Micron Mitarbeiter in Taoyuan stimmen für Streik
Eine Gewerkschaft, die Micron Beschäftigte im taiwanischen Taoyuan vertritt, hat die Zustimmung ihrer Mitglieder für einen Streik im Streit um das Bonussystem des Unternehmens erhalten, berichtet Reuters. Taiwan ist ein wichtiger Produktionsstandort für Microns DRAM und HBM Chips. Ein Streik könnte die Sorgen um die Versorgung in einem ohnehin angespannten Speichermarkt weiter verstärken.
Nach Angaben der Gewerkschaft stimmten 1.994 Mitglieder und damit 99 Prozent der Abstimmenden für einen Streik. Über den Zeitpunkt und weitere Einzelheiten möglicher Arbeitskampfmaßnahmen wird derzeit noch beraten. Vermittlungsgespräche zwischen Micron und der Gewerkschaft in Taoyuan waren im September ohne Einigung beendet worden.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Forderung der Gewerkschaft nach einem dauerhaften Gewinnbeteiligungsmodell. Im September hatte Micron nach einem nach eigenen Angaben „außergewöhnlichen Jahr“ Prämien für mehr als 60.000 Beschäftigte weltweit angekündigt. Beschäftigte in Taiwan sollten laut Reuters eine Barprämie von einer Million Taiwan Dollar, rund 31.400 US Dollar, erhalten.
Nach Ansicht der Gewerkschaft erfüllt dieses Paket jedoch nicht die Forderung nach einer dauerhaften Gewinnbeteiligung. Zudem kritisierte sie Micron dafür, die Prämien angekündigt zu haben, während das Vermittlungsverfahren noch lief.
Micron beschäftigt in Taiwan rund 15.000 Mitarbeiter. Die Beschäftigten an den Standorten in Taoyuan und Taichung werden von separaten Gewerkschaften vertreten. Zusammen repräsentieren die beiden Gewerkschaften mehr als 80 Prozent der taiwanischen Belegschaft von Micron. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft in Taichung laufen weiterhin.
Der Konflikt kommt nur eine Woche, nachdem Micron für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres einen Rekordumsatz von 54,2 Milliarden US Dollar gemeldet hatte.
CEO Sanjay Mehrotra erklärte in seinen vorbereiteten Ausführungen zur Präsentation der Geschäftszahlen, dass Micron die erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2026 für alle Beschäftigten weltweit erhöht habe, um deren Leistungen und Einsatz anzuerkennen.




