VARTA Consumer Batteries wird eigenständig: 990 Arbeitsplätze gesichert
Die VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA wird künftig wieder als eigenständiges Unternehmen geführt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Herauslösung des Geschäftsbereichs aus der insolventen VARTA AG Gruppe genehmigt. Damit sollen rund 990 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Gleichzeitig plant das Unternehmen weitere Investitionen in die Batterieproduktion am Standort Dischingen in Baden-Württemberg.
Wie VARTA in einer Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026 bekannt gibt, ist die organisatorische und finanzielle Trennung des Consumer-Geschäfts von der bisherigen Unternehmensgruppe abgeschlossen. Die wichtigsten Kreditgeber der früheren VARTA AG Gruppe übernehmen sämtliche Gesellschaftsanteile an VARTA Consumer Batteries und unterstützen die weitere eigenständige Entwicklung.
Im Zuge der Neuaufstellung wurde das Unternehmen mit frischem Kapital in mehrstelliger Millionenhöhe ausgestattet. Zudem ist VARTA Consumer Batteries nicht länger Teil der gemeinsamen Konzernfinanzierung und weitgehend von den bisherigen Finanzierungsverpflichtungen der Gruppe befreit.
Für Kunden und Geschäftspartner soll sich durch die Herauslösung nichts ändern. Produktion und Lieferungen werden ohne Unterbrechung fortgeführt, bestehende Verträge und Liefervereinbarungen bleiben bestehen.
Produktionsstandort Dischingen bleibt erhalten
VARTA Consumer Batteries beschäftigt derzeit rund 990 Mitarbeiter, davon etwa 820 in Deutschland und 170 im Ausland. Der zentrale Produktionsstandort für Haushaltsbatterien befindet sich in Dischingen, wo im Dreischichtbetrieb gefertigt wird. Verwaltung und Logistik sind am Standort Ellwangen-Neunheim angesiedelt.
Im Rahmen der Neuaufstellung sind keine Personalabbaumaßnahmen vorgesehen. Stattdessen sollen zusätzliche Stellen entstehen, insbesondere in den Bereichen IT, Finanzen, Controlling, Beschaffung und Lieferantenbeziehungen. Diese Aufgaben waren bislang teilweise innerhalb der VARTA AG Gruppe organisiert.
Mark Munz, Geschäftsführer von VARTA Consumer Batteries, bezeichnet den Geschäftsbereich als wirtschaftlich stabil und bei Kunden sowie Geschäftspartnern gut positioniert. Die eigenständige Fortführung schaffe eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten und die weitere Unternehmensentwicklung.
Investitionen in Automatisierung und Fertigungstechnik
Bis Ende 2028 plant VARTA Consumer Batteries weitere Investitionen in den Produktionsstandort Dischingen. Ein Teil der Maßnahmen befindet sich bereits in der Umsetzung.
Im Mittelpunkt stehen moderne Fertigungsanlagen, eine stärkere Automatisierung der Produktionsprozesse sowie die Umstellung von Verpackungen aus Kunststoff und Karton auf reine Kartonverpackungen.
Darüber hinaus sollen optimierte Anlagenkonzepte die Produktionsleistung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit verbessern. Das Unternehmen will damit die technologische Wettbewerbsfähigkeit seines Standorts in Deutschland weiter stärken.
Eine konkrete Investitionssumme wurde nicht genannt.
Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent jährlich geplant
VARTA Consumer Batteries rechnet bis zunächst 2029 mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent.
Ein Schwerpunkt der Wachstumsstrategie liegt auf europäischen Märkten, insbesondere in bestimmten Nicht-EU-Ländern und Teilen Südwesteuropas. Darüber hinaus sieht das Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten in Südamerika, Asien und Kanada.
Zum Produktportfolio gehören neben Haushaltsbatterien auch Knopfzellen, Akkus, Hörgerätebatterien, Powerbanks, Ladegeräte, Leuchten und weiteres Zubehör.
Die Haushaltsbatterien werden in Deutschland produziert. Die dafür benötigten Rohmaterialien stammen nach Unternehmensangaben nahezu vollständig aus der Europäischen Union.
Parallel plant VARTA Consumer Batteries, seine digitalen Vertriebskanäle und das Direktkundengeschäft weiter auszubauen.
Insolvenzverfahren der übrigen VARTA-Gesellschaften läuft weiter
Während das Consumer-Geschäft nun eigenständig fortgeführt wird, befinden sich andere Gesellschaften der früheren VARTA AG Gruppe weiterhin im Insolvenzverfahren.
Am 1. Oktober 2026 hatte das Amtsgericht Stuttgart die Insolvenzverfahren für die VARTA AG, VARTA Microbattery GmbH, VARTA Storage GmbH und VARTA Micro Production GmbH eröffnet.
Für diese Gesellschaften läuft ein gesonderter Verkaufsprozess, dessen Abschluss in den kommenden Monaten erwartet wird.
Mit der Herauslösung des Consumer-Geschäfts bleibt damit ein wesentlicher Teil der deutschen Batterieproduktion erhalten. Gleichzeitig erhält VARTA Consumer Batteries eine eigenständige finanzielle Grundlage für geplante Investitionen und weiteres Wachstum.





