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Quantum-Corridor-expansion
© SEALSQ Corp
Elektronikproduktion |

SEALSQ und WISeKey planen Halbleiterzentrum im Schweizer Jura

Die Schweizer Technologiegruppe WISeKey und ihre Halbleitertochter SEALSQ wollen gemeinsam mit dem Kanton Jura ein Zentrum für Post-Quanten-Halbleiter und Cybersicherheit aufbauen. Das geht aus einer Mitteilung von SEALSQ vom 21. September hervor. Am neuen Standort soll SEALSQ Post-Quanten-Halbleiter personalisieren und testen. Damit wollen die Partner sicherheitskritische Halbleiterprozesse in der Schweiz ansiedeln und die technologische Souveränität des Landes stärken.

Sichere Chip-Personalisierung im Jura

Für die praktische Umsetzung will SEALSQ sichere Provisionierungsprozesse für kryptografische Funktionen aufbauen. Kryptografische Root-of-Trust-Funktionen sollen dabei in die Chips eingebracht und Firmware sicher personalisiert werden. Zum geplanten Leistungsumfang gehören außerdem Zertifizierungsaufgaben. In einer späteren Ausbaustufe soll der Standort eigene Kapazitäten für das ASIC-Design erhalten.

Eine zentrale Rolle soll dabei der QS7001 Quantum Shield spielen. Der Sicherheitschip setzt die vom US-amerikanischen NIST standardisierten Post-Quanten-Verfahren ML-KEM und ML-DSA um.

Bei der Ausgestaltung des Zentrums wollen WISeKey und SEALSQ auf Erfahrungen aus dem Projekt Quantix Edge Security in Murcia zurückgreifen. Dort entwickeln die Unternehmen mit spanischen Partnern bereits ein Zentrum für Halbleiterdesign und -personalisierung.

Eigene Halbleiterkapazitäten für die Schweiz

Die Erfahrungen und Methoden aus Murcia wollen WISeKey und SEALSQ an die industriellen Bedingungen in der Schweiz und das Ziel größerer technologischer Souveränität anpassen. Know-how aus Präzisionsfertigung und Mikrotechnologie im Jura soll dabei in die Halbleiterpersonalisierung einfließen. Nach Unternehmensangaben soll das neue Zentrum kryptografische Personalisierung auf Schweizer Boden etablieren und eigene Kapazitäten für sichere Halbleiter und ASICs schaffen. Die Partner prüfen außerdem Chancen im Umfeld der Schweizer Verteidigungsbeschaffung. Sichere Kommunikation und Sensorik nennt die Mitteilung als mögliche Einsatzfelder.

Carlos Moreira, CEO von SEALSQ, sagte: „Das Quantenzeitalter macht Cybersicherheit zu einer Frage technologischer Souveränität. Die Schweiz muss in der Lage sein, fortschrittliche Sicherheitstechnologien zu entwickeln und kryptografische Vertrauensanker in Halbleitern auf Schweizer Boden zu personalisieren, bereitzustellen und zu schützen.“

Formell befindet sich das Vorhaben im Jura noch in der Vorbereitungsphase. WISeKey, SEALSQ und der Kanton haben zunächst eine Absichtserklärung unterzeichnet. Als nächste Schritte wollen sie eine gemeinsame Arbeitsgruppe einrichten, einen Standort auswählen und einen detaillierten Geschäftsplan erarbeiten. Auch Finanzierungsstruktur, Partnerschaften mit Hochschulen und Industrie sowie regulatorische und Zertifizierungsfragen sollen Teil der Vorbereitung sein. Eine Schweizer Gesellschaft mit Sitz im Kanton Jura soll den Betrieb übernehmen.

Das voraussichtliche Investitionsvolumen beziffern die Partner auf rund 40 bis 60 Millionen Schweizer Franken über sechs Jahre. Den Großteil der Finanzierung wollen WISeKey und SEALSQ gemeinsam mit privaten Investoren und Industriepartnern tragen. Der Kanton Jura soll die Ansiedlung begleiten und mögliche Unterstützung im Rahmen kantonaler und bundesrechtlicher Vorgaben prüfen.

Innerhalb von zwei Jahren rechnen die Partner mit rund 40 direkten Arbeitsplätzen. Bis zum fünften Jahr sollen 150 Stellen entstehen, bis zum achten Jahr mehr als 250. Mindestens 60 Prozent der Stellen sollen mit Einwohnern des Kantons Jura besetzt werden.


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