Speicherboom: Microns Quartalsumsatz verfünffacht sich nahezu
Microns Umsatz erreichte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 54,2 Milliarden US Dollar und lag damit fast fünfmal so hoch wie im gleichen Quartal des Vorjahres. Steigende Speicherpreise ließen die Bruttomarge auf 87 Prozent steigen. Für 2027 und 2028 erwartet das Unternehmen eine weitere Verschärfung der Versorgungslage.
Laut Microns Quartalsbericht und der Präsentation der Geschäftszahlen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 31 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 379 Prozent. Der Nettogewinn belief sich auf 37,7 Milliarden US Dollar beziehungsweise 38,4 Milliarden US Dollar auf Non GAAP Basis. Im gesamten Geschäftsjahr erreichte der Umsatz 133,2 Milliarden US Dollar, nach 37,4 Milliarden US Dollar im Vorjahr. Allein der DRAM Umsatz überschritt die Marke von 100 Milliarden US Dollar.
Der Anstieg gegenüber dem Vorquartal wurde hauptsächlich durch höhere Preise und weniger durch steigende Absatzmengen getragen. Der DRAM Umsatz stieg um 27 Prozent auf 39,8 Milliarden US Dollar. Die durchschnittlichen Verkaufspreise legten im hohen Zehnerprozentbereich zu, während die ausgelieferte Bitmenge lediglich im mittleren einstelligen Prozentbereich wuchs.
Der NAND Umsatz erhöhte sich um 42 Prozent auf 14,1 Milliarden US Dollar. Hier stiegen die Preise um rund 30 Prozent und die ausgelieferte Bitmenge um etwa 10 Prozent.
Den größten Anteil am Wachstum haben die Rechenzentren. Der Umsatz der Geschäftseinheit Cloud Memory stieg von 4,5 Milliarden US Dollar im Vorjahreszeitraum auf 16,3 Milliarden US Dollar. Im Bereich Core Data Center erhöhte sich der Umsatz von 1,6 Milliarden auf 18,0 Milliarden US Dollar. Zusammen waren die beiden Bereiche für rund 65 Prozent des Umsatzwachstums gegenüber dem Vorjahr verantwortlich.
Der Umsatz mit SSDs für Rechenzentren erreichte fast 10 Milliarden US Dollar und lag damit mehr als zehnmal so hoch wie ein Jahr zuvor. Gleichzeitig machten diese Produkte mehr als zwei Drittel des gesamten NAND Umsatzes von Micron aus.
Nach Angaben des Unternehmens wurde bereits der überwiegende Teil der HBM Liefermengen für das Kalenderjahr 2027 vereinbart. Dabei wurden im Vergleich zum Vorjahr deutliche Preiserhöhungen erzielt.
Micron erwartet, dass die branchenweiten DRAM Bitlieferungen sowohl 2027 als auch 2028 im niedrigen 20 Prozent Bereich wachsen werden. Gleichzeitig dürfte der Markt weiterhin durch ein begrenztes Angebot geprägt sein.
Sanjay Mehrotra, Chairman und CEO von Micron, zufolge sorgt eine strukturelle Lücke zwischen dem Wachstum von DRAM Angebot und Nachfrage weiterhin für eine angespannte Versorgungslage. Neben dem Übergang auf neue Fertigungsknoten werde deshalb zusätzlicher Reinraum benötigt, um diese Lücke zu schließen.
„Selbst mit den Plänen für zusätzliche DRAM Reinraumkapazitäten in der Branche und angesichts der robusten Nachfrageentwicklung einschließlich neuer zusätzlicher Anfragen unserer Kunden können wir derzeit nicht absehen, wann Angebot und Nachfrage wieder ein Gleichgewicht erreichen werden“, sagt Mehrotra.
Bislang hat Micron 26 mehrjährige Take or Pay Vereinbarungen mit Kunden abgeschlossen. Nach Einschätzung des Unternehmens werden diese Verträge bis 2030 für mehr als 35 Prozent des Umsatzes stehen. Die finanziellen Verpflichtungen der Kunden im Rahmen dieser Vereinbarungen sind auf 32 Milliarden US Dollar gestiegen, wobei es sich größtenteils um Bareinlagen handelt.
Micron plant zudem, seine Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2027 gegenüber den bisherigen Planungen zu erhöhen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf neuen Reinraumkapazitäten, die ab Ende 2028 zur Verfügung stehen sollen.
Bis zusätzliche Fertigungskapazitäten verfügbar sind, wird es allerdings noch dauern. Microns ID1 Fab in Idaho soll Mitte 2027 mit der Waferproduktion beginnen, während die ID2 Fab Ende 2028 folgen soll. Sowohl die DRAM Erweiterung in Japan als auch eine neue NAND Produktionsstätte in Singapur sollen in der zweiten Jahreshälfte 2028 die Produktion aufnehmen. Die erste Fabrik in New York soll dagegen erst 2030 mit der Waferproduktion beginnen.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Micron einen Umsatz von 61,5 Milliarden US Dollar, plus oder minus 1,5 Milliarden US Dollar. Die Bruttomarge soll bei rund 86 Prozent liegen.




