Volkswagen, PowerCo und Gotion bauen LFP-Batterieproduktion in Europa aus
Volkswagen Group, PowerCo und Gotion High-tech vertiefen ihre strategische Partnerschaft und planen drei Joint Ventures für die industrielle Produktion von LFP-Batteriezellen und Kathodenmaterial. Valencia soll dabei zu einem europäischen Produktionszentrum für LFP-Batterien ausgebaut werden.
Volkswagen Group, PowerCo SE und Gotion High-tech wollen gemeinsam den Aufbau einer regionalen Batterielieferkette für Europa beschleunigen. Wie Volkswagen in einer Pressemitteilung vom 28. September mitteilt, soll die seit 2020 bestehende Zusammenarbeit auf die industrielle Produktion von Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen (LFP) und Kathodenmaterial ausgeweitet werden.
Dafür haben die Unternehmen die Gründung von drei Joint Ventures an den Standorten Valencia in Spanien, Šurany in der Slowakei und Kenitra in Marokko vereinbart. Die Vereinbarung umfasst außerdem gemeinsame Beschaffungs- und Vertriebsaktivitäten in Europa.
In Valencia soll die derzeit im Bau befindliche PowerCo-Gigafabrik in ein Joint Venture überführt werden. PowerCo soll daran 51 Prozent halten. Ziel ist es, den Standort zu einem europäischen Produktionszentrum für Unified Cells auf Basis der LFP-Technologie auszubauen. Gotion soll rund 1,1 Milliarden Euro investieren, um einen Anteil von 49 Prozent an dem Standort zu erwerben.
Auch die Gotion-Zellfabrik im slowakischen Šurany soll in ein Joint Venture überführt werden. Hier wird Gotion mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter bleiben. Produziert werden sollen LFP-Zellen sowohl für Elektrofahrzeuge als auch für Energiespeichersysteme (ESS).
Am dritten Standort in Kenitra ist eine neue Produktionsanlage für LFP-Kathodenmaterial geplant. Sie soll die Bezugsquellen für wichtige Kathodenmaterialien diversifizieren und damit die Versorgungssicherheit der europäischen Batterieindustrie verbessern. Gotion wird auch an diesem Joint Venture 51 Prozent halten.
PowerCo will bis 2030 insgesamt rund 470 Millionen Euro in die Standorte Šurany und Kenitra einbringen, um dort jeweils einen Anteil von 49 Prozent zu erwerben. Die Vereinbarungen stehen noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen und weiterer Vollzugsbedingungen.
„Gotion ist seit vielen Jahren ein enger Partner des Volkswagen Konzerns. Jetzt weiten wir unsere Partnerschaft auf die gemeinsame Produktion von LFP-Batterien aus und stärken damit die europäische Batterieindustrie“, sagt Thomas Schmall, Mitglied des Vorstands der Volkswagen Group für Technik und Aufsichtsratsvorsitzender von PowerCo.
Volkswagen verweist auf ein erhebliches Wachstumspotenzial für die Technologie. Der Marktanteil von LFP-Batterien in Europa könnte Prognosen zufolge von derzeit rund 10 Prozent auf 40 bis 60 Prozent im Jahr 2030 steigen. Gleichzeitig gebe es in Europa bislang keine relevanten Produktionskapazitäten für LFP-Batterien.
Parallel zur industriellen Zusammenarbeit hat Volkswagen verbindliche Vereinbarungen zum Verkauf eines 5,3-prozentigen Anteils seiner Beteiligung an Gotion abgeschlossen. Auch nach Abschluss der Transaktion will Volkswagen als strategischer Investor an Gotion beteiligt bleiben.




