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Elektronikproduktion |

Bull verdoppelt Fertigungskapazität am Standort Angers

Der französische Anbieter für Hochleistungsrechnen und KI Bull hat im französischen Angers ein neues Produktionsgebäude eröffnet und damit seine Fertigungskapazität verdoppelt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 2. Oktober hervor. Der Standort fertigt Supercomputer und KI-Infrastrukturen sowie Unternehmensserver. Mit dem Ausbau will Bull die europäische Produktion strategischer Recheninfrastruktur stärken.

Neue Fertigungsflächen für Supercomputer und KI-Systeme

Mit dem neuen Produktionsgebäude erweitert Bull den Standort Angers auf insgesamt 20.000 Quadratmeter. Davon entfallen 10.700 Quadratmeter auf die Fertigung von Supercomputern, KI-Infrastrukturen und Unternehmensservern. Die neuen Flächen sollen Entwicklung, Integration, Montage, Tests und Validierung der Systeme aufnehmen und damit höhere Produktionsmengen ermöglichen. Künftig will Bull dort auch Quantentechnik fertigen.

Für den Ausbau setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf flexibel konfigurierbare Produktionsflächen nach einem Industry-5.0-Konzept. Stärkere Automatisierung und Virtualisierung sowie kollaborative Roboter sollen die Abläufe beschleunigen. Bull verdoppelt damit seine Fertigungskapazität und erwartet eine um 30 Prozent höhere Produktivität. Das neue Gebäude verfügt außerdem über 3.500 Photovoltaikmodule mit 1.500 kWp Spitzenleistung; ein Wärmerückgewinnungssystem soll jährlich 5 GWh in das städtische Wärmenetz einspeisen. Nach Unternehmensangaben sollen die Wartungskosten des Gebäudes um 30 Prozent sinken.

Open Factory für europäische KI- und Quantentechnik

Das Open-Factory-Programm richtet sich an Technologieunternehmen, die Entwicklungen aus KI, Hochleistungsrechnen und Quantentechnik in größere Serien überführen möchten. Bull stellt dafür industrielle Kapazitäten in Angers zur Verfügung. Dahinter steht der Anspruch, Fertigung nach Europa zurückzuholen und den Übergang von Forschung zu industrieller Produktion zu erleichtern.

Emmanuel Le Roux, CEO von Bull, erklärte: „Heute verkörpert das Werk den Wandel des Unternehmens: von einem traditionsreichen Akteur der Computerbranche zu einem führenden Industriepartner für Hochleistungsrechnen, künstliche Intelligenz und souveräne digitale Infrastrukturen. Diese Fabrik steht für unsere Überzeugung, dass Europa über die industriellen Kapazitäten verfügen muss, die notwendig sind, um die strategischen digitalen Infrastrukturen von morgen auf eigenem Boden zu produzieren.“

Mit Foxconn arbeitet Bull bereits an KI-Servern auf Basis der Nvidia-Plattform Vera Rubin NVL72, die in Europa entwickelt und gefertigt werden sollen. Darüber hinaus soll der Standort künftig Projekte für AI-Gigafactories, Neocloud-Anbieter und hybride HPC-Quantenarchitekturen aufnehmen.

Insgesamt investiert Bull 80 Millionen Euro in Umbau und Modernisierung des Standorts. Aus dem französischen Green Fund kommen 1,2 Millionen Euro, aus dem Wärmefonds der ADEME weitere 213.000 Euro. Die Region Pays de la Loire steuert 1,5 Millionen Euro bei. 

Die Modernisierung des historischen Standorts soll 2028 abgeschlossen sein. Für 2027 plant Bull die Auslieferung des Exascale-Supercomputers Alice Recoque für Frankreich und des Systems LUMI-AI für die finnische LUMI AI Factory. Weitere Industriepartnerschaften im Open-Factory-Programm will das Unternehmen Anfang 2027 bekanntgeben.


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