Cicor steigert Umsatz im dritten Quartal um 6,7 Prozent und verzeichnet starken Auftragseingang
Der Schweizer Elektronikfertigungsdienstleister Cicor hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 170,8 Millionen Schweizer Franken erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Auftragseingang um 10,7 Prozent auf 193,2 Millionen Schweizer Franken. Trotz anhaltender Engpässe bei Leiterplatten und Speicherchips erwartet das Unternehmen eine deutliche Beschleunigung des Wachstums im vierten Quartal.
Wie die Cicor Group in einer Ad-hoc-Mitteilung vom 15. Oktober 2026 bekannt gibt, erreichte das organische Umsatzwachstum im dritten Quartal 4,6 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres lag das organische Wachstum bei 1,7 Prozent.
Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, erreichte im dritten Quartal einen Wert von 1,13. Damit lag die Kennzahl bereits das sechste Quartal in Folge über eins. Dies deutet auf eine anhaltend hohe Nachfrage und eine solide Auftragslage hin.
Materialengpässe bremsen organisches Wachstum
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung bleibt die Materialversorgung eine Herausforderung. Insbesondere bei Leiterplatten (PCB) und Speicherchips kommt es weiterhin zu Engpässen, die das organische Wachstum beeinträchtigen.
Nach Angaben von Cicor sind die aktuellen Lieferverzögerungen zwar deutlich geringer als während der Lieferkettenkrise nach der Covid-19-Pandemie, wirken sich jedoch weiterhin leicht auf den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aus.
Das Unternehmen versucht, die Herausforderungen durch seine Einkaufskapazitäten und effiziente Beschaffungsprozesse abzufedern.
Deutliche Umsatzbeschleunigung im vierten Quartal erwartet
Aufgrund des hohen Auftragsbestands rechnet Cicor für das vierte Quartal mit einer deutlichen Umsatzsteigerung. Dazu sollen auch die Maßnahmen beitragen, mit denen das Unternehmen bestehende Lieferkettenprobleme überwinden will.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet Cicor einen Umsatz, der zwischen 10 und 25 Prozent über dem Niveau der ersten sechs Monate liegt.
Ein erheblicher Teil dieses Wachstums soll im vierten Quartal erzielt werden. Damit dürfte das Schlussquartal nach Unternehmensangaben das mit Abstand umsatzstärkste des Jahres werden.
Übernahme des EDMI-Standorts in Malaysia geplant
Zusätzliche Wachstumsimpulse erwartet Cicor durch die geplante Übernahme des Produktionsstandorts von EDMI in Senai, Malaysia.
Der Abschluss der Transaktion sowie einer langfristigen strategischen Liefervereinbarung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Abhängig vom tatsächlichen Abschlussdatum soll die Übernahme bereits im laufenden Geschäftsjahr einen zusätzlichen Umsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich in Schweizer Franken beitragen.
Dieser erwartete Umsatzbeitrag ist bereits in der Jahresprognose berücksichtigt.
Cicor bestätigt Jahresprognose für 2026
Trotz der anhaltenden Herausforderungen in der Lieferkette hält Cicor an seiner bisherigen Prognose für das Gesamtjahr fest.
Der Konzern erwartet weiterhin einen Jahresumsatz zwischen 700 und 750 Millionen Schweizer Franken. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 70 und 80 Millionen Schweizer Franken liegen.
Die Prognose setzt voraus, dass sich weder die geopolitische Lage noch die Verfügbarkeit von Materialien weiter verschlechtern.
Ausbau des Geschäfts mit Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie
Cicor konnte seine Position im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung weiter stärken.
In den ersten neun Monaten 2026 gewann das Unternehmen drei neue Kunden aus diesem Marktsegment hinzu. Nach eigenen Angaben beliefert Cicor inzwischen 16 der 20 größten europäischen Unternehmen der Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.
Damit unterstreicht der Elektronikfertigungsdienstleister seine wachsende Bedeutung als Zulieferer für sicherheitskritische Anwendungen.
Der nächste Kapitalmarkttag von Cicor ist für 2027 vorgesehen. Ein konkretes Datum soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.




