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Cold_Isostatic_Pressing_Selb
© Kyocera
Elektronikproduktion |

Kyocera baut deutsche Fertigung für Hochleistungskeramik aus

Der japanische Keramikspezialist Kyocera erweitert seine Produktions- und Technologiestandorte in Deutschland. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 30. September hervor. Eine neue Großpresse in Selb schafft Kapazitäten für großformatige und hochkomplexe Bauteile aus Hochleistungskeramik. Kyocera will mit seinen Investitionen steigende Anforderungen aus der Halbleiterindustrie bedienen und die technologische Position seiner europäischen Standorte stärken.

Großpresse für großvolumige SiSiC-Bauteile

Kyocera erweitert die Fertigung in Selb mit einer kaltisostatischen Presse für großformatige und komplexe Keramikbauteile. Die Anlage kommt für Komponenten aus siliziuminfiltriertem Siliziumkarbid (SiSiC) zum Einsatz, kann nach Unternehmensangaben aber auch andere keramische Werkstoffe wie gesintertes Siliziumkarbid (SSiC) verarbeiten. 

Der Ausbau schafft in Selb die technischen Voraussetzungen für großformatige Keramikbauteile: Die neue Presse verfügt dafür über ein Nutzvolumen von 1,6 Metern Durchmesser und 2,5 Metern Höhe und erreicht bis zu 2.000 bar Pressdruck. Ihre Abmessungen von 7 mal 4 mal 8 Metern und das Gewicht von rund 290 Tonnen machten eine eigene Halle erforderlich.

Carsten Rußner, Präsident von Kyocera Fineceramics Europe, erklärte: „Die neue Presse markiert einen wichtigen strategischen Schritt für den Standort Selb. Mit ihr können wir erstmals großvolumige Bauteile aus siliziuminfiltriertem Siliziumkarbid in einer bisher nicht möglichen Qualität und Dimension fertigen.“

Höhere Anforderungen aus der Halbleiterindustrie

Die neuen Fertigungsmöglichkeiten sollen Kyocera helfen, großformatige und hochkomplexe Keramikbauteile für anspruchsvolle Anwendungen zu produzieren. Wachsende Anforderungen an Größe, Präzision und Materialperformance kommen laut Unternehmen insbesondere aus der Halbleiterindustrie. Investitionen in Selb, Mannheim und Waiblingen sollen die technologische Leistungsfähigkeit der europäischen Standorte ausbauen und deren Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken.

Florian Arzberger, General Manager des Werks Selb, sagte: „Diese Investition ist ein großer Erfolg und ein klares Bekenntnis des Konzerns zum Standort Selb. Sie unterstreicht unsere Stellung als Leitwerk für die SiSiC-Technologie innerhalb der Kyocera Gruppe und stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit in einem wichtigen Zukunftsmarkt.“

Kyocera investiert rund acht Millionen Euro in die neue Presse in Selb. Damit handelt es sich nach Unternehmensangaben um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Standorts. Der Bau der eigens dafür vorgesehenen Halle begann bereits im Jahr 2023. Auch an weiteren deutschen Standorten erweitert Kyocera seine Keramikfertigung: In Mannheim flossen seit 2024 über 30 Millionen Euro in neue Produktionskapazitäten und ein Gebäude für Verwaltung, Produktion und Logistik. Rund 30 Millionen Euro investierte das Unternehmen zudem in die erste Ausbaustufe eines neuen Werks in Waiblingen, das Keramikkomponenten für die Medizintechnik fertigt.


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