in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen, wo geringes Gewicht, hohe Energiedichte und Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Für die Luftfahrt hat Saft bereits erste halbfeste Batteriezellen ausgeliefert, die zur Bewertung künftiger elektrischer und hybrider Flugzeugarchitekturen dienen.
Cedric Duclos, CEO von Saft, erklärte: „Festkörperbatterien gehören zu den vielversprechendsten Innovationen, um den künftigen Bedarf im Zuge der Elektrifizierung zu decken. Diese neuen Produktionslinien markieren einen wichtigen Meilenstein für Saft, da wir damit die Ergebnisse mehrjähriger Forschung in reale industrielle Fertigungskapazitäten überführen. Zugleich unterstreichen wir unseren Anspruch, Frankreich und Europa als führende Standorte für diese strategisch wichtige Technologie zu etablieren.“




